Interpret:
Ben Lee
Plattentitel:
The Rebirth Of Venus
Label:
New West / Blue Rose
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
7.0 von 10
Autor:
Matthias Dersch
Essen, 30.03.2009
Die Altersmarke 30 erfüllt die meisten Menschen - Frauen wie Männer - mit Schrecken. Schon der Gedanke daran verursacht bei den zartbesaiteteren Zeitgenossen Depressionen, während die weniger sorgenvollen Vertreter mit Ende 20 einfach noch mal eine Schippe drauflegen - getreu dem Motto: Live hard, die young!
Ben Lee hat diese Dramatik schon hinter sich. Der Australier hat sich für die ruhige Variante entschieden, geheiratet und einfach so weitergemacht wie vorher, also Gitarre gespielt, Songs geschrieben und seiner Tochter vorgesungen. Herausgekommen ist dabei seine mittlerweile siebte Platte: „The Rebirth Of Venus“. Wie es der Titel schon vermuten lässt, dreht sich in den 13 Stücken, die gewohnt fröhlich und poppig geraten sind, alles um das schöne Geschlecht - und das kann durchaus auch mal ein „Boy With A Barbie“ oder „Yoko Ono“ sein...
Das Anliegen, sich voll und ganz den Frauen zu widmen, war für Lee ein politisches - und so legte er diesmal verstärkt Wert auf die Texte, die eben nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern in diesem Falle essentiell sind. In der blumigen Verpackung von mal ruhigen, mal tanzbareren Popsongs schneidet Lee dann auch schon mal ernste Themen an - und spendet einen Teil der Einnahmen der Organisation FINCA, die sich um Mikrokredite für Frauen in der so genannten Dritten Welt engagiert.
Klingt nach dem idealen Geschenk von Gutmenschen für Gutmenschen? So falsch ist das sicher nicht, aber besser als Ganga-Rap ist Lees melodischer Gegenentwurf allemal. Das Reinhören lohnt sich also - auch für Leute, die den ähnlich gelagerten Jack Johnson und seine Konsorten eigentlich nicht mehr hören können.