DETAILS

Qualitätskontrolle 2.0:
Vinyl Spezial

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 12.07.2010

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - Vinyl Spezial

Vinyl lebt! Man kann das Loblied auf dieses Medium gar nicht oft genug anstimmen. In Sachen Klang der MP3 um Längen überlegen und bei guter Behandlung langlebiger als jede CD oder DVD, ist die Schallplatte noch immer erste Wahl bei vielen Musikliebhabern. Großformatige Coverfotografie, ein leises, fast fühlbares Rauschen oder schlicht der Reiz des limitierten Formats einer Single sind es, die Anhänger des schwarzen Materials glücklich machen.

 

Wildbirds & Peacedrums

Wildbirds & Peacedrums

Ein Jahr nach der Veröffentlichung des Albums „The Snake“ beglückt Haldern Pop alle Freunde des isländischen Folk-Projektes Wildbirds & Peacedrums mit einer EP auf weißem Vinyl. Dass „Retina" auf „nur" 1600 Stück weltweit limitiert ist, dürfte weniger ein Kaufargument für die Schallplatte sein, als das sehr schöne und stimmige Artwork sowie die fünf darauf enthaltenen Lieder. Bald soll „Retina" noch eine zweite EP namens „Iris" folgen und das Gesamtpaket dann irgendwann als Doppel-CD erscheinen, doch wahre Ästheten kaufen Vinyl.

Sängerin Miriam Wallentin und Instrumentalist Andreas Werliin haben sich für die Aufnahmen zu „Retina" den Schola Cantorum Reykjavik Chamber Choir zur Unterstützung geholt und eine sehr atmosphärische Ep eingespielt. Reduzierte Percussion und vielschichtiger Gesang bestimmen die reduzierten Songs, hüllen den Raum in dunkel schimmernde Farbtöne und lassen Stimmen durch die Nacht geistern. Dies ist Kopfhörermusik für Freunde von Fever Ray oder Björk.

Punkte: 7,0 von 10


Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

Weiterführende Links:
Offizielle Homepage
MySpace des Labels

Francis International Airport

Francis International Airport

Als Vorgeschmack auf das im Herbst erscheinende Album und sicher auch als Herzensangelegenheit, veröffentlichen Siluh Records eine Single von Francis International Airport auf Vinyl. Das Wiener Label, dem wir in jüngerer Vergangenheit schon Spannendes wie Killed By 9V Batteries oder Gary zu verdanken haben, ist schwer aktiv, die östereichische Musikszene außerhalb ihrer Heimatgrenzen zu promoten. Gut, wenn man Bands wie Francis International Airport im Stall hat.

„Monsters" ist vielleicht minimal zu lang für die Indie-Disco, aber sicher bestens verträglich auf dem Weg zur Uni. So klingt gut gemachter Indie Rock, der sich nicht zu sehr in Gedanken verliert, ohne jedoch den Kopf völlig abzuschalten. Ein euphorischer Chorus und der ein oder andere Blick auf die Schue runden das stimmige Gesamtbild ab und machen das Stück zu einer passablen A-Seite. Das Gegenstück gibt sich zurückgelehnt und entspannt. „Feet Of Clay" groovt dezent, punktet mit einem mehrstimmigen Background-Chor und Schunkelfaktor. Bei solchen Songs, die weder zu stumpf noch zu nerdy sind, käme man nie drauf, dass sich Francis International Airport ausgerechnet nach einem Flughafen im Videospiel „Grand Theft Auto" benannt haben.

Punkte: 6,0 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

Weiterführende Links:
MySpace
Offizielle Homepage des Labels

Faust

Faust

Krautrock ist ein Thema, dass sich stetig steigend und völlig zu Recht einer gewissen Beliebtheit erfreut. Waren es vor wenigen Jahren Can, die durch Mars Volta und co. ins Gespräch gebracht wurden, so sind Faust aktuell so etwas wie das Beispiel der Saison. So erschienen nicht nur die ersten beiden Alben der Band unlängst neu, mit der DVD „Faust Live At Klangbad Festival" widmete Play Loud, die bereits durch die wunderbare Monks-Doku von sich reden machten, den immer noch aktiven Urgesteinen einen eigenen Konzertfilm und zudem noch die Re-Issue der einzigen Faust-Single.

Die beiden Stücke wurden eigens für diese Wiederveröffentlichung von Faust-Organist und Klangbad-Gründer Hans Joachim Irmler entstaubt und gemastert, so dass die Musik auch knappe 40 Jahre nach dem ursrpünglichen Erscheinen nichts von ihrer beinahe hypnotischen Sogwirkung verliert. Die A-Seite „So Far" spielt über vier Minuten mit einer auif Wiederholung gestützen minimalen Variation des Themas, wobei Schellenkränze und Percussion völlige Freiheit erhalten. „It's A Bit Of Paine" dagegen liefert übereinander geschichtete Vocals und eine eigentlich zarte Melodie, die immer wieder von brummenden Dissonanzen und knarzigen Gitarren gebrochen wird.Eine Veröffentlichung von Liebhabern für Liebhaber.

Punkte: keine Wertung

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

Weiterführende Links:
Offizielle Homepage
Offizielle Homepage des Labels

 

Freunde

 
 
 
 

Wir Präsentieren:

 
 
 
 

Prunkstücke