Kristofer Aström - Höhen und Tiefen. Und dann wieder Höhen.
Seit vielen Jahren ist Kristofer Aström im Musikgeschäft und auch hierzulande längst kein Unbekannter mehr. Durch unzählige Veröffentlichungen, wahlweise mit seinen Bands Fireside und Hidden Truck, oder ganz alleine an der Akustikgitarre, hat sich der Schwede einen Platz in so manchem Herzen gesichert. Als Aström jüngst anlässlich eines Konzerts die Rheinmetropole Köln besuchte, packte
Crazewire die Gelegenheit beim Schopfe und traf sich mit dem Künstler. Bei einem gemütlichen Bier einer ehedem Bremer Brauerei gab es im Backstage – Raum des Prime Clubs manch Interessantes zu erfahren.
Crazewire: Vor einigen Jahren bist du von Stockholm aufs Land gezogen, um etwas mehr Ruhe zu bekommen. Wie ist es jetzt, gefällt es dir immer noch, dort zu leben?Kristofer Aström: Ja, ich mag es sehr. Wir mieten immer noch dasselbe Haus wie damals, als wir aus Stockholm weggezogen sind. Aber wir planen ein eigenes Haus in dieser Umgebung zu kaufen.
Crazewire: Um dich endgültig auf dem Land niederzulassen?Aström: Ja, ich hoffe. Mal sehen, was passiert, aber im Moment fühlt es sich richtig an. Ich habe auch darüber nachgedacht, nach Göteborg zu ziehen. Wenn ich genug Geld verdiene, kann ich mir hoffentlich das Haus kaufen und eine Wohnung in Göteborg mieten, um dort eine Möglichkeit zum Übernachten zu haben.
Crazewire: Du brauchst also das Stadtleben doch?Aström: Sonst würde ich keinen meiner Freunde treffen können. Ich meine, ich bin kein Einsiedler. Ich muss von Zeit zu Zeit Menschen sehen.
Crazewire: Lebst du denn komplett alleine, gibt es keine Nachbarn?Aström: Doch, wir kennen einige der Nachbarn. Erst letzte Woche waren welche zum Abendessen zu Besuch. Es ist eben eine sehr kleine Gemeinde, da fällt es schwer, jemanden nicht zu kennen.
Crazewire: Hat das Landleben deine Persönlichkeit beeinflusst oder verändert?Aström: Nicht direkt meine Persönlichkeit, eher mein Bewusstsein. Ich habe zum Beispiel überhaupt keine Ahnung, was derzeit so als trendy oder hip gilt. Und es macht mir absolut nichts aus. Ich denke, das ist die wesentliche Veränderung. Es muss noch andere Veränderungen geben, denn es ist eine komplett andere Art zu Leben. Auf jeden Fall bin ich jetzt mehr „pro Countryside“. Ich habe viel darüber gelernt, wie glücklich die Leute in Städten sind, wenn es um Dinge wie Elektrizität geht. Wenn der Strom ausfällt dauert es bei uns Tage, bis es wieder funktioniert und in der Stadt eine halbe Stunde. Ich denke aber, so sehr habe ich mich persönlich nicht verändert.
Crazewire: Elektrizität ist ein gutes Stichwort. Bei der Veröffentlichung deines letzten Albums „So Much For Staying Alive“ hattest du genug davon, dich nur auf die Akustikgitarre zu beschränken und viel häufiger die E-Gitarre benutzt. Wie sieht es jetzt damit aus? Landleben und Akustikgitarre scheinen doch irgendwie zusammenzugehören.Aström: Ich spiele ja immer noch am meisten auf der Akustikgitarre. Auch heute Abend werde ich überwiegend akustisch spielen. Ich wollte bei dem Album einfach mal etwas anderes machen, als zuvor. Bei der anschließenden Tour wollte ich dann auch der E-Gitarre mehr Raum geben. Ich dachte, es passe besser zu den Liedern und es passe besser zur Show, als die Akustikgitarre. Ich wollte, dass es mehr eine Rockshow wird.
