DETAILS

Interpret:
Grum

Plattentitel:
Heartbeats

Label:
WePlay / SONY Music

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Jan Nicolai Kolorz
Köln, 23.08.2010

PLATTENKISTE

Grum - Heartbeats

Grum - Heartbeats

Der 24-jährige Greame Shepherd muss mittlerweile keinem mehr etwas beweisen. Schon lange vor seinem Debutalbum „Heartbeats“ hatte er Genregrößen wie Passion Pit oder Friendly Fires auf seiner Seite und auch Goldfrapp und Lady Gaga haben mittlerweile die Remix-Lunte aus den Highlands gerochen. Ob er der neue Luke Perry des Synthiepops oder der Christopher Lambert der Elektro-Hooks wird bleibt der Fantasie der Musikgazetten überlassen. Fest steht, dass der junge Produzent und DJ mit Finesse einen hauchzarten Spagat zwischen späten Achtzigern und frühen Neunzigern wagt und besteht. Denn „Heartbeats“ klingt im Ganzen wie eine Mélange aus Beverly Hills 90210 und Daft Punk.

Während der Opener „Through The Night“ noch im 80er-Gewand daherpumpt, verwandelt sich die Exposition der Platte spätestens mit dem Anschlusstrack in eine schön schmierige H&M-Hintergrundmusik. Vor lauter Feelgood-Romantik, hatte Grum wohl ganz vergessen, sich einen besseren Songtitel als „Can´t Shake This Feeling“ auszudenken. Der Refrain ist hierbei schon fast genauso grenzwertig, wie die undifferenzierte Frauenstimme. Und dennoch: der Song stört an keiner Stelle. Stören tut hingegen das uninspirierte Club-Galore bei „Runaway“ oder „The Really Long One“. Mutig an „Heartbeats“ sind nicht nur Songtitel und Tracks wie„Want U“ oder „Power“, welches hässlich tief gepitcht, im großen French House-Stil Tanzweisheiten wie „The music is the power / The music is release" erklingen lässt. Was Grum auf seiner Debutplatte schafft, ist eine gewagte Vermengung von stilvollem englischen Beat der achtziger und fiesen Eurodance-Sünden den frühen neunziger Jahre.

Die Soundcharakteristik der Insel hält schlussendlich das Lot und verhindert eine überbordendes Gewusel und die Gefahr des Zuviel an Ideen. Das Kirmes-Techno-Gehacke, sowie das 8-Bit-Geplänkel klingt an vielen Stellen angenehm und frisch. Die Platte schließt jedoch mit einem wunderbaren Highlight aus den Highlands: „Someday We´ll be Together“. Das Ideenreichtum des Schotten fügt sich hier zu einzigen Mal tatsächlich zusammen und erhebt das spielerische Tanzgefrickel der Platte auf eine völlig neue, seriöse Stufe. Die beiden erwähnten Dekaden gehen in diesem Song wunderbar ineinander auf, anstatt sich aus dem Weg zu gehen. Elegisch pumpt ein verhallter Beat knappe fünf Minuten lang nach vorne, überlagert von zauberhaften Klangflächen und einer Frauenstimme, die zum ersten mal nach langer Zeit nicht auf den Zeiger geht. Hier möchte man verweilen.

Video: „Can´t Shake This Feeling“

Grum - "Can


 

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