CRAZEWIRE Best Of:
November 2011
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 07.12.2011
Tja, so ist das manchmal. Da veröffentlichen Florence & The Machine ein ekeliges Popalbum, und beim Best of erscheint sie trotzdem weit oben. So funktioniert Demokratie möchte man jubeln... Ob „Ceremonials“ wirklich in die Top 5 gehört, darf also jeder für sich entscheiden. Nur Platz 1... der ist wohl unumstritten. Wer das ist lest Ihr hier...
„This Silence Kills“ ist ein Kunstwerk der Kunst wegen. Ihre Kompositionen sind ausgereift, ohne dass Dillon jemals Noten schreiben oder lesen gelernt hat. Ein Autodidakt, der es schafft, Hype und Indie hinter sich zu lassen, um mehr zu sein, als nur eine Erscheinung im Heute 2.0. Dillon macht l’art pour l’art. Und das so schön, wie lange keiner mehr.
Nichts bringt auf „Ceremonials“ die Seifenblase zum Platzen. Die Geste bleibt bis zum Ende menschengroß. Die Stimme Welchs ist der heroische Protagonist. Chöre, Phil-Collins-Schlagzeug und Bombast sind seine Armee. Florence & The Machine reihen sich ein im Aalglatt-Pop. Der Rest ist Geschichte.
David Lynch ist einer der größten Künstler unserer Zeit. Er versteht es seit Mitte der 60er Jahren Menschen in den Sog seiner anspruchsvollen Kunst zu ziehen. Er steht für Innovation und Avantgarde und das seit 50 Jahren. Und nebenan steht Bob Dylan zitternd auf der Bühne, stimmt zum tausendsten mal seine alten Hits an und fragt sich weshalb die neuen Lieder nicht den gleichen Einschlag hinterlassen. „The Times They Are A-Changin“ und mit ihr, David Lynch.
Erstaunlich ist, mit welcher Liebe zum Detail sowohl Liam als auch Noel ihr jahrelang aufgebautes Oasis-Image auf ihre jeweiligen Bands übertragen haben. Beady Eyes „Different Gear, Still Speeding“ ist ein größenwahnsinniges Retroalbum geworden, das mit Lennon Referenzen nur um sich schmeißt und Liam als den noch immer ungestümen, etwas naiven Rüpel positioniert.
„Rapprocher“ beschreibt die wechselhafte Geschichte einer Beziehung zweier Stadtmenschen von der ersten Annäherung bis zum finalen Schnitt. Die inhaltliche Thematik der ewigen Vergänglichkeit fügt sich ein in die äußerst tanzbare, urbane, dunkelhelle Musik, die Elizabeth Harper im Interview wie folgt beschreibt: „It’s just really decadent dance music.“ Nuff said? No way!