DETAILS

Inpterpret:
The Dodos

Titel:
Konfetti für die Wiedergeburt

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 23.11.2009

INTERVIEWS

The Dodos - Konfetti für die Wiedergeburt

The Dodos - Konfetti für die Wiedergeburt

Das Jahr neigt sich mit großen Schritten dem Ende zu. Die neue Platte ist bereits seit gut drei Monaten auf dem Markt, die Europatour läuft auf Hochtouren, es könnte für The Dodos nicht besser laufen. Kurz vor dem Jahreswechsel und dem Ende der Nullerjahre standen wir im E-Mail-Kontakt mit dem Dreigespann aus San Francisco, das nun Bilanz zieht.

Lange durfte ich warten auf mein Interview mit The Dodos. Eigentlich sollte ich die Jungs nach ihrem Konzert auf dem Melt! Festival treffen. Nur zu gut kann ich mich erinnern, wie ich vor dem Konzert mit schweißnassen Fingern das Papier mit den Interviewfragen durchnässte und die Fragen immer und immer wieder durchging. Während des Konzerts stand ich schon ganz stolz im Publikum mit der Gewissheit, das ich die Herren, denen die beständige Ovation galt. bald als Gesprächspartner vor mir sitzen haben würde. Nach dem Konzert drang die Nachricht zu mir, dass The Dodos das Interview absagten. Nun gut, man wollte selber ja auch viel lieber ein Bier trinken gehen.

Dieses hatten sie sich auch redlich verdient, nach der überzeugenden Präsentation ihres erst kürzlich hinzugestoßenen Zuwachses Keaton Snyders, der mit seinem Vibraphon dem stampfenden Schlagzeug und der virtuosen Gitarre einen runden Abgang verleiht.

Das Artwork der neuen Platte lässt es andeuten. Der Titel macht die Vermutung zunichte. Auf die Frage, ob The Dodos mit ihrem dritten Album einen Schlussstrich ziehen möchten, antworteten sie, dass sie sterben möchten um wieder geboren zu werden. So hab ich den Titel „Time To Die“ auch noch nicht gesehen. Das Konfetti also doch zur Feier ihrer Wiedergeburt.

Doch nicht alles lief so reibungslos wie die Modifizierung ihres Sounds und dem erfolgreichen Zuwachs des Vibraphons. Zu Beginn des Jahres schienen die Sterne für Meric Long, Logan Kroeber und Keaton Snyder nicht sonderlich gut zu stehen. Lichtjahre vor der Veröffentlichung ihres dritten Albums hausierten Dateien der Songs in den unermesslichen Weiten und fiesen Fängen des Internets, um auch schön jedem armen Studenten dieser Welt eine Playlist zu sichern. Ein herber Rückschlag. Doch Trübsal blasen stand für die Jungs nicht auf dem Programm. Prompt bot man das gesamte Album als Stream an und gönnte sich einen Scherz und stellte ein Video Online, auf dem The Dodos als Moralaposteln auftreten, um den diebischen Hackern ein schön schlechtes Gewissen zu machen. Auf den Gigs in Amerika und Europa durften sie dann aber letztendlich doch erfahren, wie gut die neuen Songs bei der Zuhörerschaft angekommen waren, ob sie nun auf legaler oder illegaler Weise zum Erlernen der Texte kamen.

Bei The Dodos ist sowieso alles ein wenig anderes als bei den anderen. Neue Musik muss erstmal dem strengen ersten Blick standhalten und verschiedene Prüfstellen durchlaufen, bis man sich überhaupt eingängig mit der Materie befasst. „Hat man sich dann für einen Künstler entschieden, der dich weiterbringt und inspiriert, stehen da zehn weitere mögliche Geheimtipps an, die man einfach nicht überschauen kann, bei einem solchen Angebot. Doch ich muss zugeben, dass ich ein recht langsamer Entdecker bin.“ So findet im Hause The Dodos aber auch keine Datenfresserei, in Form von ewigen illegalen Downloads statt. Das liegt am laut etwas peinlich berührtem Geständnis eher steinzeitlichen Umgang mit dem Computer.

So kann es gehen mit der Wiedergeburt. Neuer Körper, neues Gehirn und ein Vibraphon als Begleitung und die Welt sieht schon viel heller aus, im Zeitalter von Digitalisierung und dem Missbrauch geistigen Eigentums. Gut, dass es da noch Künstler gibt, die Wert auf Handarbeit legen. Das The Dodos sich bei der Wahl ihres Favoriten-Albums 2009 für Grizzly Bears „Veckatimest“ entschieden zeigt, dass man den Jungs blind vertrauen kann. Die verstehen ihr Handwerk.

 

Freunde

 
 
 

Wir Präsentieren:

 
 
 
 

Prunkstücke