DETAILS

Interpret:
Canyons

Plattentitel:
Keep Your Dreams

Label:
Modular / Rough Trade

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
6.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Isabel Parzich
Wuppertal, 08.02.2012

PLATTENKISTE

Canyons - Keep Your Dreams

Canyons - Keep Your Dreams

Überraschungsmomente. Sie lauern überall, in den meisten Fällen sind sie verhasst, weil sie irgendeine negative Konsequenz mit sich bringen. Anders verhält es sich beim Debütalbum „Keep Your Dreams“ des australischen Duos Canyons. Der Albumtitel erinnerte zunächst an einen dieser saudummen Postkartensprüche und schreckte auf Anhieb eher ab. Auch das Cover stellt zwar einen Bezug zum Bandnamen her, ist aber auch genauso nichtssagend. Doch sollte es bei diesen Plattitüden bleiben.

Leo Thomson, 50% der Canyons bemerkte es ganz treffend „If I tried to listen to an album with 10 dance songs, I’d be pretty bored by the third track.“ Ein gewisser Abwechselungsreichtum innerhalb der Grenzen der eigenen Authentizität ist sicherlich nicht verkehrt, bleibt abzuwarten, wie Thomson und Kollege Ryan Grieve die Langeweile bekämpfen.

Zunächst ist festzuhalten, dass die Canyons mehr wie eine Band denn ein Produzententandem klingen. „Under A Blue Sky“ - die erste Nummer nach dem Intro – schickt seine Hörer direkt in die Popkultur der 80er. Wildes Saxophone-Spiel trifft auf Slap-Bass, schrille Synthies, 1980er-Samples und non-elektronische Perkussion. Coole Nummer vs. absoluter Kitsch, meine Meinung bleibt divergent. Der nächste Track hingegen – „My Rescue“ – mutiert bereits nach dem ersten Hören zum Liebling. Fast ein wenig krautig anmutend um am Ende aber doch eine lupenreine Popnummer zu werden frisst er sich in mein Gehirn und lässt mich in Gedanken durch die Wohnung tanzen. Was folgt changiert zwischen Ambient House und New Wave, Chicago House („See Blind Through“) und seichtem Rock („Tonight“). Hier und da blitzen die Chemical Brothers auf, dort M83, an anderer Stelle Toto oder die Dire Straits. Zwischen echten Perlen finden sich absolut überladene Nummern und eines ist dieses Album gewiss nicht: langweilig.

Dennoch würde ich mir wünschen, dass Folgeproduktionen weniger überladen daher kämen und ein bisschen weniger in der 80er Schublade gekramt werden würde.

Video: „My Rescue“


 

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