Crazewire: Hat die Lust auf eine Rockshow etwas mit deiner anderen Band Fireside zu tun?Aström: Ich habe ja in Punkbands angefangen, ich habe einen Punk Rock – Background. Ich mag schon mein ganzes Leben lang harte Musik und Punk, daher ist es also nichts Neues für mich, eine Rockshow zu machen. Es ist nur etwas Neues, das mit der Band Hidden Truck zu tun, da wir bisher eher ruhig waren. Aber jetzt existieren wir ja überhaupt nicht mehr. Ich habe Hidden Truck nach der letzten Europa – Tour aufgelöst.
Crazewire: Wie bitte? Davon haben wir in Deutschland aber nichts mitbekommen.Aström: Ja, das stimmt. Ich glaube, ich habe es noch nicht mal auf der Homepage geschrieben. Ich hatte einfach das Gefühl, dass die Leute anfingen, sich auf die Nerven zu gehen und ich wollte die Band auflösen, bevor wir zu Feinde werden. Wir sind immer noch Freunde und können miteinander reden. Ich wollte die Freundschaft mit den anderen Jungs nicht aufs Spiel setzen. Es ist möglich, dass wir irgendwann wieder zusammen spielen, aber im Moment nicht.
Crazewire: Es war also allein deine Entscheidung, die Band aufzulösen?Aström: Ja.
Crazewire: Der Drummer von Hidden Truck (Per Nordmark, Anm. d. Verf.) spielt ja auch bei Fireside. Gab es da einen Interessenkonflikt?Aström: Nein. Er ist einer meiner besten Freunde. Wir spielen immer wieder zusammen. Ich denke, ich werde in Zukunft noch einige andere Bands zusammenstellen. Es gibt viele Pläne.
Crazewire: In der Vergangenheit hast du in kurzen Abständen eine Reihe Alben und EPs veröffentlicht. Nach „So Much For Staying Alive“ ist es dann zumindest in Deutschland ziemlich ruhig um dich geworden. Sind uns da hierzulande einige Veröffentlichungen entgangen?Aström: Ich werde bald eine neue EP rausbringen. Sie wird Anfang Mai erscheinen, aber ich glaube sie wird nur in Skandinavien veröffentlicht. Aber nach „So Much For Staying Alive“ waren die Kritiken nicht allzu überwältigend, die Leute hatten nicht vor, sich diese Art von Musik anzuhören. Ich denke, es gab einfach einen Konflikt, da es nicht das war, was die Leute erwartet hatten. Und damit komme ich klar, es ist ja das was ich wollte. Ich wollte, dass die Leute reagieren, aber eben nicht auf eine negative Art, denn ich dachte, es sei ein richtig gutes Album. Aber danach habe ich eigentlich nicht so viel gemacht. Ich habe ein paar Songs geschrieben und ein Album aufgenommen, aber es wird nicht veröffentlicht, noch nicht. Es wird wohl auch kein offizielles Release werden, sondern wir werden es auf Tour verkaufen. Außerdem haben wir einige der Shows der Europa – Tour aufgenommen und es ist geplant, ein Live – Album rauszubringen. Daneben habe ich noch einen Haufen neuer Songs geschrieben und im Augenblick Pläne für drei weitere Alben. Sehen wir mal, was passiert. Es hat mich ziemlich getroffen, wie die Leute in Schweden und dem Rest Europas „So Much For Staying Alive“ beurteilt haben.
Crazewire: Beziehst du dich jetzt auf Kritiker, oder Fans, die dir geschrieben haben?Aström: Auf beides, Kritiker und Leute, die mir geschrieben haben. Ich habe mich fast ein wenig verraten gefühlt. Ich war sehr traurig darüber, denn so etwas habe ich nie im Sinn gehabt. Ich hatte danach eine Phase, wo ich sehr „down“ war. Aber das Leben hat Höhen und Tiefen. Und dann wieder Höhen.
