DETAILS

Interpret:
Does It Offend You, Yeah?

Titel:
Wollen sich nicht festlegen

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Autor:
Kai Töpel
Dresden, 10.06.2008

INTERVIEWS

Does It Offend You, Yeah? - Wollen sich nicht festlegen

Does It Offend You, Yeah? - Wollen sich nicht festlegen

Bands werden schnell in Kategorien eingeteilt. Von Indie zu Electro, von Hardcore zu Pop. Nichts mögen Journalisten lieber, als Musikern eine bestimmte Richtung zu geben, um es besonders einfach zu machen sie zu beschreiben. Gerade dies scheint bei Does It Offend You, Yeah? nicht ganz so einfach zu sein. Während sie am Anfang besonders durch ihre tanzbaren Electrohits in Clubs und auf Mixtapes auf sich aufmerksam machten, überraschte ihr Album mit einigen ruhigen Popnummern und Punkeinflüssen. Ob dies wirklich gewollt war oder eher Zufall, erzählen uns die Jungs im Interview.

Crazewire: Wie geht es euch, wie ist die Tour bis jetzt?

Morgan Quaintance: Nicht so gut, aber das sind wir selbst schuld. Wenn wir jedes Mal nach einem Konzert direkt ins Hotel fahren würden, nicht so viel trinken und dazu nicht immer jeden Tag Wiener Schnitzel und Bratwurst essen würden, ginge es uns gut. Aber wir lieben Würste, Bier und Schnaps. Aber ansonsten ist die Tour super. München hat uns sehr gut gefallen.

James Rushent: Ja stimmt, aber noch besser hat mir die Stadt gefallen, in der wir letztes Mal waren, auf der Tour mit Robyn. Ich hab vergessen wo es war, weil wir erst nachts dort angekommen sind. Aber alles war voll mit Graffitis.

Morgan Quaintance: Ich erinnere mich, das war die Nacht vor Berlin, oder? Wo war das noch mal?

Crazewire: Mh, ihr habt letztes Mal auch in Köln gespielt, im Gebäude 9.

Morgan Quaintance: Oh dann war das hier (lacht, Anm. d. Red)

James Rushent: Ich liebe Konzerträume, die schon von draußen nach Punk und Schweiß riechen. Bei mir in der Stadt haben wir genau so einen Club.

Crazewire: Ist das die passende Location für eure Band

Morgan Quaintance: Nicht unbedingt, ich spiele lieber in einem Raum mit einer guten Anlage und ich denke, jede Punkband spielt lieber auf einer guten Anlage. Niemand will irgendwo spielen, wo sich die Leute die Arme brechen, falls sie hinfallen, außer vielleicht ein paar Freaks.

Crazewire: Euer Name schwebt schon seit einiger Zeit durch den Raum, ihr habt mit Singles, EP´s und auf einer Kitsune Compilation auf euch aufmerksam gemacht. Wie lief für euch im Anschluss die Produktion des Albums? Warum habt ihr euch entschieden, viele der bekannten Lieder auf das Album zu nehmen, statt neues Material zu liefern?

James Rushent: Das Ganze lief doch in einer längeren Zeit ab, als das dir vielleicht vorkommt. Wir haben viele Veränderungen durchlaufen von den ersten Liedern bis zum jetzigen Album. Vor allem weil uns die Plattenfirma zu einer Electro- und Danceband machen wollte. Das war für uns wirklich harte Arbeit, weil wir einfach keinen Spaß bei der Arbeit hatten. Also haben wir einfach mal verschiedene andere Sachen ausprobiert, an unserem Sound gearbeitet und uns dabei gefunden. Wenn wir das nicht geschafft hätten, wäre das nicht unser Album gewesen, sondern das des Produzenten oder der Plattenfirma.

Morgan Quaintance: Es ging dabei am Ende eher darum, was wir machen wollten und nicht was andere von uns erwarten.

Crazewire: Warum habt ihr euch dabei denn nicht dafür entschieden, dass Album als Chance zu sehen vielleicht zwei bis drei Lieder noch mitzunehmen, aber den Rest neu zu schreiben und zu produzieren?

James Rushent: Ehrlich gesagt hat dabei die Zeit nicht mitgespielt. Wir haben so lange gebraucht genau unseren Sound zu finden, dass wir nicht die Zeit hatten, noch mal alles zu überarbeiten. Am Ende hieß es trotzdem, ihr habt 3 Monate um euer Album zu produzieren.

