Interpret:
Alarma Man
Plattentitel:
Love Forever
Label:
Sinnbus / Rough Trade
VÖ:
bereits erschienen
Punkte:
5.0 von 10
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 30.08.2010
Bei ihrem Debüt wurde Terror noch mit Math-Punk übersetzt. Der Nachfolger von Alarma Man heißt „Love Forever“ und dennoch geht es hier nicht gerade seicht und schunkelnd zu. Denn, unkontrollierte Ausbrüche von vergangenen Tagen sind auf ihrem neuen Album zu gebündelten Hieben geworden, die direkt in den Kopf einschlagen.
Das Quintett aus Göteborg hat wohl auf ihrem zweiten Album den Sound gefunden. Alarma Man haben ihre Quintessenz verschoben und ihre Orientierung justiert. Es geht mit bretternden Drums und verstärkten Gitarren-Riffs ganze drei Minuten voran, ohne das vermeintlich etwas passiert. Die Chöre bringen einen Hauch Ordnung und Struktur in die statische Wucht aus Instrumenten. Anstatt ihren explosiven Math-Punk in die Länge zu strecken, wird eben alles komprimierter und dann doch vielschichtiger. Plötzlich hört man da ein Klirren, dort ein Fiepen, neben dem ganzen Wumms. Der Opener „Pitch Grammar“ bleibt gesangslos und mündet ohne Widerrede in das monotone „Electric Flag“, das hier und da ein wenig an die Tristesse von Joy Division erinnert. Lediglich die etwas unbeholfene Stimme stößt einem etwas bitter auf.
Die Experimentierfreude mit den Standards lässt „Love Forever“ zu einer interessanten Rock-Platte werden. In der ersten Single-Auskopplung „Cabin In The Woods“ finden Bass, Schlagzeug und Gitarre neue Wege und türmen sich auf zu einer riesigen Welle, die den Hörer packt und erst hin zum Ende hin frei lässt. Das dauert bei einer knappen Spielzeit von einer halben Stunde nicht wirklich lange, dennoch hat jeder Song eine präzise Härte und trifft immer mitten ins Gesicht.
Auf „Love Forever“ haben wir nicht gewartet, aber wenn das eine der Platten ist, die eher weniger begeistert, gibt es keinen Mist mehr. Auf die Entwicklung von Alarma Man und künftige Veröffentlichungen können wir gespannt sein, bis dahin können wir uns in den Moshpit stürzen und soliden Rock feiern.
Video: „Cabin In The Woods“
Alarma Man - Cabin In The Woods from Sinnbus on Vimeo.