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Qualitätskontrolle 2.0:
0308

Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 16.06.2008

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - 0308

Qualität ist alles im Leben. Das haben auch wir schon festgestellt und uns als unser neues Motto auf die Fahne geschrieben. "Musik ist Lebensqualität" heißt es dort und diese wollen wir euch selbstverständlich auch nicht vorenthalten. Darum haben wir uns wieder in die Tiefen des World Wide Webs begeben und für euch drei heiße Acts für die heutige Ausgabe unserer Qualitätskontrolle 2.0 ausfindig gemacht. Mit dabei sind dieses mal: Jan Böttcher, Cut Copy und Apes & Androids.

 

Jan Böttcher

Jan Böttcher

International gilt: Wer etwas von sich hält lebt in der Hauptstadt Deutschlands. Gleich einer Wallfahrt zum heiligen Mekka, pilgern Künstler nach Berlin; jüngst waren es Rufus Wainwright und Keane. Doch nicht erst seit gestern lässt man sich dort von der Muse küssen. Schon David Bowie wusste sich der inspirierenden Wirkung zu bedienen. Im Œuvre verwandelt sich der Aufenthalt gar in die sogenannte "Berlin era" und wird so zu einer unverzichtbaren Phase des künstlerischen Schaffens. Vielleicht lässt sich daraus die bescheidene Formel: Berlin x Zeit = Erfolg ableiten. Das könnte man zumindest meinen, wenn man sich das Soloalbum von Jan Böttcher "Vom anderen Ende des Flures" anhört. Herr Böttcher, oder sollte man besser Herr Nilsson sagen, ist Teil des hauseigenen Labels KOOK, das sich selbst als "Texttonnetzwerk" bezeichnet und seine Wurzeln zur florierenden Kulturszene der Stadt betont.

Jan Böttcher bewegt sich in einem Kreis, in dem sich Musik und Literatur wechselseitig beeinflussen. Das schlägt sich sowohl in seinen Liedern, als auch in seinen Romanveröffentlichungen nieder. Aber weit entfernt vom schnöden Begriff wie Diskursrock oder Hamburger Schule - filigraner und mit angenehmen Jazz-Elementen. Als Gewinner des Ernst-Willner-Preis beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2007 und Frontmann der Chanson-orientierten Band Herr Nilsson kann er auf einen reichhaltigen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der sein erstes Solowerk auf ein beachtliches Niveau hebt. Es ist vor allem die textlicher Tiefe, die dem Hörer imponiert und vor der man sich am liebsten mit einer charmanten Geste verbeugen möchte. Chapeau!

Tristan Klocke, Hildesheim

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Cut Copy

Cut Copy

So manches brauchte schon eine längere Zeit, um sich auf dem europäischen Musik-Massenmarkt zu behaupten. Das alternative Dance-Trio Cut Copy aus Melbourne gehört definitiv dazu. Modular und Fabric waren bisher ihre Heimaten im internationalen Vergleich. Für ihr kommendes Album "In Ghost Colors" unterschrieb man kurzerhand bei Universal in Europa, damit auch wir endlich in den Genuss dieser aufregenden Synthesizer-Pop-Hymnen kommen. Ein wenig Trance und Indie Pop/Rock findet sich dabei in jedem ihrer Songs in stilvoller Weise. Was auf den ersten Höreindruck platt klingen mag, wird von Song zu Song und Hördurchgang zu Hördurchgang immer besser, bis man von den strahlend lockeren Songs gar nicht mehr genug bekommen kann, eine "Unforgettable Season" durchlebt und zu jedem Menschen "Feel The Love" sagen möchte. Cut Copy sind für diesen Sommer neben M83 ein absolutes zuckersüßes Muss.

Michael Weber, Köln

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Apes & Androids

Apes & Androids

Vom Rollingstone zu einer der Newcomer-Acts für 2008 deklariert, haben es die sechs Freunde aus New York bestimmt nicht leicht den Erwartungen stand zu halten. Aber sie wurden ja nicht umsonst mit diesem Titel versehen. Ihre psychedelische Elektronik wird einen umarmen und in ihren Bann ziehen, dass einem Hören und Sehen vergeht. Funky fresh rütteln sie ihre Hörer mit einfallsreichen Synthesizer-Bomben durch und machen mit schillerndem Gesang noch mehr auf sich aufmerksam. Dass sie mit ihrem DIY-Album "Blood Moon" noch kein Label gefunden haben erscheint uns mehr als merkwürdig. Um nicht zu sagen: "Labes `We Don´t Understand You´". So etwas muss endlich unter Vertrag genommen werden, denn schließlich will man auch live zu ihren Party-Hymnen das Tanzbein in den "Nights Of The Week" schwingen. Wenigstens haben wir die Fühler schon in diese Richtung ausgestreckt und unseren Auslands-Korrespondenten Kai Töpel in die USA geschickt, um mit den Jungs für einige Zeit unter einem Dach zu leben. Also, Leser, Hörer und Labels aufgepasst: Weitere Infos rund um diesen Hoffnungsträger für 2008 werden demnächst hier folgen.

Michael Weber, Köln

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