Interpret:
Future Fluxus
Plattentitel:
Fuck The Universe And Say Yeah!
Label:
Nois-O-Lution / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.0 von 10
Autor:
Lukas Schöttner
Leipzig, 13.04.2011
Wer sich mit dem Universum anlegt hat es, wie man sich denken kann nicht gerade leicht.Völlig egal ist das den Jungs von Future Fluxus, die mit „Fuck The Universe And Say Yeah“ ihr Debüt veröffentlichen und dabei den Mittelfinger in Richtung Himmel erheben. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an Kate Mosh, die deutsche Indie-Rock Band, die seit 1990 immer wieder für Aufsehen sorgte und es bis ins Vorprogramm von unter anderem Aereogramme und Sparta schaffte. Dementsprechend weit geöffnet sind die Lauscher also, sobald man hört, einige der ursprünglichen Mitglieder von Kate Mosh haben sich erneut zusammengetan, um ein neues Album aufzunehmen. Und richtig, bereits beim ersten Durchlauf hört man, dass es sich zwar um ein Debüt handelt, die Musiker jedoch alle bereits alte Hasen sind, die es sich nicht nehmen lassen, Betitelungen wie „eingängig“ oder „Musik für zwischendurch“ ins Gesicht zu spucken und stattdessen ihren eigenen Kopf durchzusetzen. Wem's nicht passt, kann sich direkt neben das Universum stellen.
Wirr und voller Veränderung ist jedes Einzelne der neun Titel. Die Songstrukturen sind so Komplex, dass man nie so genau weiß, worauf Future Fluxus hinauswollen. Der Opener „Angermouse“ hat zwar einige immer wiederkehrende Schemata, jedoch weiß man nie so genau, wann diese Wiederholungen zu erwarten sind. „Peter Pan vs. Future Fluxus“ hört sich zu Beginn noch ein wenig nach Emo a la Marr an, wird jedoch immer abgefahrener, bis alles Erarbeitete von einer cleveren Dissonanz verschlungen wird, die ein bisschen darauf herumkaut, es jedoch bald wieder ausspuckt und so die ursprüngliche Melodie freigibt. „Darth Major“ wird durch eine finstere, verzerrte Gitarre angekündigt, die auch schon bald von kraftvollem Geschrei verstärkt wird. „It's Worse Than Ever“ beginnt als verwirrtes, orientierungsloses Gitarrengedudel, das allerdings schon früh von einem Schlagzeug an die Hand genommen wird und post-rockige Züge annimmt. Als ein monotoner Sprechgesang einsetzt wird es langsam deutlicher, worauf „It's Worse Than Ever“ hinausarbeitet.
„Fuck The Universe And Say Yeah!“ reizt durch seine spielerischen, unbeschwerten Variationen. Mathematisch und ausgetüftelt bis ins letzte Detail ist „Fuck The Universe And Say Yeah!“ allerdings nicht für Jedermann. Zu leicht geht man zwischen den Wechseln und Songstrukturen verloren und findet keinen Halt mehr.