Interpret:
Health
Plattentitel:
Disco2
Label:
Lovepump United / City Slang / Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
Keine Wertung
Autor:
Jan Nicolai Kolorz
Köln, 12.07.2010
Zwei Jahre sind verstrichen, eine angenehm verstörende Debütplatte wurde aufs Tanzparkett gelegt, und nun folgt mit „Disco2“ das Zubrot für all die Nerds, denen es nicht reichte, diesen verqueren und coolen Noise-Brei ein zweites Mal in Remix-Portionen verabreicht zu bekommen. Dabei ist mit „USA Boys“, unter Mithilfe von Trent Reznor und Alain Moulder, ein Song aus dem Ei gepellt worden, der die Remix-Maschine unterlaufen konnte. Dieser ist für die vier Kalifornier ungewohnt straight und beatlastig, doch sobald schließlich die multiplen Sample- und Gesangsflächen erklingen, wissen wir, wer die Hosen an und „Get Color“ geschrieben hat.;
Wer Lust auf produktive Verwirrung hat, sollte sich den wunderbaren CFCF-Remix von „Before Tigers“ zeitgleich mit dem 86er-Softpop-Schinken „Wonderful Life“ von Black auf seine sauberen Ohren legen. Reine Überlagerung. Hobbysampling pur. Es lohnt sich! Lohnen tut sich ebenso der furztrockene Synthie-Funk „In Heat“ des Brooklyner Duos Javelin. Wüsste man es nicht besser, könnte man meinen, der kleine Prince habe ein paar Zutaten aus seiner 3121-Zeit beigefügt. Würde man für Healths zweite Remixplatte für jeden Höhepunkt einen Euro bekommen, müsste man mit enttäuschten 3,40 € nach Hause gehen müssen. Die ausgewählte Créme de la Créme durfte nach Herzenslust an den brillianten Health-Rohstoffen rumfrickeln, doch die Endprodukte von Small Black oder Crystal Castles sind zwar gewohnt geistesgestört, sehen aber gegen CFCF und Javelin aus wie erkältete Männer im Schlafrock. Die Urheber dieser Songs bleiben trotzdem gesünder denn je.