DETAILS

Interpret:
please.me

Titel:
Die Beatles aus Buxtehude

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Autor:
Daniel vom Bruch
Herne, 14.08.2008

INTERVIEWS

please.me - Die Beatles aus Buxtehude

please.me - Die Beatles aus Buxtehude

Sie haben 3D-Brillen auf der Nase und fahren einen alten VW-Bus. Die Beatles zählen sie zu ihren Lieblingsbands, haben aber auch nichts dagegen, mit Franz Ferdinand verglichen zu werden. Die vier Jungs von please.me bringen nach zwei EPs demnächst ihr erstes Album raus. Gitarrist Arne Thamer und Bassist Philipp Ebener sprachen mit Crazewire über ihre musikalischen Helden, den Einfluss von Genesis auf ihre Musik, musikalische Entwicklungen und Montezumas Rache kurz vor dem Auftritt.

Crazewire: Wie kommt eine Band aus Buxtehude dazu, sich nach einem Song der Beatles zu benennen?

Philipp: Gute Frage. Wir haben nach einem neuen Namen gesucht, der besser zu unserem musikalischen Stil passt und auch insgesamt unseren persönlichen Fortschritt verdeutlicht. Und da die Beatles ja eine der wichtigsten Bands überhaupt sind, gerade auch in Bezug auf Erfolg und musikalische Entwicklungen, passte der Name einfach. Außerdem sind wir natürlich alle große Beatles-Fans!

Crazewire: Wieviel Beatles steckt denn in please.me?

Philipp: Hmm, ich würde sagen, dass wir zwar alle ein paar Einflüsse in uns tragen. Allerdings ist der Namensbezug eher als Reminiszenz an eine große Band zu verstehen.

Arne: Das sehe ich ähnlich, musikalisch gibt es sicherlich ein paar Parallelen, aber da kann man sich auch streiten. In erster Linie sind wir nur Freunde ihrer Musik.

Crazewire: Welche musikalischen Vorbilder oder Helden habt ihr noch?

Philipp: Ich glaube, die sind bei jedem von uns ein wenig unterschiedlich! Das macht wahrscheinlich auch ein wenig den Reiz unserer Musik aus. Ich persönlich favorisiere Sachen wie John Mayer, Ok Go, Portugal The Man oder E.S.T., also eine recht bunte Mischung, und bei den anderen dreien ist es ähnlich.

Arne: Als großes musikalisches Vorbild ist die Band von unserem Produzenten und Freund Marcus Schneider zu nennen: Nice Boy Music (ehemals Norman Bates Motel). Leider haben die sich letztes Jahr aufgelöst. Ansonsten haben mich die Alben von den Cold War Kids und von Dr. Dog sehr überzeugt.

Crazewire: Durch welche äußeren, nichtmusikalischen Einflüsse wird eure Musik geprägt?

Arne: Natürlich beeinflusst bzw. verändert einen jedes private Erlebnis. Aber wie genau sich das dann in unserer Musik äußert, kann ich dir leider nicht sagen. Im Endeffekt sind wir alle sehr positiv eingestellte Personen und das macht sich schon in unserer Musik bemerkbar.

Philipp: Ich denke, jeder von uns bringt Dinge, die aktuell in seinem Leben passieren, mit in die Musik ein. Wir sind keine politische Band und auch nicht in der „Ökoecke“ angesiedelt. Meinen VW-Bus dürfte ich ja sonst wohl kaum noch fahren!

Crazewire: Ihr betitelt eure EP ganz bescheiden „Souvenirs“, dabei sind die Stücke eher Geschenke an die Musikwelt. Würdet ihr euch als bescheidene Band bezeichnen?

