Inpterpret:
Broken Social Scene
Titel:
This Interview Is Broken
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 15.06.2010
Wenn man als motivierter Musikjournalist die Ehre besitzt, eine der größten Post-Rock-Bands interviewen zu dürfen, bereitet man sich gebührend vor. Doch jede ach so akribische Vorarbeit wird im Keime erstickt, wenn das Interview mit der unverhofften Frage eingeleitet wird, ob man denn als Musikmagazin auch Bands aus Japan rezensieren würde. Zum Glück hat unsere Antwort („Ja klar, zum Beispiel die Japandroids!") das Humorzentrum von Charles Spearin und Justin Peroff voll und ganz anvisiert, womit wir eine ausgezeichnete Voraussetzung für ein interessantes Gespräch über u.a. Freundschaft, Kreativität und die deutsche Musikszene bereiten konnten. Nebenbei haben wir auch noch fruchtbare Samen für eventuelle Kollaborationen gestreut. Die Herren von Broken Social Scene waren begeistert.
Crazewire: Seit einigen Tagen hat es eure neue Platte „Forgiveness Rock Record" auf Platz eins der kanadischen Albumcharts geschafft. Dicht gefolgt von Godsmack und Lady Gaga. Ersteinmal Herzlichen Glückwunsch dazu. Was sagt euch diese Tatsache über den Musikgeschmack der Kanadier?
Justin Peroff: Oh, vielen Dank! Unglaublich war, dass wir es sogar in der ersten Woche nach der Veröffentlichung auf den ersten Platz geschafft haben. Ich bin sicher, dass Lady Gaga schon seit gefühlten 77 Wochen in den Charts aufhielt. Aber gut, ich denke auch, dass es an der nicht vorhandenen Konkurrenz liegen könnte. Trotzdem war das Gefühl natürlich ungewohnt, wir dachten „Merkwürdig hier oben".
Charles Spearin: Als wir es erfuhren, saßen wir im Tourbus vor dem Flughafen, es war 4 Uhr morgens. Kevin (Kevin Drew, Gründungsmitglied von Broken Social Scene, Anm. d. Red.) meinte, wir hätten es auf Platz eins geschafft und wir dachten „Aha". Es war komisch.
Justin Peroff: Wir haben es sogar in die Top 40 der USA gebracht, Platz 34 oder so, da war die Platte erst eine Woche veröffentlicht.
Charles Spearin: Ja, aber wenn du ehrlich bist, war die Konkurrenz dort auch nicht groß (lacht, Anm. d. Red.)
Crazewire: Wo wir gerade bei Kanada sind. Während der Olympischen Spiele in Vancouver seid ihr eine spannende Kooperation mit Hal Willner eingegangen. Gemeinsam mit Künstlern aus Kanada und der USA, wie Elvis Costello oder den Stars, habt ihr am „Neil Young-Project“ teilgenommen und seine Songs gepowert. Wie kam es dazu?
Charles Spearin: Ja, das war ziemlich cool! Ich glaube es war Brendan (Brendan Canning, Gründungsmitglied von Broken Social Scene, Anm. d. Red.), der so eine Art Korrespondenz mit Hal angefangen hatte, als er uns im Studio in Chicago besuchte. Er erzählte uns von dem Projekt und fragte, ob wir mitmachen wollten. Erst nach einer Weile haben wir gemerkt, dass wir nicht nur mit coolen New Yorker Acts wie Joan As Police Woman, sondern vor allem auch mit Leuten wie Elvis Costello, Lou Reed oder Ron Sexsmith zusammen spielen würden.
Justin Peroff: Hal ist jemand, der großartige Ideen hat, dazu aber keinen konkreten Plan, wie er seine Vorstellungen umsetzen will. Das ist aber Teil seines Konzepts. Er nimmt bestimmte Dinge auf, schmeisst sie zusammen, wirbelt sie auf, mischt sie wieder zusammen und schaut dann, welche Form es annehmen wird.
Charles Spearin: Ich war zur Zeit leider auf Tour mit dem Happiness Project, aber ich erinnere mich, dass sogar Emily und James von Metric mitgemacht haben.
