Interpret:
Hellsongs
Plattentitel:
Minor Misdemeanors
Label:
Tapete / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 30.08.2010
Ein Personalwechsel ist zu verkünden, doch sonst ist eigentlich alles beim alten geblieben. Die frühere Background-Sängerin Siri Bergnéhr ist fortan die Haupstimme von Hellsongs, doch weiterhin bleibt die Band dem eigenen Stil treu. Hellsongs bedeutet auch 2010 Coverversionen von mehr oder weniger bekannten Hardrock- und Heavy-Metal-Songs im Lounge-Outfit.
Die Schweden waren bereits bei ihrem Debüt „Hymns In The Key Of 666" eine streitbare Angelegenheit und daran ändert sich auch mit „Minor Misdemeanors" nichts. Wer schon immer mal wissen wollte, wie sich „Schools Out" in einer Liebeskomödie der Sechziger Jahre angehört hätte, der bekommt von Hellsongs eine Anregung. Klare Bläser und eine Prise Lee Hazelwood machen aus dem Alice-Cooper-Klassiker eine heitere Hymne für den Frühling. Auch wirklich nett ist die Folk-Version von „Welcome To The Jungle", bei der sich die Instrumente sanft um die glockenhelle Stimme weben oder der sommerliche Gitarrenpop „Heaven Can Wait", im Original immerhin von Iron Maiden.
Hellsongs haben nicht viel mit dem gängigen Klischee einer Coverband gemein, Boss Hoss hat hiermit nichts zu tun. Schon eher lassen sich die Schweden als eine erdigere Variante zu Nouvelle Vague begreifen und auch, wenn man nicht unbedingt ein Fan von dererlei Konzeptbands ist, kann man „Minor Misdemeanors" eine sehr sympatische Note nicht absprechen.
Video: „Heaven Can Wait"