Interpret:
Amanda Blank
Plattentitel:
I Love You
Label:
Cooperative Music / Universal
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
8.0 von 10
Autor:
Renate Bichert
Remscheid, 10.08.2009
Okay, Rap und Electro zu mischen ist nicht gerade die neueste Idee, und selbst wenn man etwas R’n’B dazugibt, wird es nicht innovativer. Doch Amanda Blank ist mit ihrem Debüt „I Love You“ den anderen Electro-Rappern trotzdem einen Schritt voraus. Sie nutzt die einzelnen Genres, um ihre Musik zu perfektionieren, nicht ihre Musik um die Anforderungen der Genres zu erfüllen.
Es erinnert schon sehr stark an Peaches, wenn Amanda Blank schamlose Texte über einen flotten Electrobeat rappt. Ein anderer Song klingt nach Lady Gaga und der nächste nach einem R’n’B-Lovesong (nur mit wesentlich besseren Texten und ohne pseudoromantisches Gesülze). Das alles fällt ziemlich stark auf, Amanda Blank hat sich auch nicht wirklich viel Mühe gegeben, das zu verstecken. Trotzdem muss man sich das Album noch ein viertes und fünftes Mal anhören. Amanda Blank hat nun mal richtig gut geklaut und ihre Beute clever vereilt. Sie ist so dreist, sich einfach das zu nehmen, was sie braucht, um daraus die Musik zu basteln, die sie will. Diese Unverschämtheit zeigt sie auch in ihren Texten, in denen sie sich als stolze Schlampe präsentiert.
Einerseits glorifiziert Amanda Blank den promiskuitiven Lebensstil und stellt sich selbst als eine unabhängige Frau dar, die weiß, was sie will und das auch bekommt. Andererseits zeigt sie auch die Schattenseiten auf. In „A Love Song“ beichtet sie, dass sie eigentlich Liebe braucht, doch nachdem sie schon mit so vielen Männern gespielt hat und so oft vor der Liebe weggelaufen ist, traut sie sich gar nicht mehr zu, richtig zu lieben. Aber Moment mal...das ist ja auch geklaut, von LL Cool Js „I Need Love“. Na gut, sagen wir einfach, es ist gecovert.
Doch zurück zu den Partytracks und den schönen Seiten am Schlampendasein. Viele Songs von „I Love You“ passen sowohl zu Electro- als auch zu Black-Music- und HipHop-Partys. Generell ist das Album größtenteils ein Partyalbum. Die Songs sind Ohrwürmer und haben eine sexy Aura, die mitreißt und zum Tanzen verführt. Manchmal tut etwas weniger political correctness der Musik einfach gut und ein gut geklauter Song klingt besser als jedes noch so kreative Experiment.