DETAILS

Interpret:
Broken Bells

Plattentitel:
dto.

Label:
Columbia / Sony

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
7.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Michael Weber
Köln, 15.03.2010

PLATTENKISTE

Broken Bells - dto.

Broken Bells - dto.

Jeder will ihn haben. Aber nur wenige bekommen ihn. Die Rede ist hier natürlich vom Starproduzenten Danger Mouse aka Brian Burton, der in den letzten Jahren für sehr viel Aufsehen in der Musiklandschaft gesorgt hat. „The Grey Album“, „Dark Night Of The Soul“, Dangerdoom, Gnarls Barkley, The Good, The Bad And The Queen, Gorillaz, Beck, Joker's Daughter, The Rapture oder Sparkelhorse sind nur ein paar Alben und Interpreten, mit denen das Multitalent in den letzten Jahres zu tun hatte. Jedes neue Projekt von ihm wird begeistert abgefeiert. Zugegeben, bei so manchen war dies ja auch nicht ganz unbegründet. Mit Broken Bells steht jetzt das nächste Projekt in den Startlöchern.

Auch dieses Mal geht Burton den Weg einer organisch-warmen Produktion, die mit seinen Anfängen als HipHop-Produzent nur noch durch die hier zu hörenden Beats etwas zu tun hat. Gemeinsam mit James Russell von The Shins, die bekanntermaßen nicht minder erfolgreich als Danger Mouse sind. Die beiden haben sich wohl irgendwo Backstage nach einem Konzert getroffen, um dann gemeinsam zu beschließen, eine Band zu gründen.

So ist Burton auf dem gleichnamigen Album etwa nicht nur als Produzent vertreten, er saß für die zehn Songs an Orgel, Schlagzeug, Klavier, Synthesizer und Bass, während Mercer in shinsscher Manier Gesang, Gitarren und den Bass übernommen hat. Auf diese Weise haben die beiden ein Album aufgenommen, dass sich irgendwo zwischen Pop, Folk, Singer/Songwriter und einem Hauch von HipHop bewegt. Gerade in der lässigen Eröffnungsnummer „The High Road“ wehen einem die besagten Stile und Genres um die Ohren. Aber auch das sachte inszenierte „Your Head Is On Fire“ schlängelt sich durch den stilistischen Salat. Allerdings machen Burton und Mercer dabei immer eine gute Figur. Aus dem Rahmen fallen sie niemals unangebracht.

Was folgt ist ein Song der so unverkennbar an Santogolds „L.E.S Artistes“ erinnert. Der Beat und das Arrangement von „The Ghost Inside“ können nur eine bewusste Anspielung der beiden auf die vor knapp zwei Jahren als Pop-Prinzessin gefeierte Interpretin sein. Besonders Mercer, der seine Stimme in diesem Song auffällig hoch einsetzt, schon fast quäckt, scheint ein Fan von ihr zu sein. Bei allen Anlehnungen und Verweisen, ist „Broken Bells“ aber, wie schon im Zusammenhang mit „The High Road“ beschrieben, ein wirklich lässiges Album geworden, dass bei Kerzenschein und einer Flasche Wein seine Wirkung nicht verfehlen wird. Und auch wenn Mercer in „Trap Doors“ in geweisser Weise wie Fred Durst und „Citizen“ wie eine Air-B-Seite zum Film „The Virgin Suicides“ klingt, tut das der Sache kaum einen Abbruch. Schade ist nur, dass die Initialzündung der Platte und eine antreibende Nummer wie „The Mail And Misery“ lange auf sich warten lässt. Etwas mehr Drang, wenn ich bitten darf.

Video: „The High Road“

Broken Bells - The High Road from Phunk Promotion on Vimeo.


 

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