DETAILS

Interpret:
Babybird

Plattentitel:
The Pleasures Of Self Destruction

Label:
Unison Music / Al!ve

VÖ:
06.11.2011

Punkte:
8.0 von 10

Weiterführende Links:

Autor:
Isabel Parzich
Wuppertal, 02.11.2011

PLATTENKISTE

Babybird - The Pleasures Of Self Destruction

Babybird - The Pleasures Of Self Destruction

Suzi Quatro läutete 2006 ihr Album „Back To The Drive“, für welches sie sich im Übrigen tatsächlich etliche Jahre Zeit ließ, mit den dahingeröhrten Worten „I’m Back“ ein. Das ist mir deshalb im Gedächtnis geblieben, weil ich ziemlich peinlich berührt war. Der interessierte Leser wird sich nun aber gewiss fragen, was Suzi Quatro mit den Brit-Rockern Babybird zu tun hat. Richtig: nichts! Dennoch war mein erster Gedanke, nachdem ich das neue Album der Band um Stephen Jones gehört habe: „He’s back!“

Dabei war Jones nie wirklich verschwunden. So brachten Babybird noch im letzten Jahr das eher mittelmäßige Album „Ex-Maniac“ auf den Markt und Jones selbst wirkte bei diversen musikalischen Projekten mit. Aber nichts konnte dem fulminanten 96er Album „Ugly Beautiful“ das Wasser reichen. So legte ich die CD vor dem ersten Hören etwas lustlos und ohne große Erwartungen in die Lade, dennoch gespannt, was nun kommen möge.

Das Cover zeigt Stephen Jones mit einer „Finger-an-der-Schläfe-Headshot-Pose“, das Album trägt den Titel „The Pleasures Of Self-Destruction“. Es ist kein Geheimnis, dass Jones an Depressionen leidet, stellt sich hier nun die Frage, ob wir es mit einer gesunden Portion Selbstironie oder Aufarbeitung zu tun haben oder ob dieses Album einen Abgesang darstellen soll.

Nach dem fünften Hördurchgang stelle ich erleichtert fest, dass es sich hier keineswegs um einen Abgesang handelt, sondern um große Songwriterkunst, ironische Texte und perfekte Arrangements. So sticht besonders der „Liebesblock“ hervor: „I Love Her“ eine Liebeserklärung an seine Tochter, „Not Love“, über unaufrichtige Gefühle und eine Hommage an den hervorragenden Film 500 Days Of Summer und „Can’t Love You Anymore“, eine Dichotomie. „Not Love“ weist besonderes Hitpotential vor und kann dabei sowohl U2 als auch Bowie oder The Smiths-Hörer begeistern. Das nächste Highlight ist der düster rockende Track „I’m Not A Killer“, vorangetrieben von einer satten Basslinie und energetischem Bläserspiel. Und nicht selten möchte man Jones Gesangslinie „I’m not a killer / But I could kill“ zustimmen. Man mag den Songs einen gewissen Kitsch und gewiss auch eine Massentauglichkeit nachsagen ( „A Little More Each Day“), Jones rettet sich jedoch immer durch brillante, ironische und sowohl sozial- als auch selbstkritische Texte aus der Affaire („www.song“, „Song For The Functioning Alcoholic“). Die Freuden der Selbstzerstörung eben.

Kurzum: Das neue Album der Creep-Rocker ist in jedem Fall einen Hörversuch wert, oder zwei, oder drei...

Stream: „I Love Her“

Babybird - I Love Her by badpagesdk


 

Freunde

 
 
 
 

Wir Präsentieren:

 
 
 

Prunkstücke