Interpret:
Here We Go Magic
Plattentitel:
Pigeons
Label:
Secretly Canadian / Cargo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.0 von 10
Autor:
Jan Nicolai Kolorz
Köln, 19.07.2010
Man könnte meinen, dass eine Tournee mit Department Of Eagles oder Grizzly Bear seine Spuren hinterlässt. Das Quintett aus New York (woher sonst?) hat nach seiner Debutplatte auf romantische 4-Spuraufnahmetechnik verzichtet und haut mit „Pigeons“ ein gut produziertes, aber leider etwas unpointiertes Album raus. So ein Schritt ist natürlich immer doppelt schwierig, denn zu einer Zeit wo man schon schwer nach Nicht-Lo-Fi-Veröffentlichungen suchen muss, bietet dieser psychedelische Pop-Folk eine überraschend klare Klanglinie. Zum anderen fehlt der Zauber, der den zweifellos guten Künstler leider nur im Namen auffindbar ist - die Platte ist ein Ergebnis von „Dienst nach Vorschrift“ geworden. Dabei stechen einige Lichtblicke ins Auge, wie das fröhliche Rumgeorgel auf „Old World United“ oder die Gesangsübung für Weltraum-Eunuchen „Hibernation“.
Darüber hinaus müssten man schon mit einer Lupe nach vielsprechende Fleckchen musikalischer Nachhaltigkeit suchen. Der Support-Charakter für die oben genannten Bands gilt als Metapher für den derzeitigen Standpunkt von Here We Go Magic zur Zeit von „Pigeons“. Sie spielen die zweite Geige. Zur Cash-Cow der New Yorker-Indie-Popper werden die fünf Freunde mit dieser Platte sicher nicht. „Pigeons“ verkommt durch fahrige Songs und kantenlose Produktion zum Spatz in der Hand. Da mag der amerikanische Vatikan der Plattenkritik eine noch so orthodoxe Meinung zu dem Album haben, - „Pigeons“ bleibt als Platte im negativen Sinn konkurrenzlos. Als ausgewogen steriler Soundtrack zum Kartoffelschälen eignet sie sich indessen hervorragend.
Video: „Collector“