Interpret:
Dinosaur Jr.
Plattentitel:
Farm
Label:
PIAS / Rough Trade
VÖ:
22.06.2009
Punkte:
8.0 von 10
Autor:
Lasse Paulus
Düsseldorf, 22.06.2009
Wie schafft J. Mascis das bloß? Da hat der Gitarren-Virtuose mit seiner Band Dinosaur Jr. spätestens 1994 mit dem Album „Without A Sound“ seinen Zenit überschritten und kommt dann schlappe 15 Jahre später mit einem derartigen Hammer-Album zurück. Da kann einem als Fan der ersten Stunde, schon Angst und Bange werden. Vielleicht hat die Band, die seit 2005 wieder in ihrer Urbesetzung mit Lou Barlow am Bass und Murph am Schlagzeug agiert, einfach ein bisschen Zeit gebraucht, um die alte Chemie wieder herzustellen. Fakt ist aber, dass allein der Opener „Pieces“ besser ist als jedes einzelne Stück des Vorgängeralbum „Beyond“.
Natürlich kann man 2009 darüber diskutieren, ob die Welt da draußen eine Band wie Dinosaur Jr. noch braucht. Bei dem ganzen Schrott, der momentan trotz der immer wieder erwähnten Krise in der Musikindustrie auf den Markt geworfen wird, kann man den Idealismus und die Liebe, die das Trio in „Farm“ gesteckt hat, aber nicht hoch genug bewerten. Da verzeiht man der Band dann auch gerne einen fast neunminütigen Song wie „I Don't Wanna Go There“. Der wird irgendwann ein bisschen anstrengend. Aber hey, Dinosaur Jr. sind eben nicht Taking Back Sunday – zum Glück.