Interpret:
+/- {Plus/Minus}
Titel:
Kelly Clarkson und die Schweinshaxe
Autor:
Martina Scheid
Berlin, 23.02.2009
„In a car Bathed in the sunlight You were going to speed away From the city life“ - schon bei den ersten Zeilen des Liedes „Unsung“ der New Yorker Band +/- {Plus/Minus}, träumt man sich hinein, in ein offenes Cabrio auf dem Highway mit dem Blick auf den rot untermalten Horizont, der einen die Alltagssorgen vergessen lässt. Dass man dafür nicht eine Weltreise auf sich nehmen muss, beweisen James Baulyut, Patrick Ramos und Cris Deaner die auf ihrer aktuellen Tour für das neue Album „Xs On Your Eyes“. Neben deutschen Großstädten wie Köln und Dresden begeistert die Indie-Band auch im Kreuzberger Szeneclub SO36 der Hauptstadtmetropole Berlin ihre Fans und entführt sie für eine Stunde in die Geschichten ihrer Songs und in ihre einzigartige Musik.
Crazewire bittet um Audienz - im versteckten Backstageraum des Clubs nimmt sich die New Yorker Band, die nur mit Chris und James für die Tour besetzt ist, zwischen dem Soundcheck Zeit für uns und erzählt über Schweinshaxen, Kelly Clarkson und das teure Leben in New York.
Crazewire: Was war für euch so verlockend wieder nach Deutschland zu kommen um Konzerte zu geben?
James: Es ist ein guter Ort um zu spielen, das Publikum macht Spaß und es ist auch ein schönes Land mit leckerem Essen ( lacht, Anm. d. Verf.)
Crazewire: Was esst ihr denn am liebsten wenn ihr hier seit?
James: (überlegt, Anm. d. Verf.) Alles...
Chris: Ja, alles (lacht, Anm. d. Verf.).
James: Nein, ich glaube am liebsten esse ich „Schweinshaxe.
Chris: Also ich mag das Schnitzel!
Crazewire: und was haltet ihr von Berlin? Ist es eine schöne Stadt oder gibt es bessere in Deutschland?
Chris: Ich liebe sie, Berlin ist eine meiner Lieblingsstädte! Es ist der Ort an dem ich in Europa leben würde.
James: Ja das stimmt!
Crazewire: +/- {Plus/Minus} entstanden 2001 durch James Soloprojekt, Chris und Patrick kamen erst später dazu. War James anfangs das Oberhaupt der Band? Wie sieht die Verteilung mittlerweile aus?
Chris: (lacht, Anm. d. Verf.) Ach, ich bin mir sicher das es mittlerweile sehr ausgeglichen ist mit der Rollenverteilung.
James: Ja, ein paar Monate habe ich alleine das Projekt gemacht und ich bin mir sicher dass ich anfangs mehr versucht habe das Bandoberhaupt zu sein, aber nun ist es mehr ausgeglichen.
Chris: Ich muss die ganzen Bandjobs übernehmen, ich muss die Webseite einrichten und die Videos hochstellen auf Myspace (verdreht die Augen und lacht, Anm. d. Verf.) Das ist ein großer Spaß!
James: Aber du bist wenigstens derjenige der die ganzen Freunde bekommt!
Crazewire: Seit acht Jahren macht ihr nun Musik. Überkamen euch in den Jahren Momente, in denen ihr das Gefühl hattet die Musik beiseite stellen und euch stattdessen in Anzüge zwängen zu müssen?
Chris: Naja, wir sind alle Freiberufler normalerweise. Die Musik alleine hält uns in einer so teuren Stadt wie New York nicht über Wasser!
James: Ja, wir haben zu Hause hier und da auch andere Jobs.
Chris: Ich denke wenn wir in einer anderen Stadt leben würden und die ganze Zeit auf Tour sein würden, dann würde das auch so klappen. Aber wir leben in New York und wir wollen nicht in eine andere Stadt gehen! So müssen wir eben arbeiten.
Crazewire: Beurteilungen zu Folge ist euer neues Album „Xs On Your Eyes“ das Beste unter den drei erschienenen. Liegen die Gründe dafür in euren positiven Lebensumständen, die in den letzten Jahren hinzukamen?
Chris: (nachdenklich, Anm. d. Verf.) In unserem persönlichen Leben?
James: Ja, wir haben geheiratet während den Aufnahmen.
Chris: Und du hast auch ein Kind bekommen!
James: ...und ich habe ein Kind bekommen.
Chris: Patrick hat auch ein paar bekommen!
James: Nein, also ich glaube wir mussten einfach schneller arbeiten, aber im Endeffekt ist es immer der gleiche Prozess - Wir gehen zusammen in den Proberaum, schreiben Lieder und haben Spaß an der Musik! Aber es wird immer schwerer zusammen zu kommen. Wie man sieht ist Patrick ja auch nicht mit hier sondern in den USA, weil er aus persönlichen Gründen keine Zeit hatte.
Crazewire: Einige Lieder von euch beschreiben Lebenslagen, die wahrscheinlich vielen Vertraut sind. Sind genau diese Momente aus eurem Leben auch die Grundbausteine für die Texte der einzelnen Lieder?
James: Nein, also die Songtexte handeln von Lebenslagen anderer, denn jeder den ich kenne hat eine schlimme Sache erlebt und ich denke das hilft, wenn andere hören, dass sie mit diesen Problemen nicht alleine sind. Aber mein Leben finde ich persönlich nicht spannend genug um darüber zu schreiben (lächelt, Am. d. Verf.).
Chris: So, ich muss zum Soundcheck gehen! Gibt es noch eine Frage für mich persönlich?
Crazewire: Ja, die gibt es! Nebenbei tourst du mit Kelly Clarkson. Ist das eine angenehme Nebenbeschäftigung, die du musikalisch auch vertreten kannst oder eher der Zugang zu mehr Geld?
Chris: Also ich mag sie gerne und es macht auch Spaß da mitzumachen! Freunde von mir haben mich da reingeholt und ich hatte Lust es auszuprobieren. Es ist einfach eine neue Erfahrung! Außerdem kriegt sie das ganze Geld und wir nicht (lacht, Anm. d. Verf.)... Viel Spaß noch, ich muss zum Soundcheck!