Interpret:
Efterklang
Plattentitel:
Parades
Label:
Leaf / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 10.10.2007
Mit ihrem zweiten Album liefern Efterklang den Beweis, dass ihr Debüt „Tripper“ keine Eintagsfliege war. Nahtlos knüpft das dänische Klangkollektiv am Konzept des Vorgängers an, flirrende Elektronik mit herkömmlichen Instrumenten zu verweben. So entsteht aus rückwärts laufenden Loops, Streichern und polyphonem Gesang eine einzigartige Mischung, die ihresgleichen sucht. So klingen Efterklang mal wie die mutigere Version von Sigur Rós, mal wie The Notwist auf einem Kindergeburtstag. Überall rauschen Versatzstücke von Songs, Instrumenten und Stimmen heran, ebben nach Sekunden wieder ab und schaffen doch einen nachhaltigen, räumlichen Eindruck.
„Mirador“ fängt an als Sammelsurium aus verschiedenen, ineinander gemischten Klavierstimmen und einem nervös pluckernden Rhythmus, die an dein Ohr prasseln wie Herbstregen an deine Fensterscheiben. Wenn sich dann die Marschkapelle dazu gesellt, möchte man sich dem auralen Trauermarsch am liebsten sofort anschließen. Den beschaulichen Teil zum Ende des Songs hin gibt es gratis dazu. Aus der anfänglichen Lethargie eines Songs wie „Horseback Tenors“ wird im Handumdrehen ein Stück World Music, das ohne Probleme von Peter Gabriel sein könnte, wenn dieser noch Musik machen und sich nicht nur mit Bonoboaffen beschäftigen würde.
Dieser Wechsel in den Songs von licht zu dunkel, von heiter zu wolkig, wird am deutlichsten im letzten Lied „Cutting Ice To Snow“. Der Song setzt nahtlos dort an, wo das sakrale „Illuminant“ Sekunden vorher aufgehört hat: Mit einer würdevollen Orgel und betrübten Bläsern scheint das Album schon leise auszuklingen, bevor zwei Minuten vor Schluss der Song wiederum kippt und die Melodie von einem Piano und einer Ukulele aufgenommen wird. Die Grundstimmung bleibt, aber der Eindruck ändert sich. So, als ob man mitten in Kopenhagen Mardi Gras feiern würde.