Crazewire: Ziehst du aus der negativen Kritik direkte Konsequenzen für deine Musik? Wenn die Leute langsame Akustikgitarre wollen, dann sollen sie sie haben?Aström: Nein, Nein, Nein. Ich bin mehr derjenige, der genau das Gegenteil von dem tut, was die Leute von einem wollen. Aber im Augenblick wollte ich einfach auf Solo – Tour gehen und diese Art Show machen. Ich wusste nicht, was mich hier erwartet, denn es ist jetzt ein Jahr her, das ich zuletzt in Deutschland war. Ich habe nicht viel davon mitbekommen, wie die Leute in Deutschland momentan über mich denken. Aber bisher läuft es sehr gut und die Auftritte haben viel Spaß gemacht.
Crazewire: Es ist mittlerweile eher unüblich, wenn ein Künstler ohne neues Album im Gepäck auf Tour geht. Hattest du im Vorfeld Befürchtungen in diese Richtung?Aström: Ja, ich war schon ein wenig ängstlich. „And I`m still a gambler!” Mal sehen, ob sich heute Abend jemand hier blicken lässt. Ich habe keine Ahnung, es ist ein Lotteriespiel.
Crazewire: Lass uns über die Show reden, die wir heute Abend sehen werden. Du wirst von Britta Persson begleitet, die auch auf einigen deiner Alben vertreten ist. Sind somit viele Duette zu erwarten?Aström: Eigentlich schon ein paar, ja. Sie macht einfach bei den Liedern mit, bei denen sie mitmachen möchte. Wir haben uns keine Grenzen gesetzt, oder bestimmt was sie genau machen soll. Es steht auch noch nicht fest, welche Stücke ich später spiele. Britta wird außerdem die Show eröffnen.
Crazewire: Ich habe gelesen, sie wird auch bald ein eigenes Album veröffentlichen?Aström: Ja, es wird wohl im August erscheinen. Wir haben es bei mir zu Hause aufgenommen.
Crazewire: Machst du öfter Aufnahmen mit anderen Künstlern?Aström: Nein, das war bisher das einzige Mal. Ich sehe mich auch nicht als Produzent. Ich nehme sonst nur meine eigenen Sachen auf. Ich bin nicht so sehr an Technik interessiert und finde es sehr langweilig, im Studio zu sein. Und ich habe keine Ahnung, wozu die ganzen unterschiedlichen Knöpfe da sind.
Crazewire: Skandinavien scheint ein besonders guter Ort zu sein, um Musik zu machen. Wenn ich mir jetzt mal die deutsche Indie – Szene vorstellen, fallen mir vielleicht ein Dutzend guter Bands ein, dagegen ist es, wenn man an Schweden denkt, eine richtig lange Liste.Aström: Und das bei einem so kleinen Land, einem so kleinen Teil der Erde!
Crazewire: Hast du eine Erklärung dafür?Aström: Ehrlich gesagt, habe ich keine Ahnung. Ich denke aber, wir Schweden sind in vielen unterschiedlichen Bereichen besonders gut im Nachahmen anderer Länder, ob es nun Musik oder das Leben im Allgemeinen ist. Auch die Politik orientiert sich immer mehr an den USA, was ein Unding ist. Ich glaube, es ist einer der Gründe, dass wir den Klang anderer Länder, wie der USA, nehmen können und ihn zu etwas schwedischem machen. Und das gefällt den Leuten in Europa im Augenblick wohl sehr gut. Anfang der Neunziger war schwedische Musik zum Beispiel in Japan total angesagt, aber mittlerweile haben sie dort wohl genug davon.
Crazewire: Eine meiner Lieblingsbands aus Schweden sind derzeit Suburban Kids With Biblical Names. Kennst du sie?Aström: Britta war mit ihnen auf Tour in Schweden und sie hätte sie fast umgebracht. Sie fuhr den Van, der kam ins Schlingern, rutschte quer über die Straße und überschlug sich ein paar Mal. Aber sie waren okay, hatten nur Nackenschmerzen und einige Quetschungen.
Crazewire: Also ist zum Glück nichts Ernstes passiert?Aström: Nein, nichts Ernstes. Aber ich denke, es war ein sehr schockierender Moment.
