Interpret:
CSS
Plattentitel:
Donkey
Label:
Sub Pop / Cargo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 08.09.2008
Sie wollten mit uns zu Death From Above Liebe machen und feierten so manche Nacht. CSS gehören zu den Entdeckungen der letzten Jahre. Packende Liveshows und eine Reihe zwingend tanzbarer Hits haben dafür gesorgt, dass ein neues Album sehnlich erwartet wird. Nun ist es also da und hört auf den schlichten Namen „Donkey.“ Na dann mal keine Zeit verschwendet und rein in den Spieler, das Ding.
Hoppla, was ist das denn? Die ersten 30 Sekunden und es klingt doch tatsächlich wie eine Rockband. Dann setzt der Synthie ein und es ertönt diese Stimme, die man einfach wieder erkennen muss. Love Foxxx treibt den Opener „Jaher Yoga“ voran mit wackelndem Sprechgesang, während die Band deutlicher als noch auf dem Debüt ihre Punkrock-Wurzel offenbart. Daneben ist es vor allem eine ordentliche Portion 80er, die den neuen Klang der Band anreichert. Deutlich wird dies im anschließenden „Rat Is Dead (Rage)“ und nicht nur bei diesem Lied muss man zeitweise an Blondie oder Siouxsie & The Banshees denken.
Doch mit dem folgenden „Let`s Reggae All Night“ wird klar, diese Musik spielt noch immer gerne in der Electro Disco. Über einen zuckenden Plastikbeat fordern die Brasilianer zum gemütlichen Tanzen auf. Dass „Move“, eine potentielle Single, ebenfalls als Kommando verstanden werden muss, ist klar. Allerdings zeigen sich CSS nun deutlich häufiger nachdenklich, wie das raumgreifende „Left Behind“ zeigt. Frohen Mutes und eingängig erscheint darauf „Beautiful Song“, bei dem einige künstliche Geigen zur Steigerung der guten Laune beitragen. „How I Became Paranoid“ klingt eher nach Aufbruch denn nach Beichte und auch der Rausschmeißer „Air Painter“ gibt sich romantisch und zelebriert einen positiven Pop, der Abschied soll nicht zu schmerzvoll sein.
Es hat sich einiges getan. Die neuen Stücke geben deutlich weniger auf die 12, probieren sich in neuen Spielarten aus. So klingen CSS hier stellenweise beinahe ein wenig nach einer elektronisch unterstützten Version von Tegan & Sara, wie man das nun bewertet, bleibt jedem selbst überlassen. Entwicklung hat auf jeden Fall stattgefunden, ein Repertoire wurde erweitert und das allein ist bereits ein gutes Zeichen. Auch wenn man Hits wie auf dem Vorgänger vermisst, spielt „Donkey“ in Sachen Indie Disco in diesem Jahr auf den vorderen Plätzen mit.