Interpret:
Eels
Plattentitel:
Hombre Lobo - 12 Songs Of Desire
Label:
Vagrant Records / Cooperative Music
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
8.0 von 10
Autor:
Renate Bichert
Remscheid, 16.06.2009
Was hat uns Mark Oliver Everett alias Eels nicht alles schon über sich und die Welt erzählt, seitdem er 1992 mit „A Man Called E“ den ersten Fuß in die Öffentlichkeit gesetzt hat. Zuletzt hat er seine Autobiographie „Things The Grandchildren Should Know“ veröffentlicht und damit seine persönlichen Gedanken komplett offen gelegt. Auf dem neuen Eels-Album „Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire“ nimmt Everett Abstand von seiner eigenen Geschichte und erzählt uns von einer fiktiven Person.
Erinnern wir uns an das Album „Souljacker“ von 2001 und speziell an „Dog Faced Boy“, ein Song über einen Jungen mit starker Gesichtsbehaarung. „Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire“ ist ein Konzeptalbum, das die Geschichte dieses Jungen als erwachsenen Mann weitererzählt. Er ist immer noch einsam und sucht nach seinem Platz in der Welt. Doch am meisten leidet er unter seinem Verlangen nach Liebe und Sex.
Ein Wolfsheulen ist das Begrüßungswort auf dem Album. „Prizefighter“, der erste Song, ist ein Blues, der wie ein Balzgesang an die Frauenwelt klingt. Werwolf, jung und ledig sucht... Doch dieses Selbstbewusstsein hält nicht allzu lange an. Die Frau, in die sich der Hombre Lobo verliebt, kann über sein Äußeres nicht hinwegsehen, egal wie oft er ihr verspricht, dass er alles für sie tun würde. Niemals könnte sie ihn so ansehen, wie sie andere Männer ansieht und dabei ist es alles, was er will.
Den Hombre Lobo überkommt die Lust auf Sex und damit kommt auch das Album richtig in Schwung. In „Tramendous Dynamite“ und „Fresh Blood“ brechen die animalischen Gelüste aus dem sensiblen Charakter. Doch werden diese beiden Songs durch den depressivsten und gefühlvollsten Song des Albums getrennt. „The Longing“ beschreibt den Abgrund einer einseitigen Liebe. Dem Hombre Lobo wird bewusst, dass sein Verlangen niemals gestillt werden wird. Doch damit ist seine Geschichte noch nicht erzählt.
„Hombre Lobo – 12 Songs Of Desire“ ist wie ein Hörbuch, nur melodiöser. Die Geschichte erzählen Eels nicht nur mit Worten, sondern auch mit ihrer Musik. Everett selbst sieht selbst ein bisschen aus wie der Hombre Lobo, denn der Bart, den er sich zu „Souljacker“ Zeiten hat stehen lassen, reicht ihm mittlerweile bis ans Schlüsselbein.