DETAILS

Interpret:
Stereo Inn

Titel:
Hello, Good Evening and Welcome...and Goodbye

Weiterführende Links:

Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 16.04.2008

INTERVIEWS

Stereo Inn - Hello, Good Evening and Welcome...and Goodbye

Stereo Inn - Hello, Good Evening and Welcome...and Goodbye

Mehr als ein Jahr nach den Aufnahmen zu Ihrem Album „Welcome To The Stereo Inn...“ hat sich nun endlich ein kleines Label gefunden, dass die Platte deutschlandweit veröffentlicht. Verdient haben es die fünf sympathischen Kölner auf jeden Fall. Schließlich spielen sie sich mit ihrem fröhlichen Gitarren-Pop in die Herzen der Zuhörer. Crazewire traf die Band im Rahmen ihrer CD-Release-Party in Köln.

Crazewire: In Eurem letzten Interview auf Crazewire habt Ihr Euch gewünscht viel und vor allem auch außerhalb von Köln spielen zu können. Sind Eure Wünsche in Erfüllung gegangen?

Lukas Hemmerich: Mäßig. Das liegt vor allem an mir, da ich im letzten halben Jahr durch mein Examen sehr wenig Zeit für die Band hatte. Ich habe Mitte April meine mündliche Prüfung und so konnten wir in den letzten Wochen und Monaten nicht so häufig aufzutreten wie wir es gerne gewollt hätten.

Fabio Baccet: Wir waren in Münster, Bremen, Augsburg und Dachau. So ein bisschen sind wir also schon rum gekommen. Trotzdem hätten wir gerne mehr gespielt was aber leider nicht der Fall war.

Crazewire: Eure CD „Welcome To The Stereo Inn...“ erschien Anfang April und heute ist die dazugehörige CD Release Party. Was erwartet Ihr vom Abend? Seid Ihr nervös?

Lukas Hemmerich: Da der Abend im Kreis von Freunde stattfindet, sind wir nicht wirklich nervös. Hier in Köln eigentlich sowieso nicht. Wir freuen uns nur total darüber, dass wir es nach über zehn Jahren geschafft haben eine CD so zu veröffentlichen, dass sie überall in den Läden steht, bzw. zumindest überall bestellt werden kann.

Crazewire: Wie wichtig ist es denn für Euch Musik zu machen. Und wie steht Ihr eigentlich im Allgemeinen zum „Medium“ Musik?

Lukas Hemmerich: Also ich lade mir gar nichts aus dem Internet. Außer von Webportalen, in denen die Künstler selbst ihre Songs zur Verfügung stellen. Natürlich brennt man sich mal eine CD von einem Freund, so wie man damals Kassetten überspielt hat. Aber das war es dann auch schon.

Fabio Baccet: Die Musik, die ich gut finde kaufe ich mir in der Regel. Am liebsten kaufe ich Schallplatten, weil die einfach schöner sind. Musik ist für uns das höchste Gut. In allen Formen - Musik machen, Musik hören, egal. Man kann also schon sagen, dass wir für und mit Musik leben. Das hört sich ein bisschen schnulzig an aber es ist tatsächlich so.

Lukas Hemmerich: Ich mach mich regelmäßig zum Affen, wenn ich mit meinen super fetten Kopfhörer durch die Stadt gehe. Die Leute zeigen dann mit dem Finger auf mich und lachen. Das mache ich einfach nur wegen dem Klang.

Guido Sprenger: Vielleicht liegt das nicht unbedingt an den Kopfhörer. Man weiß es nicht. Möglicher weise liegt es auch daran das die jäcken Menschen dich erkennen und sich freuen den geilen Typ von Stereo Inn zu sehen.

Lukas Hemmerich: Das glaube ich nicht!

Crazewire: Wie fühlt es sich an eine eigene CD zu veröffentlichen?

Guido Sprenger: Für ein kleines „Indie-Unternehmen“ wie wir es sind, ist die Veröffentlichung einer CD ein großer Schritt. Das wir ein kleines Label gefunden haben wertet uns ein bisschen auf und zeigt, dass wir ein neues Level erreicht haben. Fühlt sich also gut an.

Crazewire: Ihr macht recht seichte, zum Teil sehr fröhliche Musik. Seid Ihr „Frohnaturen“?

