Interpret:
Erik Penny
Plattentitel:
Bend
Label:
R.D.S. / Cargo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 15.03.2010
Es sind Geschichten wie die von Erik Penny, die man schon tausend Mal gehört hat: Ein junger Musiker verlässt seine Heimat, um sich in einer fernen Stadt, fernab jeglicher Bekanntschaften, selbst zu finden. Er trifft auf neue Freunde, die ihm helfen, ein Album aufzunehmen und wird ein großer, gefeierter Star.
Zugegeben, im letzten Teil haben wir ein wenig vorgegriffen und es scheint unwahrscheinlich, dass Penny, der 2008 aus LA nach Berlin zog, mit „Bend“ den großen Durchbruch erleben wird. Zwar sind die Songs ausschließlich feinstes Singer/Songwriter-Handwerk, bedacht und sorgfältig instrumentiert. Zwar haben mit Mocky und Tomtes „Sir Simon“ Frontzek auch zwei namhaftere Künstler am Album mitgewirkt. Doch fehlt es dem sympathischen Amerikaner an Wiedererkennungswert. Bei einem Song wie „Santa Ana“ fühlt man sich unweigerlich an den Film „Once“ erinnert, in dem der Protagonist, ein Straßenmusiker, gedankenverloren durch seine Stadt läuft. Das ist alles sehr persönlich, sehr ehrlich und trotzdem berührt es einen kaum.
Es sind die ruhigen Momente, die Penny beliebig wirken lassen. Sobald er das Tempo ein wenig erhöht, wie im schmissigen „Side Of The Road“, kommt aus dem Nichts plötzlich dieser Ohrwurm, der sich mit voller Breitseite und schnörkellosem Refrain unwiderstehlich anschmiegt. „Dreaming Of You“ ist Sechziger-Jahre-Soul mit den Mitteln eines einfachen Popsongs. Man hat das Gefühl, dass Penny viel mehr könnte, die Songs höher hinaus wollten, er aber zunächst einmal auf Nummer sicher ging und so die Songs zügelt. „Bend“ klingt wie die Visitenkarte eines aufstrebenden Künstlers, der sich zunächst einen Namen machen will. Spätestens mit dem nächsten Album wird man ihn dann kennen, diesen Erik Penny.