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Qualitätskontrolle 2.0:
Tanzmusik

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 23.02.2009

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - Tanzmusik

Der Frühling naht und es wird auch höchste Zeit. Immer öfter konnte man in jüngster Vergangenheit Menschen beobachten, deren Gliedmaßen sich unkontrolliert in spontanen Zuckungen Luft verschafften. Genug in der Stube gehockt, das Tanzbein will schwingen, Energien wollen fließen. Passend dazu, widmet sich die aktuelle Qualitätskontrolle dem Thema „Tanzmusik“ und betrachtet drei Singles, die man im Moment oder vielleicht bald auch in deinem Club hören wird.  Besingen Werle & Stankowski mit „Cologne“ dabei unser aller Lieblingsgroßdorf, so stammen Malk direkt von dort. Außerdem schnuppern wir ein bisschen Kirmesluft mit Akustikrauschs „Diskoschlampe“.

 

Werle & Stankowski

Werle & Stankowski

Werle & Stankowski melden sich zurück. So manch einer mag sich gefragt haben, wann es denn endlich Nachschub vom dynamischen Duo gibt. Mit „Cologne“ erhalten Fans und Freundinnen nun eine ganz besonders feine Veröffentlichung, handelt es sich bei der vier Titel umfassenden EP doch um eine schicke Picture Disc auf 12 Inch, die zudem noch auf 500 Stück limitiert ist. So was erfreut besonders das Sammlerherz. Doch zum optisch ansprechenden Staubfänger wird „Cologne“ sicher nicht verkommen, ist doch der Titeltrack, der außerdem in drei zumeist basslastigen, Tanzboden-kompatiblen Remixes von Saint Pauli bis Ian Duck enthalten ist, eine Hymne für die heimliche (Sub-)Kulturhauptstadt. „Your nights destroy my days“, das kennt man. Werle & Stankowski gelingt damit die enorm geschmeidige „Viva Colonia“-Variante für alle rheinischen Hippster, Wannabes und sonstige Teilzeit-Metropolen-Flüchtlinge. Einen Extra-Punkt gibt es für die wirklich ausgesprochen schöne Aufmachung.

Punkte: 8,0 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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Akustikrausch

Akustikrausch

„Sie ist ne Diskoschlampe / sie ist ne geile Sau“, das kann man mitgrölen, egal bei welchem Pegel. Akustikrausch wollen dahin, wo die Biergläser Putzeimerformat haben und man Kurze per Meter ordert. Beschrieben wird dabei vor stumpf hämmernder Bass-Kulisse und arabesken Details ein Phänomen, was sicher nicht nur im Großraumschuppen in der Eifel zu beobachten ist. Die so genannte Diskoschlampe wird, obgleich aus tiefster Überzeugung ihrer Minderwertigkeit, von den umstehenden Club-Besuchern skeptisch beäugt, dennoch so manch schmutzige Phantasie anregen. „Sie sagt niemals nie / sie gibt sich billig her / und trotzdem hast du Bock auf sie“. Der Song selbst mag in der richtigen Stimmung zwischen Deichkind und Lützenkirchen durchaus für Hände am Himmel sorgen, obgleich man immer wieder erschrocken in Deckung gehen möchte, wenn in bester Kirmes-Techno-Manier „Achtung, Achtung hier im Club / Diskoschlampen auf der Flucht“ skandiert wird. Drei Remixes und ein Video als Zugaben der Maxi braucht aber nun wirklich kein Mensch.

Punkte: 3,0 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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Malk

Malk

Letzten Sommer auf dem Electronic Beats Festival in Dortmund klang es alles noch ein wenig unausgegoren, was Malk veranstalteten. Mittlerweile hat sich einiges getan, die Kölner haben ihre guten Ansätze weiterverfolgt und dürfen mit Stolz auf eine steile Entwicklung zurückblicken, die ihnen nun eine Single auf dem neuen MP3-Label von Motor einbringt. „Bubbles“ heißt das gute Stück und erscheint - das ist der Wehrmutstropfen - nur digital. Da jedoch die meisten heutzutage ihre Musik ohnehin auch aus dem Rechner holen, sollte es kein Problem sein, dieses schöne Stück Electro unter das Volk zu bringen. Ein Duett, dezent treibende Beats hinter verträumtem Synthie-Nebel und eine gehörige Dosis Pop, fügen sich zu einem Frühlingslied zusammen. Annie oder Erlend Oye könnten solch ein Stück sicher gut zum Auflegen gebrauchen. Im Coma Remix dekonstruieren darauf Freunde ihre Freunde und machen „Bubbles“ zur reduzierten Afterhour-Nummer. Die minimalistischen Lokalmatadore erwarben sich nicht umsonst in jüngerer Vergangenheit den Ruf, einer der interessantesten Acts der Stadt zu sein. Gemeinsam mit Malk wünscht man dem neuen, elektronischen Köln alles Gute!

Punkte: 7,0 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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