Crazewire: Ihr könnt, was einheimische Musik-Ikonen angeht, in Kanada sehr zufrieden sein. Hier in Deutschland sind musikalische Nationalhelden, die noch aktiv sind, eher rar gesät. Oder fallen euch deutsche Acts ein, die von Bedeutung sind?
Charles Spearin: Ja klar, die Scorpions (lacht, Anm. d. Red.)
Justin Peroff: Sind Faust nicht Deutsche?
Crazewire: Doch klar, stimmt!
Justin Peroff: Was noch, lass mich überlegen. Das ist eine wirklich gute Frage…deutsche Bands.
Charles Spearin: Was ist mit Rammstein?
Justin Peroff: Rammstein, du hast Recht. Aber wusstet ihr, dass Feist, als sie gerade dabei war ihre erste Platte raus zu bringen, von Rammstein gefragt wurde, ob sie nicht bei ihnen singen möchte! Unfassbar eigentlich! Aber darüber hinaus kenne ich eigentlich keine großen deutschen Bands.
Charles Spearin: Sind Stereo Total nicht auch von hier?
Crazewire: Genau, die spielen sogar morgen hier in Köln. Ihr solltet hingehen.
Charles Spearin: Gute Idee, ich finde sie wirklich gut.
Crazewire: Neben den beiden „Broken Social Scene Presents…“-Platten ist euer neues Album nun die vierte Platte als Broken Social Scene. Hättet ihr euch, nach all der Zeit, jemals noch mal vorstellt eine solche vierte Platte als Band zu machen?
Justin Peroff: Ich dachte nie, dass Broken Social Scene iirgendwie weg war. Ich habe sowas wie „Forgiveness Rock Record“ schon immer irgendwie antizipiert.
Charles Spearin: Das ist richtig. Niemand in der Band dachte ernsthaft daran, dass es nun zu Ende gehen würde. Wir haben einfach nur eine kleine Pause eingelegt.
Kevin Drew kommt rein, vom Rotwein gezeichnet, begrüßt uns, weniger eloquent als Charles und Justin, und bemüht sich, die Tür im Gang zu öffnen.
Justin Peroff (zu Kevin, Anm. d. Red.): Du kommst hier nicht vorbei. Die geht nur zur einen Seite auf. Du musst außen rum! So, wo waren wir…genau, bei der neuen Platte. Interessanterweise wollten wir die Songs, die Kevin für „Spirit If…“ geschrieben hatte, eigentlich als neues Broken Social Scene Album verwerten.
Charles Spearin: Er hat dann damit eine tolles eigenen Album gemacht. Wir haben dann unsere selbstbetitelte Platte zum Anlass genommen, unsere Ideen zu verwirklichen. Viele Dinge haben sich dadurch überlagert und das ist gut so. Wir machen einfach nur Musik und schauen dann, was daraus wird.
Justin Peroff: Danach kategorisieren wir die Songs die wir haben und machen daraus ein Album-Format. Am Ende entscheiden wir alle, was es nun sein soll, wie das Album wirken soll.
Kevin Drew kommt zurück, er hat seine Jacke vergessen. Er fragt ob unser Interview auch über Sex handle, denn er hat soeben aus diesem Grund ein Interview abbrechen lassen.
Crazewire: Dieser gemeinsame Entscheidungsprozess ist auch etwas, was eure Herangehensweise an die Musik charakterisiert. Ich denke auch, dass eine Besonderheit eurer Kollaboration als Band, oder besser gesagt, als Kollektiv, ist, dass ihr es trotz dieser zahlreichen Einzelkünstler, die aus Broken Social Scene hervorgegangen sind, oder die mitwirken, wie zum Beispiel Emily Haines und James Shaw von Metric, Leslie Feist oder Amy Milan, es immer noch schafft, diese nicht als bloße Feature-Künstler einzubeziehen sondern integraler Bestandteil der Band werden zu lassen. Dazu fällt auf, dass die meisten Künstler Kanadier sind.
Charles Spearin: Das stimmt, aber in letzter Zeit haben wir viele Musiker aus Chicago dabei gehabt. Wir haben in Chicago aufgenommen, John McEntire (Mitglied von Tortoise, Anm. d. Red.) hat mitgewirkt und unsere Streicher sind auch aus Chicago. Aber darüber hinaus hast du Recht. Es sind hauptsächlich Kanadier, Freunde aus der Nachbarschaft sozusagen.
