Qualitätskontrolle 2.0:
0108 Teil 2
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 22.02.2008
In den schnelllebigen Zeiten des Internets vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendjemand der Meinung ist, den neuen heißen Scheiß gefunden zu haben. Newcomer-Bands werden in Windeseile aufgeblasen und genauso schnell platzt die Blase dann meist auch wieder, wenn der eine "Welthit" auf der Band-eigenen MySpace-Seite sich nach mehrmaligen Hören dann doch als lahme Ente entpuppt. Um etwas Klarheit und Ordnung in das breite Feld der potenziellen Über-Bands des Jahres zu bringen, haben wir von Crazewire uns dazu entschieden, eine zwar kleine, aber dafür feine Auswahl an Bands zu präsentieren, hinter denen mehr steckt als heiße Luft. Den Anfang machen:
Gemischte Junge-Mädchen-Doppel erfreuen sich im Rockzirkus immer größerer Beliebtheit. Gab es anfangs nur die White Stripes, sind mittlerweile nicht nur The Kills oder die Blood Red Shoes dazugekommen. Aktuell stehen The Ting Tings aus Salford in den Startlöchern, die uns mit einem ganz simplen Rezept um den Finger wickeln wollen: Groove. Nachzuhören am besten im Hit "That´s Not My Name", der tanzbar und eingängig bis zum Äußersten ist und dabei sowohl M.I.A. als auch Pop-Königin Gwen Stefani zitiert. Noch stärker nach vorne geht "Great DJ", der das Lob für den, der diese knapp drei Minuten Musik bei seiner Party auflegt, schon im Titel trägt. Das Schulterklopfen ist diesmal allerdings auch überaus einfach einzuheimsen, den mit diesem Song kann man nun wirklich gar nichts falsch machen.
Matthias Dersch, Essen
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„Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder“. Nicht aber Robespierres Team! Auch wenn mit einem solch geschichtsträchtigen Namen der unfreiwillige Tod irgendwie mitschwingt, werden die Gedanken, die Bemühungen und das Team die Revolution überleben. Team Robespierre aus Brooklyn fetzen wie die wild gewordene Sau und hängen dabei mit ihrer Double-Bass, den Synths, ihren plastikgeladenen Gitarren und Bässen zwischen den Stühlen der 80er. Ob New Wave, Metall, Punk oder die Rotzigkeit der Beastie Boys, sie bedienen sie mit all ihren Facetten und Klischees. Sie werden die Tanzflächengötter 2008 sein und es soll wirklich keine Party mehr vergehen auf der nicht einmal „88th Precincts“ die Hütte zum Beben bringt. Jetzt heißt es aber erstmal beten, dass „Everything´s Perfect“ (Impose) auch bei uns erscheinen wird, denn sonst waren eben doch alle Bemühungen umsonst und die Revolution „Internet und Musik“ frisst ein weiteres ihrer Kinder.
Michael Weber, Köln
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„Mother fucking Death Set / Mother fucking Death Set / Mother fucking Death Set...“ hämmert es aus den Boxen und noch ehe man so recht weiß, wie einem bei der Single „MFDS“ geschieht, ist der ganze Spuk auch schon vorbei. The Death Set stürmen mit einer Single im Gepäck herbei, die insgesamt aus vier Titel besteht und von denen der längste etwas über zwei Minuten lang ist. Der Punk ist tot, lang lebe der Punk, ist alles was einem dazu noch einfällt. „MFDS“ scheint die trotzige Kampfansage einer Band zu sein, die in einem Zeitalter Musik macht, in dem die Aufnahmefähigkeit eines jeden unter uns aufgrund der totalen Übersättigung mehr und mehr sinkt. In der knappen Zeit, die diese Band beansprucht, steppt wortwörtlich der Papst im Kettenhemd. Tempo, Tempo und nochmal Tempo ist die Devise dieser rasanten, turbulenten und zum Mitschreien veranlassenden Band aus Baltimore. Hardcore, Punk, Beat und Indie werden einen überrumpeln und mit sich reißen, während man energisch alle Gliedmaßen von sich stößt und so wild wie die Musik selber über die Tanzfläche fliegt. Hoffentlich werden die zwei Kracher „Negative Thinking“ und „Intermission“ auch auf dem bald erscheinenden Album „Worldwide“ (Counter / Ninja Tune / Rough Trade) vertreten sein.
Michael Weber, Köln
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