Interpret:
General Elektriks
Plattentitel:
Good City For Dreamers
Label:
Discograph / Al!ve
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 03.08.2009
Alte Keyboards sind die Leidenschaft von Hervè Salters. Seit der Franzose vor gut zehn Jahren nach Amerika umsiedelte, benutzt er seine Instrumente in gesteigerter Intensität. 2005 erblickte so „Cliquety Kliqk“ das Licht der Welt und führte den Namen General Elektriks in die Welt des Sample-Pop ein. Nun lässt Salters mit „Good City For Dreamers“ endlich das oft schwierige zweite Album folgen und zeigt sich dabei zeitlos und doch zugleich mit trendsicherer Spürnase.
So merkt man der Platte an, dass ihr Schöpfer seit einigen Jahren zum ruhmreichen Quannum-Kollektiv zählen darf, dem neben Lyrics Born oder Blackalicious auch DJ Shadow angehört. Funk, Soul, und Hip Hop der alten Schule sind die Grenzpfeiler, zwischen denen General Elektriks schwungvoll über die Tasten wippt. Daneben vermag man immer mal wieder eine Dosis Air- oder Zero-7-Wohlklang erhaschen.
Das entspannt zupackende „Raid The Radio“, mit seinem Gospel-Gesang und dem nicht mehr los lassenden Pfeifen oder das volle „You Don't Listen“ machen direkt zu Beginn klar, dass diese Musik, obgleich zu Teilen am Rechner entstanden, eine Menge Seele hat. Die Anklage geht an den Mainstream. Hinhören wird verlangt, auch in Bewegung, beim Tanzen. Denn tanzen muss man, sich packen lassen vom dröhnenden Riff zum Auftakt des potentiellen Hits „Helicopter“. Man fühlt sich fröhlich an The Go! Team und deren „Junior Kickstart“- Exzesse erinnert und lässt das Haupthaar zum Chorus kreisen.
Auch „Engine Kickin In“ greift unmittelbar in die Vollen, walzt sich mit mächtigem Funk in einem derart brachialen Finale aus, das man es nur, eine Wucht nennen kann, was Meister Salters hier fabriziert hat. Da verkraftet man es gerne, wenn er sich mit „David Lynch Moments“ vielleicht doch ein wenig weit in Richtung Pop aus dem Fenster lehnt und freut sich über den famosen Rauswurf mit dem Beinahe-Tango „Rebel Sun“. Eine runde Sache das. Sollte man sich anhören.