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Qualitätskontrolle 2.0:
4-Ohren Test zu Club 8 „The People's Records“

Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 24.05.2010

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - 4-Ohren Test zu Club 8 „The People's Records“

Karolina Komstedt und Johan Angergård sind zusammen schon eine ganze Weile unter dem Namen Club 8 unterwegs. Die beiden lernten sich 1995 bei der Band Poprace kennen und begannen kurz darauf, Demotapes mit ihren ersten Songs an Labels zu verschicken. Ihr erstes Album „Nouvelle“ veröffentlichten sie 1996 bei dem spanischen Label Siesta, mit dem zweiten feierten sie sogar schon einige Erfolge. Mit „Missing You“ hatte das Duo den Nerv der Zeit getroffen und der Song schaffte es zum Radiohit-Status in Spanien und Amerika. Zum Wechsel in die Nullerjahre verließen sie ihren Labelpartner im Süden und veröffentlichen seither beim von Johan mitgegründeten Labrador Records ihre Platten. Der aktuelle Longplayer „The People's Records“ ist nun bereits der fünfte in neun Jahren und spaltet die Crazewire-Redaktion.

 

Club 8

Club 8

Wenn es um Twee-Pop geht oder der Name Belle & Sebastian fällt, werde ich immer ganz hellhörig. Beides wird in Bezug mit dem schwedischen Duo Club 8 gebracht. Ob dieser Bezug nun so treffend ist, lassen wir mal außen vor. Fest steht, dass Club 8s neues Album „The People's Records“ steil geht, in Richtung Pop aus Schweden.

Beginnen die ersten cleanen Gitarrenakkorde zackig, setzt der Chor ein, könnte man gleich sagen: „Ja, der ZDF Fernsehgarten hat wieder angefangen und hat eine freshe spanische Boygroup eingeladen.“ Man hört die Stimme von Karolina und weiß wo der Belle-&-Sebastian-Bezug herkommt und möchte am liebsten alte Belle-&-Sebastian-Platten auspacken und hören. Doch scheinbar treiben die rhythmischen Bongotrommeln weiter zum nächsten Song. „Western Hospitality“ hat dann definitiv spätestens beim Elektro-Orgel-Solo verkackt.

Mit „Isn't that Great?“ und „Shape Up!“ verläuft es nicht grundlegend anders, nur wird deutlich, dass auf dieser Platte nicht mehr viel passiert. Poppige Strophe, radiotauglicher Refrain, nettes Orgel-Solo, auch gerne mal ein paar Trompeten und im Hintergrund immer rhythmische Percussions, das war es in groben Zügen auch auf dem ganzen Album. Hört man sich Club 8s Neue aber nur beiläufig an und versucht, nicht die Instrumentierung oder gar die Akkordabfolge rauszuhören fällt das alles gar nicht auf. Beim ersten Hördurchgang während des Kochens dachte ich sogar, dass derjenige, der mir die Platte zum Rezensieren in die Hand drückte, wieder einmal übertrieben habe, was die Belanglosigkeit angehe.

Tja, Club 8, wirklich überzeugt hast du mich nicht, aber wenn ich dich mit deiner Instrumentierung schon im Fernsehgarten sehe, du aber nicht wirklich so Mainstream bist, um tatsächlich dort zu spielen, ist das schon irgendwie ein Indiz für gute Musik.

Punkte: 4,0 von 10

Christopher Szwabczynski, Steinfeld

Weiterführende Links:
Offizielle Homepage
Offizielle Homepage des Labels

Club 8

Club 8

Schon seit einigen Jahren beweist Johan Angergård, dass „Radio" nicht zwangsläufig ein Schimpfwort sein muss. Ob mit seiner Band Acid House Kings oder eben dem Duo Club 8, stets ist der Songwriter auf der Suche nach dem perfekten und zeitlosen Pop.

Gefallen statt Gefälligkeit und von Wollen kann gar keine Rede sein. Leichtigkeit ist das Stichwort. Burt Bacharach, Andy Williams oder Brian Wilson sind Namen, an die man bei Club 8 seit jeher gerne denken darf. Die Cardigans haben mit ähnlichen Zutaten in den 90ern große Erfolge gefeiert. Aufwändig werden hier Details arrangiert, das Duo durch zahlreiche Instrumente bereichert und so ein Klang erschaffen, der in seiner absoluten Furchtlosigkeit vor zu seichten Fahrwassern geradezu mutig ist.

Club 8 erfinden sich mit dem aktuellen Album nicht neu, sondern machen das, was sie am besten können: unbeschwerte, freundliche Popmusik für Frühling und Sommer, die einfacher und simpler klingt, als sie ist. Mit „The People's Records" erhalten Freunde von Labrador Records eine Platte, die höchst sympathisch an die Frühphase des Twee-Spezialisten-Labels erinnert.

Punkte: 6,5 von 10

Bastian Küllenberg, Wuppertal / Düsseldorf

Weiterführende Links:
Offizielle Homepage
Offizielle Homepage des Labels

 

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