Interpret:
Archie Bronson Outfit
Plattentitel:
Coconut
Label:
Domino / Indigo
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.5 von 10
Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 29.03.2010
Mit manchen Namen rechnet man nicht mehr. Die Briten Archie Bronson Outfit rufen sich jetzt wieder ins Gedächtnis. Vier Jahre sind vergangen, seit ich der Band anlässlich des dezent unausgereiften, aber spannenden, energiegeladenen Debütalbums „Derdang Derdang" das Potential zu fruchtbarer Entwicklung attestierte. Wenn mit „Coconut" nun Album Nummer drei ins Haus trudelt, fällt rasch auf, dass es wohl nicht zu schlimm war, dass ich das Zweitwerk in der Zwischenzeit glatt übersehen zu haben.
Im Presse-Info liest man von einem „Dschungel musikalischer Visionen" und muss leider ergänzen, dass sich die Band auch 2010 so manches mal im Dickicht verirrt. Mutig werden da einerseits eher selten zitierte Referenzen wie die Stranglers oder Boomtown Rats angeführt, blitzt bei Songs wie „Hoola" oder „Chunk" der ganze 80er-Art-Pop-Irrsin auf. Andererseits hagelt es bei „Magnetic Warrior" oder „Wild Strawberries" Feedback und die mächtigen Gitarren hinterlassen große Fragezeichen. Interessant, aber ebenso leicht unzusammenhängend in die Mitte des Albums gedrückt ist „A Right To A Mountain Life", bei dem Morricone auf Black Sabbath trifft.
Archie Bronson Outfit verlieren sich ein wenig auf dem Weg zu einem vermeintlich neuen, postmodernen Klang. „Coconut" ist ein bunter, handgeknüpfter Flickenteppich, dessen Farbgebung allerdings manchmal im Auge brennt.