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Qualitätskontrolle 2.0:
0108 Teil 1

Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 22.02.2008

PLATTENKISTE

Qualitätskontrolle 2.0 - 0108 Teil 1

In den schnelllebigen Zeiten des Internets vergeht kaum ein Tag, an dem nicht irgendjemand der Meinung ist, den neuen heißen Scheiß gefunden zu haben. Newcomer-Bands werden in Windeseile aufgeblasen und genauso schnell platzt die Blase dann meist auch wieder, wenn der eine "Welthit" auf der Band-eigenen MySpace-Seite sich nach mehrmaligen Hören dann doch als lahme Ente entpuppt. Um etwas Klarheit und Ordnung in das breite Feld der potenziellen Über-Bands des Jahres zu bringen, haben wir von Crazewire uns dazu entschieden, eine zwar kleine, aber dafür feine Auswahl an Bands zu präsentieren, hinter denen mehr steckt als heiße Luft. Den Anfang machen:

 

MGMT

MGMT

Die zweiköpfige Band MGMT (sprich: Management) kommt aus Brooklyn, New York, und gilt in den Staaten schon jetzt als Favorit auf das Album des Jahres 2008. Nicht zu Unrecht, wie man gleich bei fünf Songs auf der Myspace-Seite der Band überprüfen kann. Andrew VanWyngarden und Ben Goldwasser formten ihre Electro-Rock-Band mit dem klaren Ziel, einen Major-Vertrag abzugreifen und Kohle zu machen. Mit etwas Glück geht dieses Vorhaben sogar auf, Teil eins haben sie schließlich seit ihrem Deal mit Columbia bereits erfüllt. Wer jetzt allerdings glatt polierte Pop-Songs erwartet, der höre sich nur einmal "Time To Pretend" an. Das ist Space-Rock vom Feinsten, mit einer Stimme, die nicht zuletzt an Mick Jagger erinnert, und einer angenehmen Prise Verrücktheit, die dieses Duo zu etwas besonderem macht. Ihr Debüt mit dem kryptischen Titel "Oracular Spectacular" ist bereits bei iTunes erhältlich und erscheint im Mai dann auch regulär in unseren Breitengraden.

Matthias Dersch, Essen

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Foals

Foals

Preisfrage: Wer kennt The Edmund Fitzgerald? Niemand? Diese schmerzhafte Feststellung mussten auch Yannis Philippakis und Jack Bevan machen, die mit ihrer Mathrock-Band auf der Stelle traten und ihre Lust an der "ernsten" Musik verloren. Sie entschieden sich, Foals zu gründen, und mit Dance-Punk zuerst die Insel und dann den Rest der Welt zu erobern. Eine Taktik, die dank grandioser Songs aufzugehen scheint. Großbritannien ist schon gefallen, spätestens im April wird das europäische Festland von den hibbeligen Quintett eingenommen. Am 28. März erscheint ihr Debüt "Antidotes" (Warner), Anfang April folgen einige Live-Dates und spätestens dann dürfte keine Indie-Disco in Deutschland mehr um "Cassius" oder "Mathletics" herumkommen. Die Versiertheit des Mathrock trifft auf die Kraft elektrischer Beats und herauskommt eine der tanzbarsten Platten des Jahres. Umwerfend!


Matthias Dersch, Essen

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Joe Lean & The Jing Jang Jong

Joe Lean & The Jing Jang Jong

Nein, hinter diesen Namen verbirgt sich kein verirrter Las Vegas-Entertainer, der sich in Tokio mit einer asiatischen Combo zusammen getan hat, um unterhaltungshungrige Touristen zu vergnügen. Joe Lean, bis vor kurzem noch als Drummer bei den Pipettes aktiv, kommt wie der Rest der Band aus Großbritannien und wirft feinsten Surf-Rock mit Britrock und Garagen-Anleihen in den Mixer. Eine Mischung, die sich genauso anhört, wie man es erwartet: eingängig, tanzbar, unwiderstehlich. Nachzuhören in "Lonely Buoy" (nein, das ist kein Tippfehler) und ihrer Debütsingle "Lucio Starts Fire".


Matthias Dersch, Essen

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Black Kids

Black Kids

Die Black Kids kommen aus dem sonnigen Florida und genauso klingen sie auch: fröhlich, unbeschwert und voller Energie. "Hit The Heartbrakes" heißt der erste Hit der Band, der mit seinen Synthie-Klängen, einem umwerfenden Background-Chor und der Stimme von Reggie Youngblood, die an Robert Smith auf Anti-Depressiva erinnert, begeistert. Da passt es gut, dass die Band gerade mit Kate Nash unterwegs ist, die ja bekanntermaßen eine ähnlich euphorisierende Wirkung auf ihr Publikum erzeugt. Zu schade, dass es diese Kombi nur in Großbritannien zu bewundern gibt. Wann die Black Kids dann auch Deutschland in einen kollektiven Freudenrausch versetzten, steht leider noch in den Sternen. Daumen drücken, dass es noch vor dem Sommer klappt, und bis dahin dem unzweideutigen Aufruf des sympathischen Fünfers folgen: "Dance, Dance, Dance!"


Matthias Dersch, Essen

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Glasvegas

Glasvegas

Etwas verträumter kommen da Glasvegas aus Glasgow daher, die Dreampop mit 60s-Surf-Musik verbinden und in Großbritannien damit bereits mehrere Touren in restlos gefüllten Hallen absolvierten - und das ohne Album! Warum, das erklären die aktuelle Single "It´s My Own Cheating" oder "Geraldine", ein schöneres Dröhnen aus den Boxen wird man in diesem Jahr wohl nicht zu hören bekommen.


Matthias Dersch, Essen

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