Interpret:
Cedarwell
Titel:
Mit der Liebe seines Hundes Cooper
Autor:
Renate Bichert
Remscheid, 29.09.2008
Cedarwell werden uns am Samstag ein Geburtstagsständchen singen, denn sie treten zusammen mit Stereo Inn und Snailhouse auf der Crazewire-Geburtstagsparty im Kult 41 in Bonn auf. Damit ihr auf der Party mit eurem Wissen richtig angeben könnt, haben wir Erik von Cedarwell ein paar Fragen gestellt.
Crazewire: Hallo Erik. Wie läuft die Europa-Tour?
Erik: Die Tour läuft gut. Wir hatten bis jetzt zwar nur fünf Shows, aber die waren alle schön und unterschiedlich und wir haben gute Reaktionen von denen bekommen, die dabei waren.
Crazewire: Ihr habt gerade euer neues Album "Smoky Mountain Bear" in den USA veröffentlicht. Warum sollten die Leute es sich anhören?
Erik:Amn. d. Verf.), auf die ich bis jetzt am stolzesten bin. Ich denke, dass sie ein gewisses Gefühl festhält, das ich während dieser zwei Wochen hatte, als sie in einer Hütte in den dunstigen Bergen von Tennessee entstanden ist. Es war ein sehr natürlicher Prozess. Ich bin mit der Sonne aufgewacht, habe gekocht, bin mit Cooper gewandert, habe gelesen und dann, am Abend, einfach die Musik gespielt, geschrieben und aufgenommen. Ich denke, dass diese besinnliche Einfachheit irgendwie in den Aufnahmen durchkommt. Außerdem ist die Verpackung größtenteils handgemacht und mit einem Band zugebunden, was beim Öffnen sehr viel Spaß macht.
Crazewire: Warum können wir "Smoky Mountain Bear" in Deutschland noch nicht kaufen?
Erik: Naja, ihr könnt "Smoky Mountain Bear" in Deutschland nicht in den Läden kaufen, aber online auf und dann wird es nach Deutschland geliefert. Ich weiß nicht wann, falls überhaupt jemals, es hier in die Läden kommt, weil wir im Moment bei keinem deutschen Label sind (oder irgendeinem Label). Also kauft es online.
Crazewire: Was für mich am interessantesten an Cedarwell ist (außer der Musik, natürlich), ist, dass du das einzige feste Bandmitglied bist und die anderen zehn unregelmäßig dabei sind. Was ist die Idee dahinter?
Erik: Das hat mit einer einfachen Notwendigkeit angefangen, weil ich viel reise und keine feste Band finden konnte, die mich die ganze Zeit hätte begleiten können. Also spiele ich mit Freunden, die mich dort begleiten, wo ich gerade bin. Ich mag es sehr, weil die Shows (und Aufnahmen) oft auf unterschiedlichen Gefühlen basieren. Außerdem mochte ich immer den Gedanken, dass Musik die Leute zusammenbringt, also bringe ich neue Stimmen in die Songs, wo ich kann. Und ich mag die Idee, dass die Songs auf ihrem eigenen Level existieren und dass die Musik nicht so an eine bestimmte Gruppe von Menschen gebunden ist. Der Körper der Arbeit schafft sich ein eigenes Leben und der Song existiert sogar, wenn der Drummer, oder Bassist, oder Kazoo Spieler, oder wer auch immer in dieser Nacht nicht da ist.
Crazewire: Wie funktioniert das bei euren Shows und Touren, zum Beispiel bei der Europa-Tour im Moment?
Erik: Obwohl ich sehr gerne mit anderen spiele, werde ich die meisten Shows in Europa leider alleine spielen. Die drei in Schweden habe ich mit meiner wundervollen schwedischen Freundin Susanna (friend, nicht girlfriend, Amn. d. Verf.) von Winter Took His Life gespielt. Bei einigen Shows in Deutschland wird mich ein Freund begleiten (bei einigen auch die Band Rue Royale), aber größtenteils werde ich alleine sein.
Crazewire: Was ist deine Aufgabe bei der Gestaltung eines Songs und was die der anderen?
Erik: Ich schreibe die ganzen Basisstrukturen der Songs und die Texte. Wenn andere Leute dazukommen, spielen sie meistens ihren eigenen Teil. Also wenn jemand Geige spielt, oder Gitarre, oder Waldhorn, oder sonst irgendwas, arbeiten wir normalerweise zusammen daran, was sie spielen werden. Ich versuche ihnen aber so viel Freiraum zu geben, wie ich kann, damit etwas in den Song kommt, an das ich nie gedacht hätte. In letzter Zeit habe ich meistens mit Jared, einem Drummer und Sänger aus meiner Heimatstadt und Jeff, einem Gitarristen aus Brooklyn, NY, gespielt (seine eigene Band JP05 ist fantastisch). Wir arbeiten sehr gut zusammen und ich hoffe, dass wir noch viel öfter zusammen spielen werden. Beide sind an sich so gut, dass sie sehr viel zu dem Sound von Cedarwell beisteuern. Jeff bringt viel Abwechslung mit seiner E-Gitarre und seinem Wald von Pedalen und Jeff spielt seine Trommeln (kein Schlagzeug) auf eine sehr einzigartige Art und er singt wunderschön. Wir haben gerade angefangen, ein neues Album aufzunehmen, an dem vor allem ich und die beiden arbeiten. Ich finde, dass es sich großartig anhört. Es gibt eine Tour-EP, die ich nach Deutschland mitgebracht habe, mit einigen groben Mixes von den Aufnahmen, die wir zusammen gemacht haben.
Crazewire: Auf deiner MySpace-Seite ist zu lesen, dass du wie Sheboygan klingst. Welchen Einfluss hat deine Heimatstadt auf deine Musik?
Erik: In einer kleinen Stadt aufzuwachsen hatte auf jeden Fall einen Einfluss auf die Musik, die ich mache. Von Bäumen, Feldern und Wasser umgeben zu sein (Lake Michigan ist nur ein paar Blocks entfernt), hat meinen Texten eine starke Farbe verliehen. Das religiöse Klima, in dem ich aufgewachsen bin, hat auch sehr viel Einfluss auf meine Songs. Auch wenn es nicht viel zu tun gibt, müssen die Leute sich selbst helfen und kreativ sein und das spornt dich an, einfallsreich zu sein, wenn du etwas erreichen möchtest.
Crazewire: Spielst du lieber in Sheboygan oder reist durch die Welt?
Erik: Ich genieße es, durch Europa zu touren, besonders durch Deutschland, weil alle hier so nett waren und auf das, was ich mache, eingegangen sind. Natürlich mag ich es sehr, in Sheboygan zu spielen - gute Freunde und Spaß, aber ich habe keine so guten Erfahrungen damit gemacht, in anderen Städten der USA zu spielen. Es ist so groß, dass es hart ist, das, was man macht zu verbreiten, wenn man kein Label hat und keine Leute, die für einen arbeiten (was wir nicht haben).
Crazewire: Was sind deine Pläne für die Zukunft?
Erik: Ich möchte das Album mit Jeff und Jared beenden, das ich gerade erwähnt habe. Ich würde gerne mehr in Europa touren und ich möchte mit meinem Hund Cooper eine lange, lange Wanderung machen, vielleicht durch den Staat Wisconsin.
Crazewire: Vielen Dank für das Interview und ich freue mich schon darauf, dich auf der Bühne zu sehen.