Interpret:
Chris Isaak
Plattentitel:
Beyond The Sun
Label:
Rhino / Warner
VÖ:
20.01.2012
Punkte:
5.0 von 10
Autor:
Dominik Knauf
Köln, 18.01.2012
Es ist nun nicht gerade ein überraschendes, gar schockierendes Geständnis: Chris Isaak liebt die Musik, die in den Fünfzigern in den legendären Sun-Studios von Legenden wie Elvis, Johnny Cash oder Jerry Lee Lewis aufgenommen wurde. Die Songs begleiten ihn bereits sein ganzes Leben, so schreibt der große Sänger, der sich mit „Wicked Game“ Ende der Achtziger selbst in die Annalen der Musikgeschichte sang, in den Liner Notes zu seinem neuen Album „Beyond The Sun“.
Wie es der Titel bereits vermuten lässt, hat Isaak ein Album voll alter Sun-Klassiker aufgenommen, das nicht nur als Hommage an die großen Meister gedacht ist – nein, Isaak erklärt die Songs zum Ursprungsquell seiner eigenen Karriere. Ohne Sun Records demnach kein „Wicked Game“, lautet die einfache Gleichung. Dass es sich bei „Beyond The Sun“ tatsächlich um eine Herzensangelegenheit Isaaks handelt, kann man den 19 Songs anhören. Isaak schmachtet sich mit großem stimmlichen Gefühlsbombast durch „Can‘t Help Falling In Love“, gibt den aufmüpfigen Rock´n Roller in „Great Balls Of Fire“ und verleiht Johnny Cashs „Ring Of Fire“ einen gehörigen Mariachi-Rummel-Anstrich.
Obwohl Chris Isaak mit seiner einschmeichelnden und wandelbaren Stimme wie aus einem typischen amerikanischen 50‘s-Diner entsprungen zu sein scheint, kann er den Vergleichen mit den Originalen nur bedingt standhalten. Das liegt zum Einen am Bekanntheitsgrad der hier ausgewählten Songs, die förmlich zu Quervergleichen einlädt, in denen Isaak meist den Kürzeren zieht. Da Isaak auf der anderen Seite mit der Detailtreue eines Modellbastlers die Songs nahezu originalgetreu umsetzt, fehlt ihnen auch der Überraschungsmoment. Chris Isaak ist zweifelsohne ein begnadeter Sänger und die Songs aus den Sun Studios sind unbestritten legendäre Klassiker, aber das wussten wir eben auch schon vor diesem Album.