Interpret:
Bondage Fairies
Plattentitel:
dto.
Label:
Audiolith
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Lisa Bertram
Köln, 01.02.2012
Bondage Fairies kommen aus Schweden und tragen Masken. Sie machen jedoch keinen dubiosen Metal, sondern Elektro mit einer Prise Dance und Pop, wie man das vom Label Audiolith so gewohnt ist. Das selbstbetitelte Album ist bereits die dritte Platte des Duos oder besser gesagt Quartetts, denn mit dieser Platte konnte die Mitgliederzahl der Band verdoppelt werden. Aber lässt man doch die Musik sprechen. In „Clone“ trifft verträumter Gesang auf 8Bit-Musik. Auch wenn es durchweg so klingt, als hätte der Gameboy die meiste Musik ausgespuckt, sind die Melodien dahinter sehr poppig, hier kommt wahrscheinlich der schwedische Einfluss durch. „Fantasy Outfit“ wäre ohne die Synthies mit seinen „Ohh Ohh“s ein perfekter Indie-Rock-Track gewesen. Die ausgefeilten Melodien bleiben hinter dem Videospiel-Sound zurück. Bei „Twenty Twelve“ hat man Shoegaze, Dream-Pop und wieder den Gameboy in einen großen Topf geworfen und alles schön miteinander vermengt. Für Fans von 8Bit sicher ein gefundenes Fressen.
„1-0“ ist ein Song, dem der Sound gut steht. Energisch und tanzbar geht er geradewegs nach Vorne. Es pfeift, es piept und wenn man es sehen könnte, würde es blinken: „Aachen von Essen“ ist Nerd-Pop pur. Vielleicht hätte sich die Band mit ihren Songs für den nächsten Super Mario-Sound an Koji Kondo wenden sollen. „Morphine“ ist ein melodischer Track, zu dem die totale Digitalisierung noch ganz gut passt. „I'm To Her What She Used To Be Me“ ist ein energisches Instrumental-Gitarrenstück, das eine Prise Star Trek verpasst bekommen hat. Das melancholisch-poppige „Shocked But Not Surprised“ und das rockige „Star Signs“ sind sehr gelungene Songs, bei dem der 8Bit-Sound kunstvoll und wohl dosiert eingesetzt wurde. Wenn man das mal bei den anderen Tracks gemacht hätte...
Songwriter und Sänger Elvis Creep hat ein Händchen für Melodien, doch sind diese in den meisten Stücken kaum noch zu erkennen. Zu oft ist der Videospiel-Sound auf das musikalische Gerüst geklatscht worden, was auch eine gewisse Beliebigkeit mit sich gebracht hat: Viele Songs klingen dadurch zu gleich.
Video: „1-0“