DETAILS

Interpret:
Darwin Deez

Plattentitel:
dto.

Label:
Lucky Number / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 15.06.2010

PLATTENKISTE

Darwin Deez - dto.

Darwin Deez - dto.

Manchmal hat die Musikindustrie eine besonders lange Leitung. Bereits seit gut zwei Jahren existiert diese Platte als selbst gebastelter Papierschuber und es ist einer Reihe glücklicher Zufälle sowie langer Verhandlungen geschuldet, dass Darwin Deez sein Album nun nicht länger nur auf Tour verkaufen kann, sondern auch im regulären Handel.

Welches Potential zur Massentauglichkeit in der Musik von Darwin Deez steckt, konnte man spätestens Anfang 2009 während seiner Tour mit der New Yorker Anti-Folk-Combo Creaky Boards erahnen, im Rahmen dessen er auf kleinsten Bühnen, wie der Bochumer Goldkante seine ansteckende Gymnastikstunde abhielt. „Darwin kann einfach keinen Song ohne Hookline schreiben. Alles an ihm ist tanzbar", sagte schon damals Bandkolege Dan Costello. Wie richtig diese Behauptung ist, lässt sich nun auf „Darwin Deez" überprüfen.

Hier versammelt der Songwriter teils recht sparsam instrumentieren Indie Pop, der in aller erster Linie für Bewegung sorgen möchte. Dabei gelingen ihm leichtfüßige Hits wie „Deep Sea Divers" oder „Radar Detector" die man sich nur zu gut in den trendsicheren Clubs der Republik vorstellen kann. Es ist kein Wunder und schön zu sehen, dass Darwin Deez in diesem Jahr einige Gelegenheiten bekommen wird, seine potentiellen Lieblingslieder auch unters Volk zu bringen. So tritt er nicht nur beim Melt-Festival auf, sondern wird auf einer Solo-Tour hierzulande von Molotov über Atomic Cafe bis Gebäude 9 in klangvollen Locations gastieren.

Darwin Deez selbst beschreibt seinen Stil als Mischung aus Michael Jackson und der Indie-Rock-Band Dismemberment Plan, ich behaupte, Fans von Whitest Boy Alive und Phoenix werden ihn lieben. Auch wenn man dem Album anmerkt, dass es womöglich schon im nächsten Jahr aufgrund seiner leicht plakativen Eingängigkeit in Vergessenheit geraten sein könnte, ist diesem Meister des Offbeat alles Gute für den Sommer 2010 zu wünschen.

Video: „Radar Detector"


 

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