Philipp: Nun ja, bescheiden ist vielleicht das falsche Wort. Ich meine, wir sind alle stolz auf unsere Musik und die neue EP, aber man lernt auch mit der Zeit, dass nicht immer alles so läuft wie man es sich erträumt. „Souvenirs“ ist deswegen eher in dem Sinne zu verstehen, dass die Stücke musikalische Andenken an bestimmte Momente und einen weiteren Schritt in die Richtung sind, in die wir uns entwickeln wollen.

Crazewire: Warum singt ihr auf Englisch?

Arne: Wir sind alle mit englischsprachiger Musik aufgewachsen und so etwas prägt natürlich sehr. Ich glaube daher sind wir nie auf die Idee gekommen, deutsche Texte zu schreiben. In meiner Kindheit lief in meinem Elternhaus z.B. des öfteren Genesis

Crazewire: Wovon handeln eure Texte?

Arne: Das geht von der guten alten Liebe bis hin zum Leben als Musiker. Aber wie Philipp schon sagte: Wir sind keine politische Band, sondern befassen uns lieber mit unseren eigenen Erlebnissen und Erfahrungen.

Crazewire: Wodurch schafft ihr es eurer Meinung nach, als englisch singende, deutsche Band trotzdem nicht „deutsch“ sondern international kompatibel zu klingen?

Arne: Erstmal danke, dass Du unsere Musik als international kompatibel empfindest. Ich glaube, das liegt einfach in der Art, wie wir unsere Songs schreiben. Ein wirkliches Rezept haben wir da aber nicht. Die Songs oder Melodien entstehen eher intuitiv und im Einfluss von ein paar kühlen Bieren.

Crazewire: Beim Hören eurer Songs wurde ich teilweise an Franz Ferdinand und Weezer erinnert. Nerven oder schmeicheln solche Vergleiche?

Arne: Das Rad kann man leider nicht mehr neu erfinden, aber ich persönlich habe nichts gegen solche Vergleiche. Natürlich versuchen auch wir, unserer Musik eine eigene Note zu verpassen. Und das gelingt uns auch immer besser.

Crazewire: Ein Song von euch heißt „Gentleman With Scars.“ Welche musikalischen Narben habt ihr euch schon geholt? (Ich meine damit Platten oder CDs, die euch heute peinlich sind, ein schlimmes Festival, bei dem ihr spielen „musstet“ usw.....)

Arne: Da wir schon seit 1999 gemeinsam Musik machen, haben wir schon eine Menge witziger Sachen erlebt. Auftritte ohne Technik, Essen, das nach der Einnahme sofortigen Durchfall nach sich zog, Pannen mit dem Tourbus, sehr betrunkene Musiker, die wertvolles Equipment im Regen in Pfützen fallen lassen, Fruchtfliegen-Angriffe in privaten Unterkünften und vieles mehr....irgend etwas passiert eigentlich immer.

Crazewire: Ihr habt 3D-Brillen auf der Nase, ein Renner in den 80ern, als alle Welt 3D-Fernsehen gucken wollte. Ist das Reminiszenz an eine vergangene Epoche oder einfach nur Exzentrik?

Arne: Ich fand die Idee eigentlich nur sehr lustig. Die anderen drei waren erst etwas skeptisch. Aber ich konnte sie zum Glück dazu überreden, die Dinger aufzusetzen.

Crazewire: Wie geht es nun weiter mit please.me?

Arne: Im September geht es wieder auf Tour. Einen Großteil der Termine werden wir als Support der englischen Band Kill The Young unterwegs sein. Neben der Tourvorbereitung beginnt aber auch schon die Planung unseres Debüt-Albums, das nächstes Jahr erscheinen soll.

Crazewire: Welche Ziele habt ihr als Band? Wo soll die musikalische Reise noch hinführen?

Arne: Es mag zwar utopisch klingen, aber wir alle hoffen, dass die Musik irgendwann unsere Rechnungen bezahlen wird und nicht nur andauernd welche verursacht. Was die musikalische Seite betrifft, kann und will ich mich nicht festlegen. Wir lassen uns einfach mal überraschen.


 

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