DETAILS

Interpret:
Best Coast

Plattentitel:
Crazy For You

Label:
Wichita / Cooperative Music / Universal

VÖ:
bereits erschienen

Punkte:
8.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 23.08.2010

PLATTENKISTE

Best Coast - Crazy For You

Best Coast - Crazy For You

Welcome to the sunshine state. Bethany Cosentino und Bobb Bruno vertonen den Geist ihrer Heimat Kalifornien. Das Best-Coast-Debüt „Crazy For You“ schreit nach Sonne, Freundschaft und sorglos verjubelten Tagen im Freien.

Dieses Duo spielt Zitatpop der Extraklasse. „Sitting all alone at home/ and waiting, waiting, waiting, waiting by the phone“, das klingt nach Teenagerliebe und Autokino. Best Coast besingen die Themen, denen sich vor knapp 50 Jahren Gruppen wie die Shangri-Las, Ronettes oder Crystals widmeten und deren Texte stets unbeleckter klangen, als die Musiker dahinter waren. Pop ist oft Auslegungssache und so darf man Lieder wie das eingangs zitierte „Boyfriend“ gerne naiv oder verspielt nennen. Man kann sich jedoch auch einfach packen lassen, von Melodien, die so eingängig sind, dass es schwer fällt, keinen Ohrwurm zu bekommen. Aber woher kommt nur diese Ahnung, dass Best-Coast-Konzerte wohl hauptsächlich von Männern zwischen Ende 20 und Anfang 30 besucht werden?

Wie schon erwähnt, zitieren Best Coast sehr gekonnt und stricken aus 60er Girl Group Pop, Surf und knarzendem Twee einen neuen Lieblingspullover. Stücke wie „The End“ ooder „Bratty B“ zelebrieren eine melancholische, unschuldig wirkende Romantik, die Steine zum Schmelzen bringen kann.

Einerseits mag es löblich sein, bei einem Album nicht einfach die frühen Singles zu versammeln, im Fall von „When I’m With You“ ist es jedoch schon sehr schade, dass der Übersong weiterhin nur auf der längst vergriffenen 7" Inch erhältlich ist. Neben Hits wie „Crazy For You“ hätte das Stück auch auf der LP eine hervorragende Figur abgegeben. Doch trauere man nicht vergangenen Glanzlichtern nach, sondern erfreue sich lieber an rumpelnden Kleinoden wie „Happy“ oder „Each And Everyday“.

Man kann nur hoffen, dass diese Liebesgeschichte noch lange nicht am Ende ist und sich die Eingängigkeit der Songs nicht in wenigen Monaten als Haken herausstellt. Allerdings darf man in dieser Frage gerne Optimist sein. Freunde von Wavves, The School oder Pains Of Being Pure At Heart schreiben sich jetzt bitte den Bandnamen ab und malen ein kleines Herzchen drum.


 

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