DETAILS

Interpret:
Detroit7

Plattentitel:
Black & White

Label:
Kastellamedia / Soulfood

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
5.5 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Dominik Knauf
Kropp, 15.03.2010

PLATTENKISTE

Detroit7 - Black & White

Detroit7 - Black & White

Auch wenn Detroit7 nicht aus der namensgebenden Motor City sondern aus Tokio stammen, verbindet sie doch mehr mit dem archaischen und polternden Punkrock der amerikanischen Großstadt als mit der grellbunten Welt der japanischen Hauptstatdt. Nicht zufällig heißt ein Song auf „Black & White“ „Stooges“. Denn genauso ungestüm und wild wie ehedem das Trio um Iggy Pop walzen Detroit7 mit ihrem Gitarren-dominierten Garagen-Punk über uns herein, so als hätten sie soeben noch mit ihren Instrumenten einen ganzen Wald gefällt.

Sängerin Tomomi Nabana fletscht sich elegant und selbstbewusst durch die 12 Holzfällerweisen des Albums, die teilweise an Frühneunziger-Grunge erinnern, teils mit stoischer Urgewalt versuchen, gemäßigte Rocksongs zu sein, was ihnen jedoch in den seltensten Fällen gelingt. Gesungen wird hierbei auf englisch und japanisch, manchmal auch beides in ein und demselben Song. Doch im Endeffekt gehen die Texte im Gitarrengewitter unter, das unerbittlich über den Hörer einbricht.

Die Songs von Detroit7 kennen keinen Rückwärtsgang, selbst ein ruhig beginnendes Stück wie „Torch Song“ endet nach gut zwei Minuten im kalkulierten Chaos aus kreisenden GItarren und fliegenden Drumsticks. So viel ungezügelte Power kann auf Albumlänge durchaus unangenehm werden, so als würde man für längere Zeit ohne Sonnenbrille in eine 60 Watt Glühbirne schauen. Die Konturen verschwimmen, man ist geblendet vor lauter Sound, Sound, Sound, der um einen herum einbricht, dass man kaum den Richard Berry-Klassiker „Louie Louie“ erkennen kann. Als man es dann doch tut, ist das Album auch schon wieder vorbei und alles um einen herum wird plötzlich dunkel.

 

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