DETAILS

Interpret:
Endless Hallway

Plattentitel:
Autonomy Games

Label:
EMI

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
3.0 von 10

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Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 08.03.2010

PLATTENKISTE

Endless Hallway - Autonomy Games

Endless Hallway - Autonomy Games

Liebe Grafikdesigner rund um den Globus, die ihr euch tagein, tagaus damit beschäftigt, all die bunten Plattencover für all die Platten anzufertigen, die wir wöchentlich hier so besprechen, lasst euch ein für allemal gesagt sein: Eure Arbeit wird überbewertet. Denn seien wir mal ehrlich, man hat sich eine Platte ja noch nie des Covers wegen gekauft und man würde eine Platte ja auch nie anhand eines Covers bewerten, denn so oberflächlich darf man nicht sein, es sind ja schließlich die inneren Werte die zählen, nicht wahr? Und deswegen liegt es auch garantiert nicht am scheußlich-grässlichen Cover des letzten Pearl-Jam-Albums „Backspacer“, dass man es bis heute nicht geschafft hat, diese vielgepriesene Scheibe zu hören.

Und da gute Albencover scheinbar nichts mehr zählen, kann man bei der amerikanischen Band Endless Hallway auch ohne Probleme über das miese Artwork hinwegsehen, auch wenn die schwarze Hand, die einen Menschen am Hals würgt mit zum schlimmsten gehört, was man in den letzten Jahren an Cover-Verfehlungen gesehen hat. Doch der einzige Grund, warum man an dieser Stelle so viel über schlechte Cover sprechen kann, liegt an der Banalität der Musik, die einem auf „Autonomy Games“ entgegenschallt. Wo man auch hinhört, hier versucht eine Band auf den fahrenden Emo-Express aufzuspringen, vergisst dabei jedoch, dass hierzu mehr gehört als ein sich die Seele aus dem Leib singender Frontmann und bedeutungsschweren Gitarrenakkorden.

Dabei hören Endless Hallway in ihrer Freizeit sicherlich die richtigen Platten. Muse, Smashing Pumpkins oder The Vines, alles wird auf „Autonomy Games“ so lange durch den Produktionsfleischwolf gedreht, bis am Ende nur noch Spurenelemente zu erkennen sind. In „A Bad Current“ rollt der Bass zwar dunkel und bedrohlich, doch ergibt sich der Song zu schnell in matschigen Gitarrenwänden. „Cell“ glitscht dagegen wie ein eingeölter Sumoringer auf einer Plastikplane mit zuviel Energie am Ziel vorbei.

Die Lichtblicke auf „Autonomy Games“ sind rar gesät. „Solvency“ versucht im sphärischen Break so etwas wie Atmosphäre zu erzeugen und „Gamma“ möchte gerne ein großer, alternativer Ohrwurm sein. Zumindest auf diesem Album reicht es, um sich damit ins Ohr zu spielen. Zurück bleibt ein Album, das in seiner makellosen Hochglanzproduktion merkwürdig seelenlos wirkt. Zur Ehrenrettung aller eben angegriffenen Grafikdesigner:  nicht einmal ein besseres Albumcover würde etwas daran ändern.

 

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