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Qualitätskontrolle 2.0:
Kleinformate

Autor:
Bastian Küllenberg
Wuppertal / Düsseldorf, 14.12.2009

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - Kleinformate

Die Single ist das Herzstück der Popkultur. Begrenzung auf zwei bis maximal drei Stücke, in 7' oder 12', optimalerweise mit Doppel A und gepresst in schwarzes Vinyl. Die Maxi-CD wurde jüngst überlebt und dennoch droht Gefahr. Heutzutage verlieren viele die Liebe zum Kleinformat und scheinen ganz zu vergessen, dass reduzierte Laufzeit nicht unbedingt zu kurz gekommen zu sein bedeuten muss. Es kommt eben nicht auf die Größe des Schiffes an, sondern nur darauf, wie gut man segeln kann. In diesem Sinne widmen wir die aktuelle Qualitätskontrolle 2.0 den Kleinformaten von Mit, Aa (Big A Little A) und der Split-Single von Gossip / The Raincoats.

 

Gossip

Gossip

Vor kurzem wurde an dieser Stelle bereits ausführlich über The Monks berichtet. Beide Stücke dieser 7' Single entstammen dem Tribute-Sampler „Silver Monk Time", der analog zur Doku „Tranatlantic Feedback" veröffentlicht wurde. Hier also die besondere Würdigung einer besonderen Band durch The Raincoats und Gossip. Eine Minute 40 Sekunden Spielzeit, ein Aufschrei, dem dumpf hypnotische Beschwörungsformeln folgen. „Drunken Maria" hat so absolut garnichts mit den Gossip von „Music For Men" zu tun, dass es eine helle Freude wäre, bliebe der Song nicht leider ein wenig skizzenhaft. Die „Monk Chat"-Version der Raincoats bringt es da gar auf zwanzig Sekunden mehr, orientiert sich aber ansonsten in einem ähnlichen klanglichen Umfeld. Eine nette Ehrerbietung, zur Abrundung des großen Monk-Paketes aus dem Hause Play Loud, jedoch nicht zwingend ein Pflichtkauf. 

Punkte: 5,5 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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Mit

Mit

Bereits seit zwei Jahren munkelt es, Mit stünden kurz vor dem ganz großen Durchbruch. Einige Achtungserfolge konnte man auch durchaus verbuchen und auch wenn die flächendeckende Wahrnehmung vielleicht noch ausgeblieben ist, darf man die Band gerne als eines der Aushängeschilder des neuen Köln bezeichnen. „Rauch" erscheint jetzt einer der schroffen, zwingend tanzbaren Hits erweitert um drei Remixes im DJ-freundlichen, satt klingenden 12' Vinyl-Format, wobei die Beiträge von Shit Disco und Crystal Fighters vorrangig ein Fall für jugendliches Brachialdisco-Volk sind. Dem melodiösen Musikliebhaber sagt da schon eher die Version von Coma zu, die mit ihrer interessant reduzierten Neuformierung einmal mehr beweisen, dass auch sie zum feinsten in Sachen Elektro zählen, was die Rheinmetropole im Augenblick zu bieten hat.

Punkte: 6,5 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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Aa (Big A Little A)

Aa (Big A Little A)

Aa (Big A Little A) machen es einem nicht nur beim Buchstabieren des Bandnamens nicht gerade leicht. Mit musikalischen Sonderlingen wie Health oder TV On The Radio teilten sie bereits die Bühne und an Anhänger von außergewöhnlicheren Bands wie diesen richtet sich auch die jüngst beim kleinen Wahl-Leipziger Indie-Label Altin Village erschienene 12' Schallplatte. A- und B-Seite sind jeweils gut sieben Minuten lang, dies hier ist nicht unbedingt ein Radio Edit. Doch ins Radio wollen Aa (Big A Little A) sicher auch nicht, sonst hätten sie nicht ein so fiebriges, zischendes und pluckerndes Stück wie „Glow Wreath" in Vinyl gießen lassen. Man denkt erfreut und überrascht an Animal Collectives Livehöhepunkt „Fireworks" und ist um so begeisterter, wenn auch Seite 2, „Mossy", die Qualität bei gedrosseltem Tempo stetig oben halten kann. „Sehr interessant", mag manch einer da sagen und überfordert das Handtuch werfen. Ich sage „sehr interessant, unbedingt hören" und unterstreiche mit dickem Ausrufezeichen!

Punkte: 7,5 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

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