Morgan Quaintance: Ich denke, da sind einige Lieder dabei, die einfach wirklich gut sind. Das Album gibt uns die Chance den Leuten all das geballt auf einer CD zu geben. Vielleicht produzieren wir in Zukunft eine EP, die eher unsere neuen Sachen repräsentiert.

James Rushent: Ich bin jetzt wirklich aufgeregt wieder ins Studio zu gehen, denn ich denke wir haben viel gelernt beim Arbeiten an diesem Album.

Crazewire: Warum seid ihr dann nicht einfach eurem Stil treu geblieben und habt euch dafür entschieden, statt eines kurzen Albums eine gute EP zu veröffentlichen?

James Rushent: Ich würde das gerne machen, mich eher nur auf Tracks und Singles konzentrieren. Das würde ich wirklich gerne, aber leider geht das heutzutage kaum.

Crazewire: Während ich mir euer Album angehört habe, fand ich es teilweise schwer einen klaren Sound herauszuhören. Natürlich ist es gut, möglichst viel Abwechslung zu zeigen, aber mir kam es eher so vor, als würdet ihr versuchen jede Art von Electronica einfließen zu lassen. Es wirkt einfach nicht wie aus einem Guss.

Morgan Quaintance: Ich respektiere deine Meinung und du stehst damit ja auch nicht alleine da. Ich denke, dabei ist es wirklich interessant, wie Leute auf ein Album reagieren, das verschiedene Sounds hat. Ich denke, durch das Internet und die Technik die wir heutzutage haben, macht es einfach Sinn so viel zu experimentieren wie möglich. Ich denke nicht, dass es richtig ist, zurück zu Genrebands zu gehen, die nur einen klaren Sound repräsentieren. Wir brauchen nicht noch eine Garage Rockband, wir brauchen keine weitere Danceband. Ich denke, wir brauchen Bands, die einfach ein Album machen, mit der Musik, die sie selbst mögen ohne dabei in irgendwelche Schubladen zu passen. Ich bin einfach gelangweilt von diesen ganzen Alben mit nur einem Stil. Ich denke, keiner hört doch nur eine bestimmte Richtung, dass wäre heutzutage doch einfach nur bizarr. Zum Beispiel Leute die einfach nur Gothic oder einfach nur Skinhead sind. Solche Leute, falls sie wirklich existieren, sind einfach nur seltsam. Jeder ist individuell genug, jeden Einfluss zu verarbeiten und einfach Musik zu schreiben, die einem gefällt.

Crazewire: Wenn ihr euch auf einen Musikstil beschränken müsstet, wäre es für euch also langweilig?

Morgan Quaintance: Ich denke, das wäre einfach nicht ehrlich uns gegenüber, wir würden einfach nicht dem entsprechen, was wir gerne machen würden.

James Rushent: Das ist genau der Punkt: Wenn ich ein Album kaufe, möchte ich hören was der jeweilige gerade machen will, die Musik, die ihn gerade dazu inspiriert mehr Musik zu schreiben. Ich weiß, dass unser Album sehr viele unterschiedliche Tracks hat, aber ich erinnere mich auch noch genau daran, diese Lieder geschrieben zu haben, wie viel Spaß wir dabei hatten und wie aufregend es war. Das ist für mich einfach ein Zeichen, dass wir die Musik machen, die wir machen wollen.

Crazewire: Es scheint so, als ob eure Songs sehr durchgeplant und manchmal, da instrumental, erst auf dem Laptop programmiert und dann eingespielt wurden. Wie sieht bei euch der Prozess des Schreibens der Songs und des Aufnehmens aus?

Morgan Quaintance: Das ist ein Problem, das wir haben, weil wir viele der Songs erst beim Aufnehmen geschrieben haben. Wir hatten nicht den Luxus einen Song zu schrieben, ihn zigmal zu proben und dann als letzten Akt ins Studio zu gehen, um ihn aufzunehmen. Das ist eher alles im gleichen Prozess abgelaufen.

James Rushent: Gestern hat mich jemand gefragt, warum wir den Song „Epic Last Song“ von unserem Album nicht gespielt haben. Ich konnte einfach nur antworten, wir wissen nicht wie wir ihn spielen. Wir hatten noch keine Zeit die neuen Songs zu proben und wir wollen keine unfertigen Lieder spielen.


 

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