Interpret:
Johnny Flynn
Plattentitel:
Been Listening
Label:
Cooperative Music / Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 19.07.2010
Johnny Flynn ist der nächste Name, der im Rahmen des derzeitigen Folk Rock-Revivals um Aufmerksamkeit buhlt. Erst kürzlich konnte man den Burschen nebst Band als support von Mumford & Sons erleben. Neben einem durchaus vorzeigbaren Äußeren, ist diese Kombination mit einem der Durchstarter-Acts des Jahres sicher nicht von Nachteil für Flynn und auch in Sachen Klang passt es zusammen wie Henne und Ei.
In manchen Momenten von „Been Listening“, dem zweiten Album des Briten und ersten, das auch regulär in Deutschland erscheint, hat man sogar den Eindruck, als sei die Ähnlichkeit vielleicht gar ein wenig zu stark. Stücke wie „Lost And Found“ passen nahtlos so auch ins Repertoire von Mumford & Sons, doch direkt Plagiatsvorwürfe zu erheben, wäre voreilig. Dafür setzt Johnny Flynn seinen Entwurf von Dylan-Liebhaberei einfach zu glaubwürdig um, liefert abendliches Liedgut, wie das entspannte, von Mariachi-Bläsern begleitete „Churlish May“ oder die Schunkelballade „Been Listening“. Bei „Kentucky Pill“ gibt sich der Brite schwelgerisch und fängt den Sommer ein, während „Barnacled Warship“ aufgewühlt klingt, mit melancholischen Streichern sowie Heuschober-Geige aufwartet, die sich im erdigen Traditional „Sweet William Part 2“ sogar bis in den Chorus mogelt: „Will you put down your fiddle and pray“, lautet da die Aufforderung.
Unterm Strich mag „Been Listening“ vielleicht keine lange Halbwertszeit haben, dafür gehen die Songs einfach zu schnell ins Ohr. Doch für diesen Sommer und sicher auch den nächsten Herbst sind diese Lieder treue Begleiter. Freunde von Mumford & Sons oder The Tallest Man On Earth werden daher rasch Gefallen am Folk des Mr. Flynn finden.
Video: „Kentucky Pill“