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CRAZEWIRE Best Of:
März 2011

Autor:
Crazewire Redaktion
Köln, 06.04.2011

PLATTENKISTE

CRAZEWIRE Best Of März 2011

Die Welt im März 2011 war wahrlich keine allzu rosige. Crazewire bleibt dabei, dass globale Katastrophen und die Wirrungen der Weltpolitik Privatsache sind und widmet sich veröffentlichend stattdessen der Kernkompetenz Popkultur. Schweigeminuten gibt es genug, wir möchten Töne für die Seele. Im März konnten besonders die Alben von J. Mascis, The Kills, Toro Y Moi, Lykke Li und Bodi Bill unsere Herzen öffnen.

 

J. Mascis - Several Shades Of Why

1. J. Mascis - Several Shades Of Why

Die Frage, warum Menschen sich lieben und trennen und warum der Mensch auf diese Erde geworfen und letzlich auf immer allein ist, beantwortet J. Mascis natürlich nicht. Er nähert sich diesen Fragen aber, auf einer sehr persönlichen Ebene, wodurch seine an vielen Stellen brüchig werdende Stimme eine Verletzlichkeit ausdrückt, die man bisher von J. Mascis' Musik nicht kannte. Die Frage nach dem ‚Warum‘ einer Soloplatte nach so langer Zeit als Bandmusiker ist damit schon beantwortet.

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The Kills - Blood Pressures

2. The Kills - Blood Pressures

In „Heart Is A Beating Drum“ macht der Hörer zum ersten Mal Bekanntschaft mit dem irre durch die Boxen hüpfenden Ball, der wie als i-Tüpfelchen den Sound des Albums programmatisch unterstreicht: Rhythmus, Rhythmus und noch mehr Rhythmus! Vom treibenden Gitarrenriff über Mossharts okkultisch-hypnotisch vorgetragenen Vocals bis zu den Handclaps muss sich alles dem Diktat des Beats unterordnen. Wenn schon das Herz ein treibendes Schlagzeug sein kann, warum sollten dann nicht auch all die anderen Instrumente ihren eigenen Rhythmus ausleben dürfen?

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Toro Y Moi - Underneath The Pine

3. Toro Y Moi - Underneath The Pine

„Underneath The Pine“ hat sich rein von der Produktion her um 180 Grad gedreht. Die musikalische Facette ist geblieben: Toro Y Moi ist träumerischer Pop mit ebensolchen Lyrics und vielen Idolen. Aus dem Schlafzimmer sozusagen in die Garage: Computer und Synthesizer sind Orgeln, Drums und Bässen gewichen. Als hätte er das alles schon vorher gewusst, stand bereits 2010 beim Signen mit Carpark fest, dass Toro Y Moi zwei Platten machen wird – eine elektronische und eine analoge.

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Lykke Li - Wounded Rhymes

4. Lykke Li - Wounded Rhymes

Lykke Li ist mit „Wounded Rhymes“ ein Album geglückt, das gekonnt zwischen Schrulligkeit, Pop-Appeal und verruchter, dunkler Sexiness oszilliert und den Hörer dabei tief hineinzieht in ein Universum aus zerbrochenen Rhythmen und ebenso kaputten Gefühlen. Ein Album, das mit seiner epischen Erzählsprache, den geschickt eingebauten Songübergängen und der kunstvoll aufgebauten Stimmung eine nahezu filmische Tiefe besitzt.  Doch das hier ist kein Film - das hier ist das wirkliche Leben.

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Bodi Bill - What?

5. Bodi Bill - What?

Eine wichtige Erkenntnis vorab. Diese Platte muss wachsen und sich entwickeln. Beim ersten Hören mag daher kaum etwas hängen bleiben, doch einige Durchläufe später stellt man erfreut fest, dass die Entdeckungen schöner Momente noch lange nicht beendet sind, ja, viel eher gerade erst richtig beginnen. Im Vergleich zu den bisherigen Songs der Band wurde dieses Mal der Wave-Einschlag dezent reduziert und stattdessen der Klang von einem samtigen Pop und elektronischen Soul bereichert.

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