DETAILS

Interpret:
Eels

Plattentitel:
End Times

Label:
Cooperative Music / Universal

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.5 von 10

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Autor:
Dominik Knauf
Köln, 25.01.2010

PLATTENKISTE

Eels - End Times

Eels - End Times

Natürlich kommt man, nur knapp acht Monate nach der Veröffentlichung des siebten Eels-Albums „Hombre Lobo“, nicht drum herum, das neue Album „End Times“ des nun  größtenteils im Alleingang arbeitenden Mark Oliver „E“ Everett mit dem Vorgänger zu vergleichen. War „Hombre Lobo“ noch ein fiktionales Werk um den titelgebenden Wolfsmenschen und seinem Verlangen nach Liebe und Lust, so ist „End Times“ sozusagen die Fortsetzung in der realen Welt mit anderen Mitteln. In dieser harten, wirklichen Welt hat Everett vor kurzem eine schmerzliche Trennung erfahren müssen, die er nun in 14 Songs zu größtenteils akustischen Kleinoden verarbeitet.

Dabei ist es weniger Wut, die E gegenüber dieser nicht näher definierten Frau empfindet, obwohl sich die Wucht des bluesigen „Gone Man“ oder dem wild mit einem Tamburin um sich schlagenden „Unhinged“ ungehemmt entlädt. Vielmehr ist es der trotzige, melancholische Versuch, sich selbst zu beweisen, dass alles halb so schlimm ist: „I am a man in great pain over great beauty / It‘s not easy standing on my feet these days / But you know I‘m pretty sure / That I‘ve been through worse / And I‘m sure I can take the hit“ singt E wie ein durch den Ring taumelnder Boxer, den alleine der pure Überlebenswille vor dem K.O. rettet. Dazu wird die Akustische sachte angeschlagen, eine Orgel wie aus Procol Harums „A Whiter Shade Of Pale“ umgarnt den Song liebevoll aus dem Hintergrund. Dass dieses Herunterspielen der eigenen Trauer im Verlauf des Songs in einem hilflosen und existenzialistischem „I just gotta get back on my feet“ mündet, ist die große Stärke des Albums. 

E benötigt nicht viel, um seine Trauer in betörende Gewänder zu kleiden, hält die Songs transparent, indem er sich meist nur selbst dezent auf der Gitarre oder Orgel begleitet. Hier und da gibt es ein paar Streicher und Bläserarrangements, die den Songs das nötige i-Tüpfelchen verleihen. „End Times“ ist das bislang introspektivste Album in der Karriere Everetts geworden, das mit dem abgrundtiefen, verhaltenen „A Line In The Dirt“ den wohl stärksten Eels-Song der vergangenen Jahre beinhaltet: „She locked herself in the bathroom again / So I am pissing in the yard.“ Aus dem „Hombre Lobo“ ist wieder einmal ein „Lone Wolf“ geworden.


 

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