Crazewire: Ich hatte das Gefühl, dass „Forgiveness Rock Record" mehr als jedes andere Album von euch Freundschaft zum Thema hat. Besonders beim Songs „Sentimental X's“ wird das deutlich. War diese Idee wichtig für euch? Freundschaft sozusagen als Statement zu demonstrieren?
Charles Spearin: Es ist interessant, das so zu deuten. Es ist eigentlich ein willkürliches Ergebnis. Wir saßen jetzt nicht zusammen und sagten „Jungs, lass uns 'ne Platte über Freundschaft machen!“ Aber als das Thema durchschimmerte, war es ein sehr glückliches Gefühl. Ich denke „Your Forgot It In People“ impiliziert dieselbe Idee, was der Titel ja auch suggeriert. Die Egos beiseite lassen und kollektive Musik voranzustellen, das war unser Ansatz. Ich denke diese Platte hat den selben Spirit. Der Text zu „Sentimental X's“ , wurde von Emily geschrieben. Wir hatten den Song im Voraus in einer Instrumentalversion aufgenommen und an sie geschickt. Es ist so was wie ein Liebeslied für die Band, was eine wirklich rührende Sache war. Und Feist hat darauf hin drübergesungen, was ihr Geschenk an uns war, weil sie nicht so viel Zeit mit uns im Studio verbringen konnten. Freundschaft spielt und spielte bei uns immer eine große, wichtige und tragende Rolle. Es geht darum, zusammen zu arbeiten, und das Einwirkenlassen von anderen Ideen um gemeinsam etwas, naja…wie du schon sagst, Kollektives zu kreieren.
Das Schicksal meint es nicht gut mit uns. Eine mit greller Farbe bekleckste Hippiehexe im betagten Alter fragt mit einer Eimerladung Zynismus, wir lange wir denn hier noch bräuchten. Sie könne nicht arbeiten. „Der große Flur hier hallt ja schon gehörig!“ Da bei unserer gediegenen Interviewlautstärke sogar eine ganze Neugeborenenstation ungestört einschlafen könnte, hat sich die Action-Künstlerin wohl im Gang verhört. Wir seien zu laut. Tür zu, waren wir nicht.
Crazewire: Gut, machen wir weiter.
Charles Spearin: Gerne.
Crazewire: Im Buch „This Book Is Broken“, wird geschrieben, dass Kevin Drew bei eurem ersten Aufeinandertreffen sagte, du würdest aussehen wie jemand, der gerne und oft Tortoise hört. Jetzt, wo das Eis natürlich zwischen dir und Kevin gebrochen ist, arbeitete John McEntire von Tortoise plötzlich gemeinsam mit euch an „Forgiveness Rock Record“. Wurde ein Traum war?
Charles Spearin: In gewisser Weise, schon. Justin, Kevin und ich sind riesige Tortoise-Fans.
Justin Peroff: Er ist tatsächlich so etwas wie ein Vorbild für mich. Ich liebe die Musik die er mit Tortoise macht.
Charles Spearin: Ab Mitte der Neunziger war ich bessessen von Tortoise. Die Zeit ging vorbei, wir machten selber Musik und als wir schließlich anfingen, an der neuen Platte zu arbeiten, ergab sich die Möglichkeit mit John McEntire zu arbeiten, und wir haben nicht lange überlegt. Es war wirklich großartig, mit ihm zu arbeiten. Wir waren ziemlich star-struck als es schließlich so weit war. Wir saßen alle im Studio und dachten „Wahnsinn, es ist John Fuckin' McEntire“! Natürlich entwickelte sich eine freundschaftliche Beziehung, die nicht mehr so vorbildsfixiert war. Wir haben ihn sehr geschätzt, aber wir schätzen ebenso jeden anderen in der Band.
Crazewire: Inwiefern hat er den Sound der neuen Platte geprägt? Hatte er großen Einfluss?
Charles Spearin: Natürlich. Es ist Teil seines Stils, den Künstlern Raum zu geben. Er ist alles andere als ein überheblicher Produzent.