Fabio Baccet: Aber selbst Verständlich! Die Leute sagen uns immer, dass wir auf der Bühne um die Wette strahlen. Wenn wir unterwegs sind lachen wir schon recht viel. Schließlich macht uns das, was wir machen großen Spass. Ich glaube, wir würden auch sofort aufhören, wenn es uns keinen Spass mehr machen würde.

Lukas Hemmerich: Stimmt. Die Band ist ja unser Hobby. Und wenn ein Hobby keinen Spass macht, dann hört man ja auch auf damit.

Crazewire: Ihr steht unter den letzte 50 Bands der „Coca Cola Soundwave“ Aktion? Wie seht Ihr Eure Chancen tatsächlich unter die letzten 20 und somit unter anderem zu Rock am Ring zu kommen?

Lukas Hemmerich: Vierzig Prozent.

Guido Sprenger: Wir würden uns wie Bolle freuen wenn das klappen würde. Es liegt ja quasi nicht in unserer Hand. Einen schönen Song schreiben und uns zu bewerben war unser Job. Das ist das, was wir machen konnten. Unter die letzten 20 Bands zu kommen wäre schon sehr schön. Wir könnten neue Leute kennen lernen, die uns vielleicht an ein zwei Stellen unterstützen könnten. Außerdem wäre es sicherlich eine tolle Erfahrung auf solch einem Festival zu spielen.

Lukas Hemmerich: Die Leute haben unsere Chance in den Händen. Wobei wir uns einig sind das wir solche Votings eigentlich nicht mögen. Und mir geht es selbst manchmal auf den Sack wenn ich von irgendwelchen Bands die Aufforderungen bekomme für sie zu voten. Damit möchte ich die Leute eigentlich nicht belästigen.

Crazewire: Wie sieht euer Alltag neben der Musikkarriere aus? Von der Musik leben könnt Ihr doch sicherlich nicht. Ist das ein Ziel von Euch?

Lukas Hemmerich: Nein. Es wäre natürlich schön aber ich habe weder die Zeit noch die Energie es darauf anzulegen. Das Problem ist ja, dass man kaum noch von der Musik leben kann. Und wenn, dann von der Hand in den Mund. Das sollte man schon realistisch sehen.

Guido Sprenger: Wir studieren fast alle. Drei von uns werden wohl Lehrer und die anderen beiden Magisterrockstars. Schließlich kann man auch auf andere Weise von der Musik leben. Ich studiere Musikwissenschaft und plane 50% meiner Zeit und meines Einkommens durch Musik zu finanzieren.

Lukas Hemmerich: Ich werde ab August Lehrer sein und dann hat es sich auch erledigt auf ein Leben als Rockstar hinzuarbeiten.

Guido Sprenger: Das hat Sting auch gesagt und aus dem ist dann doch noch was geworden. Thomas Gottschalk war ja auch mal Lehrer.

Lukas Hemmerich: Der ist aber kein Rockstar. (Oh doch: „What Happened To Rock ´n´Roll“ /2001, Anm. des Lektors)

Crazewire: Was habt ihr für Vorbilder? Welche Platte liegt bei euch ganz oben auf dem Plattenstapel?

Lukas Hemmerich: Ich höre momentan am Liebsten Björn Kleinhenz und The Tallest Man On Earth, ein Schwede der sich ein bisschen nach Bob Dylan mit seiner BlueGrass Band anhört. Aber Vorbild würde ich es nicht nennen. Es ist eher so, dass einen das was man gerade am liebsten hört auch beeinflusst. Und das fließt dann automatisch in das Songwriting mit ein.

Fabio Baccet: Ich hör gerade Vampire Weekend, finde ich ganz ganz groß. Und Beirut finde ich toll. Super geil der Typ. Und ich bin versucht unsere All-Time-Favorite Band zu nenne...die Beatles.

Guido Sprenger: Die liegen aber nicht ganz oben bei mir, ich weiß wo sie sind aber OK. Ich hab mir Gestern meine erste Billy Joel CD gekauft. So eine alte. Piano Man ist da drauf. Das ist bei mir absolut Stimmungsabhängig.

Lukas Hemmerich: Mir fällt da noch was ein. Der Typ heißt Sondre Lerche und ist auch sehr empfehlenswert. Der hat den Soundtrack zu „Dan In Real Life“ gemacht.

Crazewire: Wir danken für dieses Gespräch.


 


 

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