Interpret:
Anna Ternheim
Plattentitel:
Leaving On A Mayday
Label:
Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
6.5 von 10
Autor:
Matthias Dersch
Essen, 23.02.2009
Drei Jahre lang war es ruhig geworden um Anna Ternheim. Und wie es scheint, ist in diesen 36 Monaten, die zwischen „Seperation Road“, dem letzten Album der Schwedin, und dem neuen Werk „Leaving On A Mayday“ einiges passiert.
Wandelte Ternheim auf ihren ersten beiden Alben, ihr Debüt „Somebody Outside“ erschien 2004, noch auf den nordisch-kühlen Pfaden zwischen Jazz, Folk und Blues, hat sie sich 2009 dem Pop zugewandt. Doch keine Angst, man wird die Stücke dennoch mit Sicherheit nicht in einschlägigen TV-Produktionen zu hören bekommen. Denn Björn Yttling, ein Teil von Peter, Björn und John und seit längerem auch auf dem Produzenten-Stuhl gefragt, verpasste Ternheim, die inzwischen nicht mehr in Schweden, sondern in New York lebt, ein neues Klang-Korsett, das zwar deutlich wärmer ist, als das vorige - zur Schmuse-Prinzessin wird Ternheim jedoch glücklicherweise nicht.
Im Zentrum der zehn neuen Stücke steht ihre wunderbare Stimme, zunächst begleitet von Yttling-typischen Percussion-Sequenzen und Streichern, nachher - auf der zweiten Seite - von akustischer Gitarre. Das klingt wie aus einem Guss, und kann auch durch „Losing You“, einem (gelungenen) Ausflug in Richtung Hitsingle, nicht gestört werden. Der Weg zu einem größeren Publikum dürfte Ternheim mit „Leaving On A Mayday“ endgültig geebnet sein. Dass sie dabei ihre Wurzeln nicht vergaß und die Hürde des dritten Albums scheinbar spielerisch überspringen konnte, ist ihr hoch anzurechnen. Sie hat bewiesen, dass sie das ist, was man schon lange vermuten konnte: eine große Künstlerin mit enormen Potenzial.