Justin Peroff: Es ging sogar so weit, dass wir ihn zeitweise fragen mussten, ob denn alles okay liefe? Er saß dort, unbekümmert vor den Reglern, nickte zur Musik und hörte einfach zu. Ich sagte „John, sag was! Denn ich hab keine Ahnung, ob du das, was ich tue liebst oder hasst? Gib uns, ich weiss nicht,… Etwas!“
Charles Spearin: Ich schätzte die Freiheit die er uns im Studio ließ. Es gibt reichlich Meinungen bei reichlich Musikern, und wir können vernünftig entscheiden, was wir wollen. Und er ist ein stiller Beobachter, weisst du? Er behält die meiste Zeit die Kopfhörer auf, dazu kommt sein wahnsinniges Arsenal an technischem Spielzeug. Im Studio zu sein, bedeutet in seinem Kopf zu sein. Durch seine Art kreiert er eine Situation, die extrem intensiv ist und … wie soll ich sagen, … musikalisch.
Justin Peroff: Die Reflexion und das ganze Drumherum ergab sich immer außerhalb des Studio, als wir alle zusammen etwas Trinken gegangen sind. Dies war der Ort, wo wir gewissenhaft und intensiv über die Dinge redeten, die wir gemeinsam aufgenommen hatten.
Crazewire: Wo wir gerade von Produzenten reden, ist es eine Frage der Zeit, dass ihr mit Gonzales zusammen arbeiten werdet?
Justin Peroff: (lacht, Anm. d. Red.) Großartig, das ist wirklich eine gute Idee! Wir sind lange befreundet, er ist ein begnadeter Musiker. Ich wundere mich tatsächlich, dass es nicht schon viel früher passiert ist. Ich denke, du hast da eben tatsächlich eine coole Idee gesät.
Charles Spearin: Ich ruf ihn an.
Crazewire: Ich möchte noch einmal auf das Thema Kollektivität zurückkommen. An eurer Musik kann man das erfrischende, dynamische und energische Songwriting auf diese multiple Vielfalt der Köpfe zurückführen. Vieles entsteht sicher aus dem Affekt. Wenn ihr auf den Entstehungsprozess einer Platte oder eines Songs schaut, zu welchem Anteil spielen Design und kreative Unfälle eine Rolle?
Charles Spearin: Justin, gib mir mal einen Prozentanteil...
Justin Peroff: Ich würde sagen, der Anteil an kreativen Unfällen und Design beträgt, naja, (überlegt, Anm. d. Red.) schon 50 zu 50.
Charles Spaerin: Hm,…ich weiss nicht, ich würde schon sagen, dass der Anteil an konkreten Ideen geringer ist. Wenn man sich überlegt, wie oft es passiert, dass jemand einen Song zuhause schreibt, und ihn dann im Proberaum allen zeigt, und auch noch alle mit jeder Idee einverstanden sind, kommt sowas doch schon sehr selten vor. Und wenn es vorkommt, gibt es immerhin noch nützliche Unfälle musikalischer Art, die passieren, und dann in essentieller Weise den Song schmücken oder ergänzen. Das ist es, was passiert, wenn Freund über Musik kommunizieren. Man kann vor allem nicht genau wissen, was deine Entscheidungen motiviert, warum es so gut ist, wie es ist. Da fallen so viele Faktoren mit herein. Es kann am Sandwich liegen, das du eben gegessen hast, es kann am Schlafmangel liegen, es kann alles sein, wann dann tatsächlich dein Finger auf dem Griffbrett beeinflusst. Ich denke, dadurch dass wir sehr viel wert darauf legen, alle Ideen gleichermaßen zuzulassen und zu würdigen, erhöht das musikalische Material und die Inspiration enorm. Wir folgen einfach der Inspiration, den spontanen Wegen, die sich ergeben. Ich glaube, dass dies unser Trick ist.
Justin Peroff: Trick. Das gefällt mir.
Charles Spearin: Ja, ein Trick. Ein unvoreingenommener Trick. Ziemlich heimtückisch.
Crazewire: Euer kollektiver, organischer Sound und die vielschichtigen Gitarren sind bei „Forgiveness Rock Record“ besonders häufig von elektronischen Elementen ergänzt. Wie kam es dazu?