Crazewire: Beim Hören des neuen Albums von Suburban Kids With Biblical Names kam mir in den Kopf, dass die meisten aktuellen schwedischen Künstler ihre musikalische Sozialisation mit ABBA genossen haben müssen. Wenn man, wie ich in den 90ern in Deutschland groß geworden ist und den Mauerfall miterlebt hat, kommt man beispielsweise auch nicht umhin, die Scorpions zu kennen. Das muss in Schweden mit ABBA wohl ähnlich sein?Aström: Ich denke es gibt keinen Menschen in Schweden, der sich noch nie etwas von ABBA angehört hat. Normalerweise sagen wir, dass wir ABBA nicht mögen. Aber wie kann man ABBA nicht mögen? Sie waren eine erstaunliche Band und die Melodien und Songs waren wirklich gut. Ich denke nicht, dass sie ein großer Einfluss sind, aber sie haben in der Tat bis heute einen Einfluss auf die Musikszene.
Crazewire: Ich habe da an diesen typischen „Pop – Appeal“ gedacht, den viele schwedische Bands haben. Diese sanfte, eher ruhige Atmosphäre.Aström: Ja, das stimmt. Ja, das ist eines der typisch schwedischen Dinge in der Musik. Wenn du generalisieren möchtest, kann man sagen, dass wir Schweden ein großartiges Gespür für Melodien haben. Bei uns gibt es... (überlegt, Anm. d. Verf.) Es gibt eine Menge guter Popsongs in Schweden. Ace Of Base! (lacht, Anm. d. Verf.) Es gibt auch eine Menge schrecklicher Bands, die eine Menge Scheißmusik machen in Schweden, das kann ich dir sagen. Ihr bekommt hier ja nur den guten Teil mit.
Crazewire: Wo wir grade bei Ländern sind, lass uns ein bisschen über Deutschland reden. Es gibt diesen Fireside – Song „Backwards Over Germany“ und auf „So Much For...“ findet sich der „Frankfurt Blues“. Gibt es einen besonderen Grund für diese Deutschland – Bezüge?Aström: Nicht wirklich. Aber wir mögen Deutschland sehr, denn es macht immer Spaß, hier zu sein. Die Touren sind immer gut und die Leute sind nett. Ich liebe Deutschland! Ich denke es ist der beste Platz in Europa, das beste Land in Europa, in das man reisen kann. Und ich liebe Berlin. Berlin ist die beste Stadt Europas. Ich liebe es überhaupt auf Tour zu gehen. Das ist wohl der Grund. Und warum der Song „Frankfurt Blues“ heißt, liegt eigentlich nur daran, dass ich ihn in einem Hotelzimmer in Frankfurt geschrieben habe, während einer Tour. „Backwards Over Germany“ ist eigentlich der Name eines C-64 – Videospiels. Halt, nein! Das ist es nicht... (überlegt, Anm. d. Verf.) Ich weiß grade nicht mehr, wo das her kam. Manchmal nehme ich einfach ein englisches Buch und schlage eine Seite auf und suche mir so den Titel für einen Song. Ich denke, so war es. Bei Fireside gibt es normalerweise keine echte Verbindung zwischen den Lyrics und dem Titel des Songs.
Crazewire: Bleiben wir bei deinen Liedern. In deinen Texten gibt es häufig Zeilen wie „people make me sick“ oder „the people are evil“; oder beispielsweise auch dein Song „How Can You Live With Yourself“ von „Northern Blues“. Wie kommt das? Warum machen dich die Menschen krank?Aström: Ich denke, die Menschen sind die gefährlichsten Tiere auf der Welt. Ich meine, ich hasse die Menschen nicht, ich ziehe nur die Tiere vor. Der Mensch ist das einzige Lebewesen, das absichtlich böse ist. Die anderen Tiere sind nur böse, weil sie überleben müssen. Menschen sind von Beginn an böse, denke ich. Meine Theorie ist, dass du böse geboren wirst und dann lernst, dich zu beruhigen.
Crazewire: Kann dieses Böse in uns jederzeit einfach so zum Vorschein kommen?Aström: Ich denke jeder kann seltsame, oder böse Dinge machen, wenn sich die falschen Drähte verbinden, es einen Kurzschluss im Gehirn gibt.
