Interpret:
Erik Sumo Band
Plattentitel:
The Trouble Soup
Label:
Le Pop Musik / Groove Attack
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.0 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 08.03.2010
Freilich, die Band um den fiktiven Frontmann Erik Sumo (im wirklichen Leben Ambrus Tövisházi) mag zwar aus Ungarn stammen, aus diesem Fakt jedoch Rückschlüsse auf die Musik ziehen zu wollen ist schier unmöglich. Zu abwechslungsreich sind die 13 Songs des Albums „The Trouble Soup“ geworden, die durch die unterschiedlichsten Einflüsse sozialisiert wurden. Luftiger French-Pop, der in einem Nonsens-Französisch gesungen wird („Secon“) steht hier gleichberechtigt neben Spätsiebziger-Disco mit Roisín-Murphy-Flair.
Die Welt ist scheinbar nicht genug für die Erik Sumo Band, die sich in maßloser Völlerei getreu des Albumtitels mit allerlei Ingredienzien ihre eigene Suppe abschmeckt. „You Never Been My Friend“ fängt mit lateinamerikanischen Rhythmen an, bevor der Synthesizer den Song in Richtung Simian (ohne die Mobile Disco) abdriften lässt. Ein wenig Jazz-Varieté vor samtroten Vorhängen im Refrain und fertig ist dieses schmackhafte Allerlei.
Trotz aller Lockerheit, die die Erik Sumo Band lässig aus dem Ärmel schüttelt, mischen sich auch eine Prise Schwermut in die Songs, die die Sängerinnen Erzsi Kiss und Veronika Harcsa mit getragener Divenhaftigkeit aufführen. Dass bei diesem stilistischen Parforceritt nicht alles gelingt, mit dem still vor sich hin mäandernden „Your Flame“ oder der Theremin-geschwängerten Geisterstunde „Good And Relieved“ einige Songs den hohen Standard nicht halten können - geschenkt, solange man im Gegenzug mit Songs wie dem mit Banjo und spukiger Orgel begleiteten „Little Worm From Hungary“ beschenkt wird. Hier, aber auch nur im Songtitel, wird die Herkunft dieser wundersamen Band noch einmal in den Vordergrund gerückt.