CRAZEWIRE Best Of:
Mai 2009
Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 02.06.2009
Die Mitte des Jahres ist erreicht und unsere Inventur sollte die Vermögenswerte und Schulden der Musikindustrie zumindest für diesen Monat offen legen. Seit „Top Of The Pops“ zur Vergangenheit zählt, fehlt es an Listenkompilierungen auf die Verlass ist. Unser Best Of schafft diesem offensichtlichen Mangel Abhilfe: Wir präsentieren euch das Who-Is-Who des Monats Mai. Dabei sind Junior Boys, Hanne Hukkelberg, The Horrors, Camera Obscura und Phoenix.
Hier pulsiert und pocht alles, hier rattert und klackert nichts. Mehr Mensch als Maschine. Organisch könnte man das nennen, wenn dieses Wort nicht eine gewisse naive Unbedarftheit enthalten würde. Denn auch ein Song wie „Dull To Pause“, der klingt, als hätten die Junior Boys diesen an einem Sommertag unter einem Apfelbaum aufgenommen, hat diesen unterkühlten metallischen Unterton, der wie eine Schlange listig von einem Ast hervorlugt.
[…] trotz aller Skurrilität in der Auswahl der Sounds ist dieses Album voll bezaubernder Melodien, die dazu verlocken, sich einfach mal wieder auf den Wohnzimmerboden, statt aufs Sofa, zu hocken, während man dieses Album hört.
Von überall her kommen die windschiefen Gitarren, fliegen von rechts nach links, während sie zwischendurch abzubrechen drohen, um dann doch unbeirrt ihre Kreise zu ziehen. Immer weiter, immer weiter.
Das Album heißt nicht umsonst „My Maudlin Career“, was sich in etwa als Karriere der Herzschmerzen übersetzen ließe. So übernimmt Sängerin Tracyanne Campbell die Rolle der Verliebten, Enttäuschten und Verlassenen. Camera Obscura vertonen ein repräsentatives Tagebuch gebrochener Herzen.
Schon der Beginn wischt alles beiseite, was den Parisern auf ihrem letzten Album „It's Never Been Like That" vorgeworfen wurde. Der Rock-Anteil wird deutlich zurückgefahren, die Elektronik wieder verstärkt in den Sound integriert. Heraus kommen [...] lupenreine Hits.