Crazewire: Befürchtest du, dass du bei einem Menschen durch eine Handlung so einen Kurzschluss aus Versehen auslösen könntest?Aström: So sehe ich das eigentlich nicht. Es geht einfach darum, ich traue den Menschen nicht. Es geht weniger darum, dass ich etwas Bestimmtes tue. Wenn ich etwas mache, um jemanden zu ärgern, kann ich es verstehen, wenn er böse wird. Aber Menschen können andere Menschen töten, ohne eine Grund zu haben. Oder sie einfach übel zusammenschlagen. Deswegen traue ich den Menschen nicht.
Crazewire: Also sollte man die Menschen besser meiden?Aström: Nein, nicht wirklich. Man muss sich seinen Ängsten stellen. (lacht, Anm. d. Verf.) So schlimm ist es auch nicht. Es sind nur Worte.
Crazewire: Auf der „Dead End“ EP gibt es eine Coverversion von „You Are My Sunshine“. Ich denke, es ist die langsamste, traurigste Version dieses Liedes, die ich bisher gehört habe. Du stellst dieses ursprünglich fröhliche, hoffnungsvolle Stück komplett auf den Kopf. Was war die Idee dahinter?Aström: Eigentlich war es genau das. Ich mag das Lied wirklich sehr, wie es ursprünglich war. Aber der Text ist so traurig. Ich wollte einfach eine traurige Version des Liedes machen, es in etwas anderes verwandeln. Die Aussage des Liedes hat sich so komplett gewandelt. Es bedeutet einfach etwas völlig anderes, wenn du es so traurig spielst.
Crazewire: Kennst du die Aufnahme von Johnny Cash?Aström: Ja. Ich denke Johnny Cash war ein großartiger Künstler. Ich mag Johnny Cash sehr. Seine Version ist sehr gut. Man könnte die beiden Versionen vielleicht vergleichen, aber ich würde es eher nicht machen.
Crazewire: Johnny Cash hat es ja nach dir aufgenommen. Aber hättest du das Stück auch gecovert, wenn dir seine Version vorher bekannt gewesen wäre?Aström: Ich glaube nicht. Dann hätte ich ein anderes Stück genommen.
Crazewire: Wenn man nach einer groben Bezeichnung für deine Musik sucht, sie in ein Genre einordnen möchte, denke ich, man könnte sie als „Country“ bezeichnen. Würdest du zustimmen? Was hälst du davon, wenn man deine Lieder Country - Musik nennt?Aström: Es wäre eine Ehre, ein Country – Musiker zu sein, aber ich sehe mich nicht als Country – Musiker. Tatsächlich benutze ich eine Zeile von Johnny Cash: „I`m just a singer of songs“. Das ist im Wesentlichen das, was es ist. Ich weiß nicht so richtig, wo ich mich einordnen soll, in welches Genre. Die Leute können es Singer / Songwriter – Musik nennen, das finde ich in Ordnung. Oder sie können es Country – Musik nennen, auch das finde ich okay. Für mich selbst ist es nicht so wichtig zu wissen, wo ich eingeordnet werde. Genres sind wichtig, damit die Leute beim Albumkauf bescheid wissen, was für eine Art Musik sie erwartet. Es ist ein einfacher Weg, um den Leuten eine Ahnung zu verschaffen, was es für eine Art von Musik ist. Country – Musik ist beispielsweise heutzutage etwas völlig anderes, als das was du oder ich als Country – Musik bezeichnen würden. Country music sucks, these days!
Crazewire: Eine Sache, über die ich unbedingt noch mit dir sprechen möchte, habe ich auf deiner Homepage entdeckt. Da gibt es einen Link zu einem schwedischen Star Wars –Sammler – Forum. Du sammelst also wirklich Star Wars – Spielzeug?Aström: Ja, ich bin Mitglied des offiziellen schwedischen Star Wars – Sammler – Clubs.
