Interpret:
Eugene McGuinness
Titel:
Der Mann mit der Gitarre
Autor:
Christopher Szwabczynski
Steinfeld, 08.12.2008
Nun braucht man ihn nicht mehr vorzustellen. Nicht nur wir haben ihn entdeckt und sind auf den Geschmack gekommen. Er ist in aller Munde, oder viel mehr, mit seinen Melodien in jedem Indie-Ohr angelangt, dass nicht gerade taub geworden ist.
Die Sterne stehen gut für die Karriere des Nachwuchstalentes Eugene McGuinness. Schnell pries ihn nicht nur die britische Neo-Folk-Szene, sondern auch jedes hiesige Musikblättchen, berichtete vom mit Rufus Wainwright verglichenen Musiker. Dieser Vergleich kommt Eugene natürlich gelegen, da auch er von der immensen Stimme Wainwrights beeindruckt ist. „Makellos ist die Stimme dieses Mannes. Meine Musik ist aber anders als seine. Ich bin rockiger.“ denkt Herr McGuinness über diesen schmeichelhaften Vergleich.
Sein selbst-betiteltes Debüt kann sich ruhig neben den anderen Singer/Songwriter-Platten dieses Jahres einreihen. Doch eben weil McGuinness' Musik anders ist, als das typische Folk-Singer/Songwriter-Zeugs ist sein diesjährig veröffentlichtes Album kein alter Kaffeesatz, der neu aufgebrüht wurde und den auch Bukowski als übelsten aller Kaffees beschrieb. Dabei will ich keine Kritik an Bon Iver, Snailhouse oder andere überwältigende Künstler üben.
Man hört das Eugene Spaß an seiner momentanen Tätigkeit hat. Die meist frohlockenden Songs passen zu der Aussage: „Ich liebe es zu schreiben. Es ist einfach Dinge zu tun, die dir Spaß machen.“ Doch bevor er sich der Lyrik widmete und die Gitarre umhang, war er wie es sich für einen mit Vorurteilen beladenen Engländer gehört; ein „Zocker“. Mit Vorlieben spielte er Fifa auf der debütierenden PlayStation. „Nachher habe ich gemerkt, dass es keine Hürde ist, mit Denilson von der Mittellinie aus Tore zu erzielen.“ Neuartigen Spielen, wie Guitar Hero oder Rockband werden seit jeher auch nicht mehr viel Interesse beigemessen.
Aber wieso in der fiktiven Welt einen Rockstar spielen, wenn es in der Realität genau so gut, oder noch besser funktioniert? Man kommt rum, lernt neue Menschen kennen und macht nur das was einem wirklich Spaß macht. „Ich bin nicht zufrieden, aber ich liebe es, Musiker zu sein. Wäre ich vollkommen zufrieden, würde ich nichts mehr machen außer meine CDs zu hören und auf der faulen Haut zu liegen. Doch man strebt nach neuen Dingen und setzt sich neue Ziele.“ Und genau so gut, wie der Musikhörende davon träumt, kennt der Musizierende die Vorzüge eines solchen Lebens. Das viele Reisen und die Gewissheit einen Auftritt am Ende jeder Reise zu haben. Im Falle McGuinness schätzt dieser auch diese genannten Vorzüge. „Es ist ein tolles Gefühl so viel von der Welt zu sehen, jeden Abend auf einer anderen Bühne zu stehen und an einem anderen Ort zu sein.“ Zu viel ist es dem jungen Briten anscheinend noch nicht geworden.
Und vielleicht gerade wegen der Liebe zum Reisen, möchte sich Eugene nicht auf ein Herkunfts-Nenner reduzieren. Auf die Frage welche Stadt oder welches Land er denn von seinen zahlreich angegebenen Wohnsitzen vorziehe, gab er zu Protokoll. „Ich verehre Irland ebenso sehr wie ich England verehre. In ihnen lebe ich und sie sind ein Teil von mir.“
Um Eugene nicht ganz als Über-Idol dastehen zu lassen informierten wir uns über seine Vorbilder und Lieblings-Platten dieses Jahres. „Meine Favoriten sind neben Adem Green „Sixes And Sevens“ und Glasvegas „A Snowflake Fell“, auch Mystery Jets „Twenty One“ und White Denims „Workout Holiday“. Auf ein Vorbild legt er sich nur schweren Herzens fest. „Ich habe keine Ahnung welchen ich bevorzuge. David Bowie, John Lennon, Peter Cook und Michael Cain sind meine persönlichen Helden. Aber auf eine festlegen kann ich mich nicht. Na gut John Lennon.“
Mir bleibt nur abschließend zu sagen, dass ich und auch jeder andere auf den Verlauf dieser Karriere gespannt sein kann. Und künftige Verlosungen von namenhaften Blogs, um die Locations zu füllen in denen Eugene McGuinness auftritt, sollten in Zukunft der Vergangenheit angehören.