Interpret:
Gonjasufi
Plattentitel:
A Sufi And A Killer
Label:
Warp / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 22.03.2010
Seit einigen Jahren schon arbeitet Gonjasufi mit dem Produzenten The Gaslamp Killer zusammen, doch für das neue Album „A Sufi And A Killer" holten sich die Beiden weitere Verstärkung ins Boot. Mit Flying Lotus konnte man einen der derzeit wohl am höchsten gehandelten Beatbastler der Vereinigten Staaten gewinnen, seine persönliche Note zum Klangkosmos Gonjasufis hinzuzufügen.
Herausgekommen ist bei diesem Dreiergipfel ein Album, das man dank reichhaltigem Einsatz elektronischer Geräte zwar eindeutig im Hause Warp verorten kann, dessen Einflüsse sich jedoch ebenso aus arabischen und indischen Popsongs, 60er Psychedelic Rock, Trip Hop oder Punk zusammensetzen. Roh und schroff wirken viele der Produktionen, man trägt eine Schmutzschicht nicht ohne Stolz.
Unmengen von Samples und Instrumenten werden zu Liedern, die oft nur im Bereich knapp über der zwei Minuten-Grenze manövrieren, manchmal eher skizzenhaften Charakter haben, an anderer Stelle jedoch in der Kürze der Zeit genau auf den Punkt kommen. Arrangiert ist das Ganze als eine teils lärmdende, eigensinnige und ein wenig kauzige 19 Tracks umfassende Collage, die einen nicht selten an die Beat Konducta-Reihe von Großmeister Madlib oder die instrumentalen Hip Hop-Experimente von Oh No erinnert. Derartige Vorbilder könnten erklären, warum die Lieder hier wortspielreich kryptische Namen wie „Kowboyz & Indians" oder „Klowds" tragen.
Im Presse-Info findet man den Klang von Gonjasufi als „organisch zusammengewachsen wie ein lebender Kadaver" beschrieben, was man in diesem Fall durchaus für ein Prädikat halten kann. Wer sich an die etwas anstrengende aber beseelte Stimme gewöhnen kann, erhält ein spannendes, etwas zu eckiges Produzenten-Album, dass sich jedoch angenehm vom derzeitigen Synthie-Trend abhebt.
Video: „DedNd"