Crazewire: Die Figuren aus den 80ern? Ich habe früher eine Zeit lang nämlich auch diese alten Star Wars – Spielzeuge gesammelt.Aström: Es ist ein tolles Hobby. Als Kind habe ich Star Wars geliebt. Ich hatte eine Menge Spielzeug, aber die Figuren waren mein Lieblingsspielzeug. Ich habe Star Wars gelebt. Vor zwei oder drei Jahren habe ich angefangen zu sammeln.
Es folgt eine Gespräch über seine Sammlung, das Sammeln an sich, verpackte und unverpackte Actionfiguren, die unterschiedlichen Serien zu den drei Filmen, das „Early Bird“ – Kit, fehlende Figuren und Herzstücke seiner Sammlung. Kristofer Aström genießt es sichtlich, von seinem Hobby zu erzählen, zeigt stolz den Aufnäher des offiziellen Sammler – Clubs auf seinem Parka und gibt den Hinweis, unter welchem Nickname er in besagtem Forum Bilder seiner Sammlung zur Schau stellt. Man erfährt, dass Aström sein Hobby mit weitern schwedischen Musikern teilt, unter ihnen The (International) Noise Conspiracy –Frontmann Dennis Lyxzén und Peter Svensson, der Gittarist der Cardigans. Die neuen Filme gefallen Aström nicht schlecht, jedoch stören ihn Jar – Jar Binks und der kindliche Anakin Skywalker. Nach einem Ausflug über den Sinn von Computeranimationen in Filmen und den neuen „King Kong“, bekommt der Verfasser die Kurve, zügelt sich und den Gegenüber und eröffnet das Gespräch auch wieder einem Star Wars – unkundigen Publikum.Crazewire: Hast du einen Lieblingsfilm? Ich weiß, es ist schwer nur einen zu nennen, aber welche Filme magst du besonders?Aström: Ich habe einige Favoriten. Ich mag „The Lost Boys“. Das ist ein großartiger Film.
Crazewire: Und ein großartiger Soundtrack!Aström: Ja, der Soundtrack ist toll. Kiefer Sutherland war mein Idol, als ich ein Kind war. Außerdem sammle ich Jim Carey – Filme. Ich halte ihn für ein Genie. Er ist der heutige Charly Chaplin. Er ist ein toller Schauspieler. Die Leute sehen in ihm immer nur den lustigen Typen, aber er ist auch ein sehr guter ernsthafter Schauspieler. Nimm zum Beispiel „The Truman Show“.
Crazewire: In deinem My Space – Profil taucht unter „influences“ Meat Loaf auf. Das meinst du nicht ernst?Aström: Doch, doch. Ich liebe Meat Loaf. Für alle die großartigen Balladen auf „Bat Out Of Hell II“. „Objects In The Rear View Mirror“ oder „I Would Do Anything For Love“ sind tolle Songs. Ich liebe Meat Loaf, das tue ich ehrlich. Ich wünschte, ich könnte Lieder wie Meat Loaf schreiben, aber das ist hart… (
jetzt kann er sich ein Lachen dann doch nicht verkneifen, Anm. d. Verf.).
Crazewire: Wir kommen so langsam zum Ende. Von deinen Solo – Vorhaben hast du bereits erzählt. Was ich jetzt noch gerne erfahren möchte ist, gibt es konkrete Pläne mit Fireside für die nahe Zukunft?Aström: Wir planen ein neues Album in diesem Jahr aufzunehmen und es im Herbst zu veröffentlichen. Später im Jahr gehen wir dann hoffentlich auf Tour, wenn wir so lange Freunde bleiben können. Wir haben schon angefangen neue Songs zu schreiben und zu proben. Während der letzten Tour haben wir auch schon zwei neue Stücke gespielt. Ich denke es wird wieder mehr ein Hardcore – Album, als das letzte Album.
Crazewire: Letzte Frage: Welcher Charakter in der Star Wars – Trilogie wärst du gerne?Aström: Ich weiß nicht so genau. Es kommt darauf an, ob ich cool aussehen oder lang leben möchte.
Crazewire: Kommt es darauf im Leben nicht auch immer an?Aström: Obi Wan wäre cool. Der weise, alte Mann.
Crazewire: Ich danke dir sehr für das Interview.