Justin Peroff: Ich toure seit einiger Zeit mit dem Roland SPD S, dieser unfassbaren Drum-Machine, mit der ich mich das Jahr über sehr intensiv auseinander setzten konnte. Ich mag die unzähligen Sounds. Die Arbeit mit diesem Gerät und mit John McEntire ging eine sehr harmonische Fusion ein, denn John ist auf dem Gebiet sehr interessiert. Zudem hatte er eine Menge an anderen Drum-Machines, durch die ich mich durchgegraben habe und vieles davon hat mich nicht mehr losgelassen. Das meiste wurde übrigens von Hand gespielt.
Charles Spearin: Eben, Elektronisch im engen Sinne war es nicht unbedingt. Vieles davon waren zum Beispiel Gitarren, die aber nach Synthese klingen sollten, oder eben Drum-Machines, die von Hand gespielt wurden.
Justin Peroff: Der Sound hatte auch mit den Aufnahmebedingungen zu tun. Zur Zeit von Dave (Dave Newfeld, Anm. d. Red.) benutzten wir viele Synthesizer, aber er war auch ein völlig anderer Typ von Produzent. Wenn du dir manchmal die früheren Alben anhörst, weisst du teilweise gar nicht mehr, was genau du da hörst. „Forgiveness Rock Record“ ist um vieles fokussierter. Es lag an John.
Crazewire: Ein bekannter deutscher Philosoph sagte einmal, eine Broken-Social-Scene-Platte sei so etwas wie ein Lieblingsshirt, das man niemals wegwerfen will.
Charles Spearin: Wirklich? Welcher Philosoph war das?
Crazewire: Das war ich.
Justin Peroff: (lacht, Anm. d. Red.) Sehr gut, ich mag das Bild. Man sollte es gelegentlich waschen und häufig schleudern lassen.
Charles Spearin: Man sollte das Shirt mit kaltem Wasser waschen und auf jeden fall Lufttrocknen! Am besten in der Sonne.
Justin Peroff: Natürlich sollte man gut auf das Shirt aufpassen, denn du liebst es und du willst es nicht zerfallen lassen.
Charles Spearin: Sollte es zerfallen, schmeiß es nicht weg, sondern verwende es für andere Dinge. Nimm es als Spültuch oder stopf die Löcher in den Wänden deiner Wohnung.
Justin Peroff: Recycle es!
Crazewire: Wenn mich jemand fragen würde, welche experimentelle Post-Rock-Band aus Kanada die einflussreichsten seien, würde ich euch und Arcade Fire nennen. Könnt ihr euch vorstellen euch zusammen zu tun und die nächste kanadische Supergroup zu gründen?
Justin Peroff: Also, Win (Win Butler, Mitglied von Arcade Fire, Anm. d. Red.) kommt aus Texas. Der zählt nicht. Er ist Amerikaner. Was sagst du?
Charles Spearin: Ich denke, am interessantesten wäre eine Mischung aus Broken Social Scene und Bell Orchestre.
Justin Peroff: Ja, du hast absolut recht. Stef (Stefan Schneider, Mitglied von Bell Orchestre, Anm. d. Red.) ist ein wirklich großartiger Drummer. Richard Parry (ebenfalls Mitglied von Bell Orchestre, Anm. d. Red.) ist auch ein guter Freund. Die Band hatte für ihre letzte Platte, genau wie wir, in Chicago mit John McEntire aufgenommen. Das wär echt cool, was mit Bell Orchestre zu machen. Also haben wir jetzt zwei Dinge, die als nächstes anstehen. Erstmal die Platte mit Gonzales, dann die Platte mit Bell Orchester.
Charles Spearin: Mir fällt ein, dass es schon eine Gemeinsamkeit gibt. Jessica Moss spielte auf unserer ersten Platte bei den Streichern mit, danach war sie bei Arcade Fire. Schade eigentlich, der Kontakt ist aus irgendwelchen Gründe verlorengegangen. Also, eine Fusion gab es quasi schon.
Crazewire: Vielen Dank für das Gespräch
Charles Spearin, Justin Peroff: Gerne, Vielen Dank.
Interview von Jan-Nicolai Korz & Michael Weber