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Qualitätskontrolle 2.0:
0208 Teil 1

Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 12.03.2008

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - 0208 Teil 1

Wir haben mal wieder in den tiefsten Tiefen der Blogosphären des Web 2.0 geprägten Netzes nach den edelsten Perlen der Musikkultur für euch getaucht. Vorbei an schleimigen Selbstdarstellren und fadenscheinigen Gestallten. Immer tiefer. So tief bis wir unseren Klickpfad gar nicht mehr zurückverfolgen konnten. Dorthin, wo sich jeder weitere Klick lohnt. Und jeder neue Ton, jede neue Melodie des neu entdeckten Acts wie Balsam für die vom „Informationsmüll“ geplagte Seele der surfenden Gesellschaft ist. Heute in unserer Qualitätstkontrolle, die unbehandelten Natur-Perlen der besonderen Güte von Crystal Castles, Cyne, Miumi, Bon Iver, Late Of The Pier und Brooke Waggoner. Jetzt heißt es die guten Stücke zu pflegen, denn sonst werden sie ihren Glanz ganz schnell wieder verlieren.

 

Cyne

Cyne

Das bouncend politisch korrekte Hip Hop-Team Cyne meldet sich aus dem Herzen von Florida zurück. Das Quartett, das einen feuchten Kehricht auf „Bling Bling“-, Waffen-, Nutten- und Koks-Allüren gibt, rückt mal eben mit seiner gratis „Grey Matters EP" das Hip Hop-Gleichgewicht wieder ins Lot. Ich habe bis jetzt kein einziges Album und keine einzige EP von ihnen gehört, die mich nicht mitgerissen haben. Es liegt wohl an diesem so eigenen, griffigen Stil aus smarten technischen Raps mit intelligentem Inhalt und diesen geerdeten Beats, die alt und neu verschmelzen lassen und das überflüssige Gerede über New- und Old-School endlich zu den Akten legen. Mit der Kraft des Elefanten (Markenzeichen der Gruppe, Anm. d. Verf.) stampfen sich ihre antreibenden Beats zu jazzig-funkigen Samples den Weg frei. Aber auch mit satten E-Gitarren-Samples wird experimentiert, um nicht nur gelassen über relevante Inhalte zu debattieren, sondern auch um dem Ganzen wieder den richtigen Biss zu verpassen. Denn bei Cyne wird Rap wieder zu Rap: Rhythm And Poetry.

Michael Weber, Köln

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MySpace

Late Of The Pier

Late Of The Pier

Electro / Indie / Dance / Pop. Wieder eine dieser Bands, die es vom Schlafzimmer auf die große Bühne geschafft hat - auch wenn sie sich erstmal durch die unzähligen kleinen All-Ages Clubs in England spielen musste. Die vier Jungs aus Castle Donington, England, veröffentlichten 2004 ihre 14-Track Zarcorp Demo bei MySpace und erlangten mit "Space and The Woods" und "Bathroom Gurgle" universale Aufmerksamkeit im Web. Eine dynamische Stimme und viel experimentell zusammengepackte Musik mit dem richtigen Gefühl fürs Songwriting - ein Produkt von Klasse. Das dachte sich auch Parlophon Records (u.a. Radiohead, Pet Shop Boys, Gorillaz) und nimmt sie schließlich 2008 unter Vertrag. Der frische Klang ist gerade zu prädestiniert dafür, sich auf den kommenden Sommerfestspielen zu präsentieren. Ob es was wird - abwarten. Und auf jeden Fall reinhören.

Maik Schneitler, Bonn

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MySpace

Bon Iver

Bon Iver

Im letzten Jahr veröffentlichte Justin Vernon aus Wisconsin seine in einem Jahr zusammengetragene Rückschau auf eine für ihn wohl schmerzvoll geendete Dekade seines Lebens unter dem Namen Bon Iver. „For Emma, Forever Ago“ wurde in den USA zu einer erneuten kleinen Sensation für ein Album, das ganz ohne Label auf den Markt kam und durchweg positive Kritiken erfuhr. Jetzt steht Jagjaguwar hinter Bon Iver und wird im Sommer diesen Jahres sein Album auch bei uns auf den Markt bringen. Wer allerdings nicht so lange warten möchte, der kann sich schon jetzt dieses berührende neun Songs starke alternative Singer/Songwriter-Album auf Ivers Virb-Homepage anhören. Ivers hohe und doch etwas schrille Stimme und seine vornehmlich von der Akustikgitarre getragenen Melodien werden einen berühren und leiden lassen. „Skinny Love“ wird zweifelsohne jeden überzeugen. Gerade dann, wenn er gequält zum ersten Mal in den Refrain übergeht und mit einem sich selbst aufopfernden Akt „And I told you to be patient / And I told you to be fine / And I told you to be balanced / And I told you to be kind“ singt. Mit den Klängen von Bon Iver auf den Ohren wird es einen 2008 innerlich zerreißen und man wird feststellen, dass Schmerz doch so schön sein kann.

Michael Weber, Köln

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MySpace

Crystal Castles

Crystal Castles

Crystal Castles. Erst werden fünf Songs mit selbst geflashtem Atarie-Soundboard aufgenommen, der sechste Track mit dem Namen "Alice Practise" war lediglich ein Mikrofontest und das bis dahin unbekannte Duo aus Toronto schweigt die Platte zunächst tot, weil ihnen der Mix nicht zusagt. Erst Monate später wird sie wieder heraus geholt, auf Myspace geladen und "Alice Practise" wird zum Welthit - man darf es wahrlich so nennen. "Crystal Castles are the most exciting and original band in the world right now", das behauptet nicht nur das Online Magazin Loud&Quiet, dies lässt sich auch durch unzählige Fans bei Myspace bestätigen. Ihre Tour nimmt derweil kein Ende und Mitte des Jahres sind sie in Europa zu erwarten. Wer sie also noch nicht kennt - bitteschön. Das Debut-Album kommt im März - und wir werden es besprechen.

Maik Schneitler, Bonn

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