Titel:
...And You Will Know Us By The Trail Of Dead mit What Happened To Roy G. Biv?
Lokation:
Zeche, Bochum
Fotograf:
Jesse Benjamin
Berlin, 21.07.2009
|
Die Bands mit den längsten Namen unseres Archivs gaben sich am vergangenen Samstag in der Bochumer Zeche die Ehre. Den Auftakt bestritten die fünf Kölner von What Happened To Roy G. Biv?... |
...hinter deren Name sich ein englisches Akronym für die Farben des Regenbogens verbirgt. |
|
Die sympathische, weil leicht nervöse Rheinlandtruppe gab sich musikalisch wie bei den lokalen Shows divers. |
Ein Mix aus getragenen Melodien, klaren Gitarren, Schrammelei... |
|
...überspielte die Nervosität routiniert, das (dankbare) Publikum ließ sich nicht zu Buhrufen hinreißen... |
...und auch wenn sich nicht gerade viele bewegten, konnte man gewiss sein, dass hier auf die Musik einer Vorband geachtet wurde. |
|
Also eine erinnerungswürdige Einleitung zu ...And You Will Know Us By The Trail Of Dead. |
Als die Band um die Frontmänner Jason Reece und Conrad Keely (rechts) beginnt, bewegt sich die Menge gen Bühne. |
|
Trotz dem ganz großen Rock, den die Band aus Texas mit mehrstimmigem Gesang, zwei Drums (!) und dem besten, härstesten und schönsten ihrer letzten drei Alben boten, war die Zeche noch nicht ausverkauft. |
Das Zerstörungspotential der Musik war anhand von vier gerissenen Saiten, zwei ausgefallenen Verstärkern und einer zertrümmerten Snaredrum offensichtlich bewiesen. |
|
Dennoch tat sich vor der Bühne einfach zu wenig, als das Jason Reece bei „seinem“ Song „Caterwaul“ den üblichen Stage-Dive hinlegen konnte. |
Dennoch: diese Exzentriker zeigen ganz großen Alternative-Rock im besten Sinne des Wortes. |
|
Die Hingabe war zu spüren, der augenzwinkernde Schlagabtausch zwischen Reece und Keely, das Rotieren der beiden zwischen Gesang, zweitem Schlagzeug, dritter Gitarre (Reece)... |
...und Frontgesang, Piano-Einlagen und erster Gitarre von Conrad Keely - alles Indizien für die Gemeinsamkeiten der Bands des Abends: Hingabe, Sorgfalt und Freude. |
|
Wie schon gewohnt verabschiedeten sich die Texaner nach knappen 85 Minuten, teils wegen der überanstrengten Stimme von Conrad Keely, teils weil um 22:00 Uhr die Konzertgänger das Feld für eine R&B-Sonstwas-Party räumen mussten. |
Aber auch wenn die ersten Reihen nicht rappelvoll und elektrisiert-zappelig waren, so konnte sich auch die Jugend der Nation ungestört ganz vorne austoben. Wenn das nicht herzerwärmend ist! |